Gesundheitsschutz geht vor: Vredener Kirmes abgesagt

|   Vreden

Die Vredener Kirmes wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Formal wird dies zwar erst der Rat am 28. Mai beschließen, doch hat in den letzten Tagen schon eine informelle Abstimmung mit eindeutigem Ergebnis stattgefunden: Neben Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch und Marktmeister Jan Wenning befürworten auch alle Fraktionen des Vredener Rates die Absage, wie Heinz Gewering (CDU), Reinhard Laurich (SPD), Gerd Welper (Grüne), Elmar Kampshoff (UWG) und Hendrik Mulder (FDP) mitteilen. Damit herrscht nun Klarheit hinsichtlich des wichtigsten Vredener Volksfestes.

Leicht gemacht haben sich alle Verantwortlichen diese Entscheidung nicht: Die Vredener Kirmes hat für die Bevölkerung, die heimische Gastronomie und auch für auswärtige Gäste eine sehr große Bedeutung. Alle Beteiligten bedauern die Absage deshalb zutiefst; sie ist aber notwendig, um dem Gesundheitsschutz und der Planungssicherheit gerecht zu werden. Die Bedeutung der Absage wird auch daran deutlich, dass seit dem Wiederbeginn der Kirmes nach dem Zweiten Weltkrieg bisher erst einmal auf deren Durchführung verzichtet wurde. Dies geschah 1952 im Jahr des Stadtjubiläums, um der Ausbreitung der Kinderlähmung entgegenzuwirken – dadurch gibt es durchaus eine Parallele zur aktuellen Corona-bedingten Absage. Die Vredener Kirmes würde vom 5. bis 7. September stattfinden, läge also direkt hinter dem im Bund-Länder-Beschluss genannten 31. August, bis zu dem mindestens keine Großveranstaltungen stattfinden werden. Die jetzige Absage nimmt ernst, dass diese Frist verlängert werden kann und schafft damit – anders als bei einer kurzfristigeren Absage – Planungssicherheit für alle Betroffenen, die sich nun organisatorisch und wirtschaftlich darauf einstellen können, dass die Kirmes nicht stattfindet.

Auch jenseits formaler Fristen wird zudem nach dem 31. August die Pandemie nicht abgeschlossen sein. Gerade die Kirmes führt durch Attraktionen, Gedränge, Geselligkeit, Alkoholkonsum und herausfordernde hygienische Umstände zu einer erheblichen Infektionsgefahr, die aktuell vermieden werden sollte. Schließlich haben z. B. die Karnevalsveranstaltungen maßgeblich zur Verbreitung des Virus in Deutschland beigetragen. Die Kirmes soll nicht zu einer solchen Infektionsquelle werden. Auch sonstige Großveranstaltungen werden deswegen abgesagt, teilweise auch noch später im Jahr. Dies betrifft überregional bspw. das Oktoberfest in München oder regional die Rheder Kirmes. Schützenfeste werden ebenfalls nicht stattfinden.

Berücksichtigt wurde bei der Entscheidung für die Absage auch, dass selbst bei einer Nicht-Absage eine Vredener Kirmes in 2020 nicht so ablaufen könnte wie gewohnt: Viele Menschen würden aus Infektions-Sorge von vornherein nicht teilnehmen. Die anderen müssten wahrscheinlich Abstände und Hygiene-Maßnahmen beachten, die nicht zu einer Kirmes passen. Ein echtes Kirmes-Gefühl käme so nicht auf.

Bürgermeister Dr. Holtwisch: "Sie können mir glauben, dass ich in meinem letzten Jahr als Bürgermeister sehr gerne noch einmal die Kirmes eröffnet hätte. Letztlich ist es angesichts der Gesamtlage aber konsequent, in diesem Jahr auf die Kirmes zu verzichten und im nächsten Jahr hoffentlich wieder richtig durchzustarten. Ich bin sehr dankbar, dass die Vredener Politik einhellig diesen verantwortungsvollen Kurs eingeschlagen hat, auch wenn wir alle natürlich über die Absage traurig sind."

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