Garten der Ruhe entsteht in Vreden

|   Vreden

Nach Abschluss der umfangreichen Maßnahmen lohnt sich ein Besuch im Garten der Ruhe, dem alten Friedhof an der Ostendarper Straße/Schabbecke. Parkähnlich aber dennoch ein Ort der Ruhe und des Gedenkens – so könnte der alte Friedhof kurz beschrieben werden. Mit den sanierten Wegen, den Rasenflächen und sehr alten Baumbeständen, den Grab- und Gedenkstätten lädt der Garten der Ruhe zum Besuchen und Verweilen, Erinnern und Gedenken ein. Insbesondere jetzt, nach Abschluss der Baumaßnahmen, ist es ein ganz besonderer Ort direkt am Rand der Innenstadt geworden. Hermann Pennekamp und Klaus Ostendorf vom Vorstand der Bürgerstiftung Vreden erläuterten den Vertretern der Stadt Vreden die verschiedenen durchgeführten Maßnahmen.

Die große Toranlage wurde saniert, ein neuer Eingang von der Ostendarper Straße her angelegt und vier neue Bänke aufgestellt. Einige schutzwürdige Grabmäler wurden saniert und wieder aufgestellt, so zum Beispiel das Grab des Vredener Hausarztes Aloys Cohaus, Vater des Textilfabrikanten Cohaus. Dieser 113 Jahre alter Grabstein sei ebenso wie die Grabstelle des Pfarrers Anton Tappehorn von geschichtlicher Bedeutung, so Hermann Pennekamp bei dem Rundgang über das Gelände. Auf den alten Grabsteinen wurden häufig die Berufsbezeichnungen mit angegeben, so zum Beispiel beim Ciseleur (Schnitzer) Degener, dessen Grabstein aus dem hier sehr seltenen Weser Sandstein besteht. Einige der alten Grabstätten wurden nicht verändert. Die Umgestaltungen wurden in Absprache mit den Angehörigen und Nutzungsberechtigten vorgenommen. Die Kreuzigungsgruppe mit den dazugehörigen Priestergräben wurde von der Bürgerstiftung saniert und ist nun wieder ein besonderer Blickpunkt am Ende des Weges vom Haupteingang aus. Auch die seinerzeit viel diskutierte Verlegung des Kriegerehrenmals wurde von den Beteiligten des Ortstermins nochmals in Erinnerung gerufen und festgestellt, wie harmonisch sich das Ehrenmal in die Gesamtanlage einfügt.

Wege wurden saniert, abgestorbene Bäume mussten gefällt werden, die Feldahorn-Baumallee wurde erweitert, die Hecke teilweise neu angepflanzt, ausgebessert und großflächig zurückgeschnitten. Bei den Neuanpflanzungen sei es gerade im ersten Standjahr besonders wichtig, gut zu wässern, so Hermann Pennekamp. Dies würde in diesem Jahr durch die Bürgerstiftung erfolgen, teilweise auch in Zusammenarbeit mit einzelnen Nachbarn des Friedhofes.

 Auch nach Abschluss der gesamten Maßnahmen werde man nie ganz fertig sein, ständig ändere sich etwas und eine entsprechende Pflege sei wichtig. Hierbei sprach Hermann Pennekamp das Thema Beetpatenschaften an. "Wir suchen Personen, die die Pflege von einigen der sanierten Grabstellen übernehmen möchten, die im Sommer regelmäßig gießen und Unkraut zupfen. Weitere Arbeiten wie Pflanzen oder Schneiden brauchen nicht durchgeführt zu werden." Interessenten können sich am städtischen Bauhof bei Martin Terbrack melden.

Die Bürgerstiftung kümmert sich bereits seit 12 Jahren um den alten Friedhof in Vreden und hat dafür eine Förderung aus dem Heimatprogramm des Landes NRW erhalten. Insgesamt 104.000 Euro Förderung wurden bewilligt. In diesem Herbst wird die Maßnahme abgeschlossen sein und damit geht die Pflege und Betreuung der Anlage wieder zurück in die Verantwortung der Stadt.

"Der Garten der Ruhe ist ein sehr schöner und besonderer Ort geworden und dies ist dem großen Engagement und Arbeitseinsatz der Bürgerstiftung zu verdanken", so Erster Beigeordneter Bernd Kemper. Die Bürgerstiftung plane zum Denkmaltag am 13. September Führungen durch den Garten der Ruhe anzubieten, berichteten Klaus Ostendorf und Hermann Pennekamp zum Abschluss der Begehung.

« Zurück zur Übersicht
Ein Angebot von