Hochwasserschutz und ökologische Verbesserung

|   Kreis Borken

Die Bocholter Aa in Borken-Hoxfeld hat ein neues Bett bekommen: In den vergangenen Monaten wurde dort an der Renaturierung des Flusses südlich der Deponie Borken-Hoxfeld, direkt am Aa-Radweg, gearbeitet. Auf einer Länge von etwa 500 Metern ist ein natürlicher Verlauf der Aa wieder hergestellt worden. Gleichzeitig wurden einige Flächen dort tiefergelegt und eine Sekundäraue, also ein regelmäßig überflutetes Feuchtbiotop geschaffen. "Damit ist der Bereich hier nicht nur ökologisch aufgewertet worden, es ergeben sich so in dem Überschwemmungsgebiet gleichzeitig auch Hochwasserschutzeffekte", hob Landrat Dr. Kai Zwicker bei einem Ortstermin hervor. Das Projekt gehört zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie und wird zu einem Großteil aus Landesmitteln gefördert.

Im November 2018 begannen die Arbeiten an der Bocholter Aa, im April dieses Jahres wurden sie abgeschlossen. Die rund 1,75 Hektar große, kreiseigene Fläche entlang der Bocholter Aa lag zuvor brach. Insgesamt wurden rund 27.000 m³ Boden von dort abtransportiert. "Dadurch ist zusätzlicher Raum entstanden, den das Wasser im Überschwemmungsfall fluten kann", erläuterte Kordula Blickmann, Leiterin des Fachbereichs Natur und Umwelt des Kreises Borken. Der Großteil des Bodens wird nun verwendet, um die früheren Deponieflächen abzudecken.

Zur Renaturierung wurde neben der neugeschaffenen Sekundäraue, die natürlicherweise fast flächendeckend vorkommt, die bislang künstliche, steile Böschung abgeflacht und die Böschungsbefestigung am Nordufer entfernt. Insgesamt wurden rund 350 Wurzelstubben und Stämme, sogenanntes Totholz, in das Gewässer eingebracht. "Das dient als Strömungslenker und Strukturelement im Wasser. Wir schaffen dadurch einen besseren Lebensraum für die Fische und anderen Organismen im Gewässer", erläuterte Jessica Mach aus dem Fachbereich Natur und Umwelt.

Direkt an dem veränderten Bereich verläuft der Aa-Radweg. So wurde am Ufer eine Sitzgelegenheit geschaffen, in Kürze wird eine Informationstafel aufgestellt, die über die Renaturierung und die Europäische Wasserrahmenrichtlinie informiert. Entlang des Ufers steht zudem ein Pflanzstreifen für die Aktion "Kinderbaumallee Borken" der Stadt Borken zur Verfügung. Auch ein Blühstreifen soll dort noch eingesät werden. Die Kosten der Renaturierungsmaßnahme liegen bei rund 500.000 Euro. 80 Prozent davon werden aus Landesmitteln gefördert, die übrigen 20 Prozent trägt der Kreis Borken.

Zum Hintergrund: Europäische Wasserrahmenrichtlinie Mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) wird das Ziel verfolgt, den Zustand der Gewässer zu verbessern. So sollen sie möglichst naturnah fließen und Fischen, Krebsen oder Fischnährtieren einen passenden Lebensraum bieten. Fische sollen zudem wieder ungehindert von der Mündung bis ins Quellgebiet gelangen können. Der Kreis Borken arbeitet gemeinsam mit Kommunen, Wasser- und Bodenverbänden, Landwirtschaft, Anglern und Naturschützern an dieser Aufgabenstellung.

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