Für Entlassschüler gehen neue Türen auf

|   Ahaus

Das Berufskolleg Canisiusstift Ahaus verabschiedete seine 214 Absolventen am Donnerstag,  Freitag und Samstag letzter Woche in drei einzelnen Abschlussveranstaltungen. Mit der Klasse AHK 13 wurden auch die letzten 20 Schüler/innen des Abiturbildungsganges mit den Leistungskursen Kunst und Englisch des Berufskollegs verabschiedet. Die Abschlussveranstaltungen standen in diesem Jahr unter dem Motto „ … und immer geht ´ne neue Tür auf, irgendwo …. , Leben ist Veränderung“. Wie in den Jahren zuvor feierten die Absolventen gemeinsam mit ihren Angehörigen, ihren Lehrern/Lehrerinnen und der Schulleitung die heilige Messe in der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt in Ahaus. Schwester Maria Manuela Gockel überreichte als Schulleiterin in den anschließenden Feiern mit den jeweiligen Klassenlehrer/innen die Abschlusszeugnisse.

Zu Beginn der Feiern beglückwünschte Schwester Maria Manuela Gockel alle Absolventen ganz herzlich zu ihrem Abschluss und dankte allen, die die Feiern vorbereitet hatten, mitwirkten und sich engagiert hatten, dass die Abschlüsse gelingen konnten. In ihrer Ansprache ging sie dann besonders auf das Motto der Abschlussfeiern „ … und immer geht ´ne neue Tür auf, irgendwo …. , Leben ist Veränderung“ ein und erinnerte daran, dass die Ordensgemeinschaft der Schwestern der heiligen Maria Postel nun schon seit über 120 Jahren in Ahaus eine pädagogische Einrichtung betreiben, das heutige Berufskolleg Canisiusstift Ahaus. Die Schultüre habe in dieser Zeit nie stillgestanden. Sie rechnete vor, dass die Schultüre von jedem Schüler/jeder Schülerin in zwei Schuljahren ca. 800 Mal und in drei Schuljahren 1200 Mal geöffnet werde. Nun sei die schulische Ausbildung beendet und damit die Türe scheinbar zu. Dem sei aber nicht so. Zu zahlreichen Veranstaltungen würde die Schultüre von Ehemaligen geöffnet, weil man sich immer willkommen wisse und die Türe immer offen sei.

Gleichwohl wäre es nach dem Schulabschluss selbstverständlich, neue Türen zu suchen, zu öffnen und nach neuen Perspektiven Ausschau zu halten. Vielleicht sei schon die richtige Türe gefunden worden, vielleicht suchten auch noch einige nach der passenden Tür, vielleicht trauten sich einige auch noch nicht, die eine oder andere zu öffnen. Das Suchen gehöre zum Leben dazu wie Erfolg, Glück und Gelingen. Sie wünschte den Absolventen die Chance auf neue Möglichkeiten, dass hinter den Türen eine Hand sei, die ihnen gereicht werde. Zum Abschluss zitierte sie Paul Roth: „Du kannst dir nicht ein Leben lang alle Türen offen halten, um keine Chance zu verpassen. Auch wer durch keine Türe geht und keinen Schritt nach vorne tut, dem fallen Jahr für Jahr die Türen eine nach der anderen zu. Wer selber leben will, der muss entscheiden: Ja oder Nein. … Ein jedes JA - auch überdacht, geprüft -  ist zugleich Wagnis und verlangt ein Ziel. Das aber ist die erste aller Fragen: Wie heißt das Ziel, an dem ich messe Ja und Nein? Und: Wofür will ich leben?“

In ihrem Grußworten bedankten sich die Schulpflegschaftsvorsitzenden Anne Herker-Orthaus und Hartmut Hangen im Namen der Eltern bei der Schulleitung, den Lehrerinnen und Lehrern sowie den Mitarbeiter/innen, die die  Absolventen bis zu ihren Abschlüssen begleitet haben. Ihre Glückwünsche verbanden sie mit der Aufforderung, für Veränderungen offen zu sein, vor verschlossenen Türen nicht zu resignieren und auch mal, wenn es nicht anders ginge, nach einem Hintertürchen zu suchen, das doch noch direkt zu Ziel führe. Dazu erinnerten sie die Absolventen im Sinne von J. W. Goethe an die Weisheit: „Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“ Wurzeln hätten sie nun erhalten und sollten sie pflegen und in Erinnerung halten, ihre gewachsenen Flügel sollten sie gemäß ihrer Talente nutzen.

 

Die beiden Schülersprecher Christin Lesker, AHE 13, und Robin Stapelbroek, FSP O 1, beglückwünschten alle im Namen der Schülerschaft, dankten gleichzeitig Schulleitung, Lehrer/innen und allen Mitarbeitern des Berufskollegs für die vergangenen Schuljahre. Dabei kamen die Lehrer/innen der FOS in einem lustigen Film, von den Schüler/innen gedreht, selbst zu Wort.

Viel Beifall gab es für Lene Horstmann, AHE 12 A, am Flügel begleitet von Sofie Schepers, die „Time of our Lives“ von Tyron Wells und „A Million Dreams“ von Ben King sang, und Isabel Klöpper für das Klavierstück „November“ von Wolfgang Fuchs. Linus Hemker,  AHK 13, am Flügel begleitet von Michael Jürgens, begeisterte mit seinen Interpretationen der Songs „Stand by me“ (Ben E. King) und „Clocks“ (Cold Play).

Die Schüler/innen der FSPU führten unter der Leitung ihrer Lehrerin Marietta Richter das Stabfigurenstück „Oma Ernas Kaffeeklatsch“ auf, bei dem das Publikum viel zum Lachen hatte. Oma Erna und ihre beiden Freundinnen hatten da ihre ganz eigenen Meinungen zum heutigen Schulwesen. Die Schüler/innen der AHS Sport 11 hatten mit ihrem Klassenlehrer Guido Austrup eine dynamische Tanzperformance unter dem Titel „Wafostyle“ einstudiert, für die es schon gleich zu Beginn ordentlichen Zwischenapplaus gab. Sechs Schülerinnen und Schüler der AHE 11 A trugen ihre „Spoken-Word-Beiträge zum Thema Türen“ vor, die sie unter Anregung ihrer Lehrerin Nina Werpers verfasst hatten. In zahlreichen Alltagserlebnissen aus dem Schüleralltag fanden die Zuhörer sich wieder und bedachten die Beiträge mit lang anhaltendem Applaus.

Zum Abschluss lud Schwester Maria Manuela Gockel zum traditionellen Sektumtrunk, bei dem schon die Vorfreude auf die Aufschlussfeiern an den folgenden Abenden zu spüren war.

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