„Heute für morgen ausbilden“

|   Ahaus

„Heute für morgen ausbilden“. Diese Feststellung können Veronika Wißeling und Dorothea Oer vom Caritas Bildungszentrum für Pflege und Gesundheit in Wessum vollauf bestätigen. Beide begleiten Pflegefachkräfte, Pflegefachassistenten und qualifizieren Praxisanleiterinnen und -anleiter im Rahmen von Fort- und Weiterbildung.

Veronika Wißeling und Dorothea Oer sind Ansprechpartner und Lernbegleiter für die Pflegeauszubildenden in der Ausbildung, sowohl im theoretischen Teil, als auch in der Praxis. Zu den Aufgabenbereichen der Mitarbeiterinnen des Caritas Bildungszentrums gehören neben der Unterrichtstätigkeit auch: Individuelle Lernberatung, Vermittlung von berufspraktischen Inhalten und die fachliche Begleitung. Des Weiteren erfahren auch Praxisanleiter sowie die ausbildenden Pflegeeinrichtungen Unterstützung und Begleitung.

Praxisanleiter, das sind die Lehrer in der Praxis für die Pflegeauszubildenden. „Und wir sind Lehrerinnen in der Theorie“, erklärt Veronika Wißeling. Praxisanleiter benötigen eine pädagogische Kompetenz, um den Auszubildenden die praktischen Inhalte vermitteln zu können. „Dazu braucht es einen engen Austausch mit uns. Wir haben ja in der Theorie die Inhalte vermittelt, die in der Praxis umgesetzt werden sollen.“ Der Unterschied lässt sich auch so deutlich machen: „Hier haben wir mehr Zeit, um Notfallsituationen durchzudenken und Strategien zu entwickeln“, erklärt Dorothea Oer. „In der Praxis, im Berufsalltag, muss gehandelt werden.“ Gerade auch Pflegeauszubildende würden von einer engen Begleitung und „Rezepten“ profitieren, um vor Ort zurechtzukommen.

Dabei gilt nicht nur für Berufsstarter, sondern auch für erfahrene Praxisanleiter das „lebenslange Lernen“. Es gibt eine jährliche Pflicht zur Fortbildung von insgesamt 24 Stunden. „Wir versuchen, die Praxisanleiter in dieser Zeit auf den aktuellen Stand zu halten und Erfahrungen auszutauschen“, sagt Veronika Wißeling. Deutlich umfangreicher ist die berufspädagogische Weiterbildung zur Praxisanleitung. In insgesamt 300 Stunden werden die Lerneinheiten in drei Modulen, inklusive Hospitationstagen, vermittelt. Die Weiterbildung richtet sich an staatlich anerkannte Pflegefachkräfte mit zweijähriger Berufserfahrung. Beim Caritas Bildungszentrum in Wessum lernen sie, wie Anleitungsprozesse geplant und gestaltet werden, was bei der Beurteilung und Bewertung wichtig ist und wie sie mit kultureller Vielfalt bewusst umgehen. Als Leistungsnachweis ist eine schriftliche Hausarbeit, eine Klausur und eine praktische Prüfung zu erbringen. Die nächste Weiterbildung zur Praxisanleitung startete in Wessum Mitte Mai und schließt Mitte Dezember mit der Zertifikatsübergabe ab.

Die Rolle des Praxisanleiters hat durch das 2020 in Kraft getretene Pflegeberufegesetz eine enorme Aufwertung erfahren. Das Gesetz führte die drei bisherigen Ausbildungen in der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu einer generalistischen Pflegeausbildung und einem einheitlichen Ausbildungsberuf zusammen (Pflegefachmann/-frau). „Vor der Gesetzesänderung wurde die Praxisanleitung als Tätigkeit in der Pflegeausbildung nicht vergütet“, berichtet Dorothea Oer. Zwar waren auch schon damals Fortbildungen notwendig, „dafür wurden die Praxisanleiter im Bereich der Altenpflege aber nicht freigestellt“, nennt sie einen weiteren Unterschied. Seit 2020 gebe es eine Vergütung für Praxisanleitung. Auch die Weiterbildung werde nun finanziert. „Die Praxisanleiter und wir als Bildungszentrum können mit diesem finanziellen Background mehr Qualität liefern“, erläutert Veronika Wißeling

Auch die Corona-Pandemie hat für Veränderungen gesorgt: In kürzester Zeit haben sich die pädagogischen Mitarbeiter auf den Online-Unterricht und die Vermittlung von Inhalten vor der Webkamera eingestellt. Die Praxisanleiter-Fortbildung im Februar lief komplett digital. Mitarbeiterkonferenzen werden über „Teams“ geführt. Für die Pflegeauszubildenden steht zudem eine Lernplattform zur Verfügung.

Die acht hauptamtlichen pädagogischen Mitarbeiter des Bildungszentrums in Wessum tauschen sich regelmäßig mit ihren Kollegen der sieben anderen Bildungszentren des Caritas Bildungswerkes Ahaus aus. Weitere Standorte sind unter anderem in Rhede, Rheine und Dorsten. „Wir sind dezentral aufgestellt, aber entwickeln vieles gemeinsam, das macht unsere Stärke aus“, erklärt Veronika Wißeling. So können viele gute Erfahrungen gebündelt werden und beispielsweise in dem neuen Lehrplan zur Pflegefachassistenz einfließen. Die generalistische Ausbildung zur Pflegefachassistenz dauert ein Jahr und stellt ein neues Bildungsangebot dar. Angesprochen sind Personen jeden Alters. Einsatzorte in der Ausbildung sind stationäre Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste und Krankenhäuser. Für die Pflegefachassistenzausbildung wird ein Ausbildungsbetrieb benötigt. Das Angebot zur Ausbildung gibt es an allen Bildungszentren-Standorten des Caritas Bildungswerkes Ahaus.

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