Für Schwerbehinderte eine Zukunft geschaffen

|   Kreis Borken

Eine neue Arbeitsstelle zu finden, ist bei der aktuellen Arbeitsmarktlage deutlich leichter als noch vor einigen Jahren. Trotzdem gibt es Personengruppen, die es immer noch sehr schwer haben, in einem Job Fuß zu fassen. Besonders für Menschen mit mehrfachen Behinderungen, starken gesundheitlichen Einschränkungen oder anderen sogenannten Vermittlungshemmnissen bleibt ein Arbeitsplatz oft nur ein Traum. Mithilfe des Projektes „Regionale Fachkräftesicherung durch Inklusion“ konnten aber 44 Betroffene neuen Mut schöpfen.

„Viele Teilnehmer waren bereits lange arbeitslos, manche länger als zehn Jahre“, berichtet Thorsten Gräbedünkel, Projektberater von der Kreishandwerkerschaft zum Abschluss des seit August 2015 laufenden Projektes. Im Auftrag der Agentur für Arbeit Coesfeld und der Jobcenter der Kreise Borken und Coesfeld hat die Kreishandwerkerschaft sich in den vergangenen drei Jahren intensiv um berufliche Integration von Schwerbehinderten in der Region gekümmert. Mit im Boot waren mit Beratungsexperten auch die Berufsbildungsstätte Westmünsterland und die Handwerksbildungsstätten.

Für Gräbedünkel und seine Kollegen ging es im Gespräch mit den Teilnehmern oftmals erst einmal darum, einen Überblick über die gesundheitlichen Einschränkungen zu bekommen, um zukünftige Arbeitsfelder finden zu können. „Wir hatten dabei mit den verschiedensten Behinderungsfacetten zu tun“, berichtet er. In einigen Fällen seien gleich mehrere unterschiedliche Einschränkungen zusammengekommen. Die damit verbundenen persönlichen Schicksale seien ihm und seinen Mitstreitern häufig sehr nahegegangen. Durch die vielen Gespräche, die die Berater aus den drei Bildungsträgern mit den Teilnehmern geführt haben, entstand nach und nach ein Vertrauensverhältnis: Aus Sicht der Berater, eine grundlegende Voraussetzung, um gemeinsam neue berufliche Wege anzugehen.

Und so konnten 39 Teilnehmer in eine sozialversicherungspflichtige und 5 in eine geringfügige Beschäftigung vermittelt werden. Aus Sicht der Agentur für Arbeit und der beiden Jobcenter ist das ein sehr positives Ergebnis, denn viele Teilnehmer hatten vorher schon lange vergeblich versucht, eine Arbeitsstelle zu finden. „Der Weg zum Erfolg war nicht immer leicht“, wie Gräbedünkel erzählt: „Um passende Stellen für die Teilnehmer zu finden, haben wir immerhin mit weit über 600 Arbeitgebern Kontakt aufgenommen.  In vielen Fällen haben wir ein Probearbeiten vereinbart, Fördermöglichkeiten besprochen oder Arbeitgeber darüber informiert, wie ein Arbeitsplatz behindertengerecht gestaltet werden kann.“

Dennoch konnten nicht alle Projektteilnehmer erfolgreich untergebracht werden, wie Gräbedünkel einräumt: „Manchmal kamen bei den Teilnehmern weitere Krankheiten hinzu, sodass eine Arbeitsaufnahme nicht möglich war“, erklärt er.

Zum Ende des Projektes zeigt sich der Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld, Johann Meiners, dennoch zufrieden: „Ich betrachte das Projekt als großen Erfolg. Immerhin haben 44 Menschen eine neue berufliche Chance erhalten“, betont Meiners.  Er ist sich mit Susanne Lökes, vom Jobcenter des Kreis Borken, einig: „Wir sollten gemeinsam darüber nachdenken, wie wir die gemachten Erfahrungen auch in Zukunft nutzen können.“ Eckhard Schwoch, vom Jobcenter im Kreis Coesfeld hält eine weitere Zusammenarbeit ebenfalls für wichtig: „Der Erfolg zeigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Diesen sollten wir auch nach dem Projekt weitergehen.“

Das Projekt wurde durch das BMAS Sonderprogramm „Inklusionsinitiative für Ausbildung und Beschäftigung“ gefördert. Die Agentur für Arbeit Coesfeld und die Jobcenter der Kreise Borken und Coesfeld beauftragten mit der lokalen Durchführung des Projektes die Kreishandwerkerschaft Borken, die Berufsbildungsstätte Westmünsterland und die Handwerksbildungsstätten.

 

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