Gemeinsame Vision von mehr Chancengerechtigkeit

|   Kreis Borken

„Wir unterstützen Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und ihre Familien bei der Gestaltung ihrer individuellen Bildungsbiographien, damit alle dieselben Chancen haben“. So lautete eine der Selbstverpflichtungen aller Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie des Landrates, die sie mit der „Gemeinsamen Erklärung zum gelingenden Aufwachsen und lebenslangen Lernen“ verbindlich unterzeichnet haben. Auf Einladung von Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr gründeten nun rund 50 Fachkräfte aus den Bereichen Integration, Jugendhilfe, Bildung, Gesundheit und Politik gemeinsam mit Ehrenamtlichen das „Netzwerk Chancengerechtigkeit“, um diese gemeinsame Erklärung kreisweit umzusetzen – und um konkrete Strategien zu entwickeln, wie die formulierten Ziele erreicht werden können.

Am Vormittag der Auftaktveranstaltung, die in der Kolpingbildungsstätte in Coesfeld stattfand, informierte die gemeinsame Koordinierungsstelle des Kreises Coesfeld, bestehend aus Jugendamt, Kommunalem Integrationszentrum (KI) und Jobcenter, über aktuelle Initiativen des Bundes und des Landes NRW. Im Kern verfolgen die drei Initiativen „Frühe Hilfen“, „Kommunale Präventionsketten“ und „Gemeinsam klappt’s“ nämlich dieselbe Zielsetzung: Gleiche Startbedingungen für Kinder, Jugendliche und Familien zu sichern und Bildungsübergänge erfolgreich zu gestalten. „Hierbei erkennen wir an, dass jeder Mensch unterschiedliche Voraussetzungen mitbringt und somit einen individuellen Unterstützungsbedarf hat“, fasst KI-Leiter Bodo Dreier die Intention der ämterübergreifenden Koordinierungsstelle zusammen. „Wir wollen mit der ämterübergreifenden Zusammenarbeit innerhalb der Kreisverwaltung mit gutem Beispiel vorangehen und zum Abbau einer starren Versäulung unter den Abteilungen beitragen“, erläutert Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr das innovative Vorgehen in seinem Haus.

Langfristig den Perspektivwechsel aus dem Blick der Kinder, Jugendlichen und Familien hinzubekommen, ist das Ziel des neugegründeten Netzwerkes. „Hierbei geht es uns nicht darum, neue Netzwerke zu schaffen, sondern Synergien zu nutzen und auf bestehende Strukturen aufzubauen“, betont Bernd Tübing, der als Leiter des Kreisjugendamtes für die „Frühen Hilfen“ und den Ausbau der „Kommunalen Präventionskette“ verantwortlich zeichnet. Nachdem sich die Mitglieder des Netzwerks am Vormittag mit dem Begriff Chancengerechtigkeit und den Zielen ihrer täglichen Arbeit auseinandergesetzt haben, ging es am Nachmittag in Arbeitsgruppen weiter. Die Arbeitsgruppen „Lotsen und Case-Management“, „Zugänge und Zielgruppe“ sowie „vernetzte Angebote“ werden sich von nun an regelmäßig treffen und gemeinsame Handlungsempfehlungen für die Praxis erarbeiten.

Zukünftig nicht mehr an drei verschiedenen Netzwerktreffen teilnehmen zu müssen, sondern alle Informationen bei einer kreisweiten Veranstaltung austauschen zu können, erleichtere die Arbeit ungemein – da waren sich am Ende der Veranstaltung alle einig und freuten sich bereits auf das nächste Treffen im September.

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