Hilfe für Familien mit Frühgeborenen

|   Ahaus

Am 17. November ist der weltweite Tag der zu früh geborenen Kinder. Claudia Mersmann, Fachbereichsleitung der Frühen Hilfen beim Sozialdienst katholischer Frauen, Dekanate Ahaus-Vreden e.V., ist es ein Anliegen auf diesen Tag und die dahinter liegende Problematik aufmerksam zu machen.

Große Belastung, viele Ängste

In ihrem Team arbeiten Familienhebammen, Familienkinderkrankenschwestern, sowie Sozialpädagoginnen und Sozialarbeiterinnen, die häufig diese "Frühchen"-Familien begleiten und unterstützen. Ein Kind, das zu früh auf die Welt kommt, bedeutet für die Familien eine große Belastung und ist mit vielen Ängsten gekoppelt.

Betreuung von Familien mit Frühgeborenen

Die Mitarbeiterinnen der „Morgensonne - Frühe Hilfe für Kinder“ betreuen in vielfältiger Weise Familien mit einem zu früh geborenen Kind. Eine Frühgeburt ist ein Baby, das vor der 37. Schwangerschaftswoche entbunden wurde. Je nachdem, wann sie auf die Welt gekommen sind, haben Neugeborene unterentwickelte Organe, die außerhalb der Gebärmutter möglicherweise nicht richtig funktionieren. Die Lunge ist oft nicht richtig ausgebildet und sehr früh geborene Kinder können gehäuft chronische Atemwegserkrankungen erleiden. Die unreifsten und kleinsten Frühgeburten unterliegen einem weitaus größeren Risiko für Entwicklungsstörungen.

Viele Nebenschauplätze müssen bespielt werden

Ein zu früher Start ins Leben ist für alle Beteiligten kein einfacher Start. Diese Kinder werden zum Teil beatmet, künstlich ernährt und werden teilweise lange von Geräten überwacht. Je nach Dauer des Krankenhausaufenthaltes kann dies zur absoluten Belastung für alle Familienmitglieder führen. Geschwisterkinder müssen eventuell noch betreut werden, Arbeitgeber von beiden Elternteilen müssen informiert werden und es muss geschaut werden, wie es mit der Arbeit überhaupt weiter gehen kann.

Manchmal sind die Kinderzimmer noch nicht eingerichtet und nicht alle Sachen wurden bereits angeschafft und in manchen Fällen stand der Name des Kindes noch nicht einmal fest. Neben den organisatorischen und finanziellen Sorgen, existieren zusätzlich noch die medizinischen Sorgen und Ängste. Die Frage, ob sich das Kind normal entwickeln wird, beschäftigt beide Elternteile. Es ist ein Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffen und Bangen.

Vielfältige Unterstützungsangebote

Die Mitarbeiterinnen der "Morgensonne" können vielfältige Unterstützungsangebote für die Familien anbieten. Je nach Wunsch und Bedarf der Familie verhelfen sie den Familien nach einem eventuellen langen Krankenhausaufenthalt zu einem guten Start zu Hause. Sie können über Behördengänge sowie weitere medizinische Untersuchungen aufklären, oder sie vermitteln an andere Stellen, wie Patenschaften, Frühförderungsstellen und andere individuelle passende Beratungseinrichtungen. In besonderen Fällen können auch Zuschüsse für die Fahrten zwischen Wohnort und Krankenhaus übernommen werden. Da die Kinder zum Teil Wochen oder sogar Monate im Krankenhaus liegen, können da schon finanzielle Engpässe entstehen.

Der Fachdienst der Frühen Hilfen ist aus den genannten Gründen auch auf Geldspenden angewiesen und freut sich auch über jede noch so kleine Spende. Den Dienst der „Morgensonne“ können Familien aus den Städten Ahaus, Vreden, Stadtlohn, Südlohn, Heek, Legden, Schöppingen und Gronau in Anspruch nehmen. Die Beratung ist kostenlos, anonym und konfessionslos. Die Mitarbeiterinnen erreichen Sie unter der Telefonnummer 02561/ 9523-95.

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