Hilfetelefon gegen Gewalt – speziell für Frauen

|   Gescher

Auch wenn der Valentinstag eigentlich ein Tag der unbeschwerten Liebe sein sollte, so sieht die Realität für viele - insbesondere für Frauen und Mädchen - anders aus. Laut Statistik der Vereinten Nationen erfährt jede Dritte in ihrem Leben Gewalt. Hinzu kommen der lang anhaltende Lockdown und die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Darauf weist Christiane Betting, die Gleichstellungsbeauftrage für die Stadt Gescher, hin.

In der Vergangenheit habe sich bereits gezeigt, dass sich das Ausmaß von geschlechtsspezifischer Gewalt in Krisensituationen erhöht. In der Corona-Krise erhöhe die Kombination aus wirtschaftlichen Schäden und sozialer Isolation die Gefahr häuslicher Gewalt. Frauen und Mädchen hätten aufgrund der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen im Zuge der Quarantäne-Maßnahmen nun weder die Möglichkeit, sich an Freund*innen oder Verwandte zu wenden noch Zuflucht in Frauenhäusern zu suchen und seien so gezwungen, bei ihren gewalttätigen Partnern zu bleiben.

„In Deutschland kommt eine repräsentative Studie der Technischen Universität München zu dem Ergebnis, dass 3 Prozent der Frauen in Deutschland in der Zeit der strengen Kontaktbeschränkungen im April Opfer von körperlicher Gewalt wurden, 3,6 Prozent wurden vergewaltigt oder zum Geschlechtsverkehr genötigt und 3,8 Prozent der Frauen fühlten sich bedroht. Waren die Frauen in Quarantäne oder hatten die Familien finanzielle Sorgen, lagen die Zahlen deutlich höher. Nur ein sehr kleiner Teil der betroffenen Frauen nutzte Hilfsangebote.“ So lauten die Erkenntnisse von UN WOMEN Deutschland zu den Auswirkungen der Corona Pandemie.

Eine kürzlich veröffentlichte Dunkelfeldstudie der Ministerien für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung sowie des Innern in Nordrhein-Westfalen hat ergeben, dass sich die nordrhein-westfälische Bevölkerung über Hilfsangebote im Durchschnitt eher weniger gut informiert fühlt.

Diese Tatsachen nimmt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gescher, Christiane Betting, zum Anlass, das Angebot des Hilfetelefons vorzustellen. Das Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen bietet an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr in 17 Sprachen kostenlos und anonyme Beratung. Dabei kann das Hilfsangebot per Telefon unter der kostenfreien Rufnummer 08000 116 016 oder auch per Chat bzw. Onlineberatung und in Gebärdensprache genutzt werden: www.hilfetelefon.de. Auch für Männer gibt es ein Hilfetelefon: 0800 0123 99 00 (www.maennerhilfe.de).

Die Nutzung des Hilfetelefons kann ein erster Schritt sein, sich selbst zu lieben. Ein Beratungsgespräch kann das erste „Nein“ zu Gewalt und zugleich ein „Ja“ für sich selbst sein. „Sich selbst zu lieben, ist der Beginn einer lebenslangen Romanze“, sagte einst der Schriftsteller Oscar Wilde (1854-1900). Es bedeutet, auf sich zu achten, sich zu respektieren und vor allem Grenzen zu setzen.

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