Heimatpreis des Kreises geht nach Asbeck

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Viele Vereine und Initiativen im Kreis Borken engagieren sich für lokale, regionale und kreisweite Besonderheiten. Sie bemühen sich, die Heimat zu bewahren und gleichzeitig Zukunft zu gestalten. Das Ehrenamt spielt im Kreisgebiet Borken eine wichtige Rolle. Um diese Aktivitäten noch mehr in den Fokus zu rücken, hat der Kreis Borken in diesem Jahr zum zweiten Mal einen Heimat-Preis ausgelobt – diesmal unter dem Titel "Heimat verbindet!".

Insgesamt 46 Bewerbungen gingen dazu beim Kreis Borken ein. Auf eine feierliche Preisverleihung musste angesichts der aktuellen Corona-Situation verzichtet werden – im Rahmen der letzten Kreistagssitzung dieses Jahres wurden die Preisträger nun öffentlich vorgestellt: Den ersten Platz belegte der Heimatverein Asbeck mit seinem Projekt "Die SKULPTURA, die Skulpturen-Route Asbeck". Den zweiten Platz erhielten die KAB St. Josef, der Heimatverein und der Bürgerschützenverein Ottenstein, Platz drei ging an den Verein Pro Barlo.

"Wir hier im Westmünsterland können schon immer auf etwas sehr stolz sein: Die Menschen hier in unserer Region stehen zusammen und setzen sich auf vielfältige Weise für das Gemeinwohl ein", hob Landrat Dr. Kai Zwicker hervor. "Wir haben sehr viele aktive Vereine und Gruppen im Kreisgebiet, die sich für unsere Region engagieren. Das hat sich auch zuletzt in diesen Krisen-Zeiten wieder gezeigt und es zeigt sich auch in den vielen bemerkenswerten und außergewöhnlichen Projekten, aus denen die Jury eine Wahl treffen musste." Dass nochmal mehr Bewerbungen eingingen als bei der Premiere des Preises 2019 zeige, wie positiv dieser Wettbewerb bei den Vereinen, Verbänden und Initiativen aufgenommen worden sei, fügte Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster, der auch der Jury angehörte, hinzu. "Ziel des Preises war und ist es, Projekte und nachahmenswerte Aktivitäten anzuerkennen, die die Menschen für lokale und regionale Besonderheiten begeistern, die die Heimat bewahren und die gleichzeitig Zukunft gestalten."

Grundlage des Heimat-Preises ist das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Landesprogramm "Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet.". So stellte das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW eine Fördersumme in Höhe von 10.000 Euro für den Heimat-Preis 2020 zur Verfügung.

Über den ersten Platz durfte sich der Heimatverein Asbeck e.V. für seine Bewerbung "Die SKULPTURA, die Skulpturen-Route-Asbeck, verbindet kulturelle Orte, Denkmäler, Kreuzwegstationen, Bildstöcke und modere Skulpturen/Kunstwerke auf einem Rundweg in der Natur" freuen. Der Heimatverein hat einen Rundgang zur Stadtgeschichte entwickelt, bei dem Kultur mitgedacht wurde. "Der Weg verbindet Natur und Kultur, Vergangenheit und Gegenwart sowie Heimat und Tour", stellte die Jury heraus. Durch regelmäßige Veränderungen ist die Route immer wieder neu erlebbar und ein digitales Angebot bietet zusätzliche Informationen an. "Dieses generationsüberschreitende Projekt trägt dazu bei, dass ein Kulturraum geschaffen wurde, der Einwohnern, Besuchern und Interessieren kostenlos und jederzeit zur Verfügung steht", so die Jury weiter. "Die Tour ist ein verbindendes Element, das Natur, Geschichte und Kultur im Wandel der Zeiten erlebbar macht." Der erste Platz erhielt 5.000 Euro und wird darüber hinaus für den Landeswettbewerb gemeldet.

Den zweiten Platz vergab die Jury an die Initative der KAB St. Josef Ottenstein, Heimatverein Ottenstein und Bürgerschützenverein Ottenstein für die "Erhaltung und Pflege des Naturschutzgebiets ‚Wacholderheide Hörsteloe‘ in Ottenstein und Alstätte". Die Initiative kümmert sich intensiv um das Naturschutzgebiet "Wacholderheide Hörsteloe", einem Rest der im Laufe von Jahrhunderten durch die Heidewirtschaft entstandenen Kulturlandschaft Heide mit charakteristischen Wacholderbeständen, Zwergstrauchheiden und Sandmagerrasen. Mit Hilfe der Dorfbewohnerinnen und -bewohner konnten die Naturschutzflächen erfolgreich wiederhergestellt und verschiedene geschützte und teils bereits verschollene Arten angesiedelt werden. "Naturschutz wird gemeinsam gedacht und gelebt. Aufgrund der bereits jahrzehntelangen Tradition des gemeinsamen Arbeitens mit und in der Natur hat sich das Gebiet zu einer Vorzeigefläche für eine typisch historische ‚Kulturlandschaft‘ entwickelt, wie es sie im Kreis Borken vor der Einführung des Kunstdüngers gab", erläuterte die Jury dazu. Als Anerkennung erhält die Initiative 3.000 Euro.

Platz drei ging an den Verein Pro Barlo e.V. für seine Bewerbung "Erhaltung und Förderung von Heimatpflege, Heimatkunde und kultureller Betätigung von Vereinen und Verbänden im Bocholter Ortsteil Barlo". Pro Barlo hat sich gegründet, um die Aktivitäten der verschiedenen Gruppierungen und Vereine Barlos zu bündeln und den Zusammenhalt der Bevölkerung zu stärken. Aufgrund dieser Innovation und des bereits langjährigen Engagements können auch größere und ausgefallene Aktionen durchgeführt werden. "Es wird ein ‚WIR‘ in Barlo gelebt", sagte die Jury zu ihrer Entscheidung. "Ihr moderner Ansatz zeigt sich auch durch ihre Netzpräsenz über Website und App – der gemeinsame Weg in die Zukunft ist geebnet." Pro Barlo durfte sich über 2.000 Euro Preisgeld freuen.

Alle weiteren Institutionen und Vereine, die sich für den Heimat-Preis beworben hatten, erhalten als Anerkennung ihrer Arbeit 100 Euro. Die Sparkasse Westmünsterland übernimmt diese finanzielle Förderung. "Damit sind auch wirklich alle Beteiligten Gewinner – und Sie alle haben das verdient!", betonte der Landrat.

Da in diesem Jahr keine Preisübergabe möglich war, gibt es auch ein kurzes Video zur Vergabe des Heimat-Preises 2020 unter dem Motto "Heimat verbindet", das unter folgendem Link www.kreis-borken.de abrufbar ist.

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