„Herzlich, geschwisterlich und fröhlich“

|   Kreis Borken

Unter den Titeln „Grenzenlose Möglichkeiten – vom Holzschuh zu Hightech“ und „Im Westen ganz oben“ stellten sich die Kreisdekanate Borken und Steinfurt auf der Bühne an der Überwasserkirche den Besuchern des Katholikentags in Münster vor. Mit dabei war auch der Superintendent des Ev. Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken, Joachim Anicker.

Radio WMW-Moderatorin Jelena Roschulte begrüßte den Superintendenten zusammen mit Weihbischof Dr. Christoph Hegge, Kreisdechant Christoph Rensing und Landrat Dr. Kai Zwicker. Der Landrat des Kreises Borken sprach zunächst seinen Dank für die Arbeit der Kirchen aus und machte deutlich, dass der Staat die Aufgaben, die die Kirchen im diakonischen und karitativen Bereich übernehmen, gar nicht ausfüllen könne, „vor allem nicht so gut“.

Zum Stand der Ökumene konnte Anicker berichten, dass man auf vielen Gebieten seit Jahren ganz selbstverständlich erfolgreich zusammenarbeite, so z.B. im Bereich der Notfall- und Telefonseelsorge: „Die Menschen erwarten, dass wir als christliche Kirchen gemeinsam unterwegs sind.“ Er erlebe die Ökumene im Kreis Borken schon lange nicht mehr als Pflichtveranstaltung, sondern als „herzlich, geschwisterlich und fröhlich“. Dazu beigetragen haben auch die gemeinsamen Aktionen im Rahmen des Reformationsjubiläums im vergangenen Jahr. Die Reise zu den Lutherstätten und wichtigen katholischen Orten habe das gegenseitige Verständnis für die Glaubenstraditionen der jeweils anderen Konfession gestärkt. Als „Highlight“ wurden übereinstimmend die ökumenischen Neujahrsempfänge 2017 in Bocholt und Rheine bezeichnet. Kreisdechant Rensing machte deutlich, dass man auch in Zukunft weiter gemeinsam unterwegs sei – unter anderem am 10. November bei der „Ökumenischen Nacht der Kirchen“ im Münsterland und Tecklenburger Land.

Weihbischof Dr. Hegge stellte seine persönliche Sicht auf das Verhältnis der katholischen und evangelischen Kirche dar: „Ökumene ist mir wichtig, sie sollte der ganzen katholischen Kirche wichtig sein. Es ist die Aufgabe aller Bischöfe, sich dafür einzusetzen.“ Um das Thema Ökumene ging es im Anschluss auch bei der Talkrunde des Kreisdekanats Steinfurt, an der neben Superintendent Joachim Anicker Kreisdechant Markus Dördelmann und Landrat Dr. Klaus Effing teilnahmen.

„2017 hat etwas mit uns gemacht. Das Reformationsjubiläum hätte schwierig werden können, doch statt uns abzugrenzen, ist es gelungen, einen nachhaltigen gemeinsamen ökumenischen Akzent zu setzen, der Freude gemacht hat“, so Anicker im Rückblick. Auch Dördelmann ist sich sicher, dass es in Zukunft nur einen gemeinsamen Weg geben kann, denn „die Abgrenzung zwischen der katholischen und evangelischen Kirche versteht kein Mensch“. Man werde als eine Kirche wahrgenommen, die eine gemeinsame Botschaft vertritt.

Spontanen Applaus gab es für die Aussagen des Superintendenten und des Kreisdechanten zum Thema Abendmahl. „Es tut weh, dass wir noch immer ausgerechnet beim Abendmahl keine echte Gemeinschaft bilden können. Ich wünsche mir von Herzen, dass wir noch mit-erleben werden, dass dieses Problem gelöst wird“, so Anicker. Er sei zuversichtlich, so Dördelmann, dass das Leben einen Weg finde, auch wenn die Theologen diesen noch nicht im Blick hätten. Vor Ort werde das Problem bereits seit 25 individuell gelöst. „Die Theologie macht nicht das Leben – das Leben macht die Theologie“ ist sich Dördelmann sicher.

« Zurück zur Übersicht
Ein Angebot von