Für ein Schuljahr herrschte spanisches Flair am bklm

|   Ahaus

Neun Monate bereicherte die Fremdsprachassistentin Ahinoa Rodríguez González aus Granada den Spanischunterricht am bklm. Frau Rodríguez González (21) hat moderne Fremdsprachen und Literatur (Deutsch und Russisch) an der Universität Granada studiert.

Die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums haben diese Begleitung genossen, da mit dem regelmäßigen Kontakt die Hemmschwelle Spanisch zu sprechen verschwunden ist. „Mit ihr haben wir die Chance bekommen, Spanien besser kennenzulernen. Natürlich besteht eine große Sprachbarriere, welche uns anfangs vor große Herausforderungen gestellt hat. Doch mit ihrer Hilfe haben wir gelernt, uns auf Spanisch besser zu verständigen. Somit ist der Austausch mit ihr ein voller Erfolg für alle Seiten“, so zwei Schülerinnen aus der SHR 12.

„Es hat mir viel Spaß gemacht und ich habe mit Schülern in kleinen Gruppen geübt, dort half ich ihnen bei ihren Ausarbeitungen oder erkläre bestimmte Themen, die sie über mein Heimatland studiert haben“, so Ahinoa.

Die Spanischlehrerin Vera Oettigmann: „Es war toll, Ahinoa im Unterricht dabei zu haben. Sie hat ganz neue Perspektiven in den Unterricht eingebracht und unterstützte mich im Unterricht, indem sie z.B. mit kleinen Gruppen Kommunikationsübungen durchführte oder spielerisch neu gelernte Grammatiken einübte. Die SHR 12 hat auch in diesem Jahr ein Video über das BKLM auf Spanisch produziert, wobei Ahinoa sie unterstützte. Auch bei den beiden 13er-Klassen, die in ihrem letzten Jahr über das Thema „Jugend in Spanien und Deutschland“ sprachen, war Ahinoas Sichtweise eine Bereicherung, weil die Lernenden viel über das Leben als Jugendliche/r in Spanien erfragen konnten.“

Spannende Einblicke in das deutsche Schulsystem

„Ich habe festgestellt, dass das Schulsystem in Deutschland sehr unterschiedlich zu dem in Spanien ist. In Spanien besteht Schulpflicht bis zum Alter von 16 Jahren und bis dahin können sie sich nicht für eine Berufsausbildung entscheiden. In Deutschland ist eine Berufsausbildung sehr beliebt, auch bevor man ein Studium beginnen möchte. Das war mir ganz neu“, so Ahinoa.

„Das Verhältnis ist hier zwischen Schülern und Lehrern sehr entspannt und freundschaftlich, aber auch sehr respektvoll. In Spanien sprechen wir uns normalerweise mit dem Vornamen an. Ich finde den Sprachunterricht sehr praktisch und konversationsorientiert, und bin auch sehr beeindruckt davon, wie vielfältig die Themen sind, die sie lernen. Gerade mit den fortgeschrittenen Schülern beschäftigen wir uns mit Themen anhand von Originaltexten, und das finde ich sehr interessant, da sie frei wählen können, über welche Themen sie sprechen möchten“, so die Fremdsprachenassistentin.

Linda Belau, Referendarin am bklm: „Ich schätze es sehr, dass Ahinoa den Schüler*innen so viele interkulturelle Aspekte authentisch nahebringen kann, wenn es um typisch spanische Dinge geht. Außerdem ist es sehr gewinnbringend, dass wir gemeinsam unterrichten können und sie in den Gruppenarbeitsphasen auf Spanisch kommuniziert.“

Ahinoa Rodríguez González leitet eine Arbeitsgemeinschaft im Beruflichen Gymnasium, in der die Lernenden nicht nur sprachliche Kenntnisse erwerben, um auf Spanisch zu kommunizieren, sondern auch landeskundliche Themen bearbeiten und etwas über spanische Literatur erfahren.

"Es war eine bereichernde Zeit und wir verabschieden uns schweren Herzens von unserer Fremdsprachenassistentin und sagen Danke", so das bklm.

Wer sind Fremdsprachenassistentinnen eigentlich?

Fremdsprachenassistentinnen sind Studierende aus dem Ausland – in unserem Fall aus Spanien – die das Bachelorstudium abgeschlossen haben und nun für eine Zeit nach Deutschland kommen. Fremdsprachenassistentinnen verbringen eine Zeit an Schulen im Ausland, um im Fremdsprachenunterricht zu assistieren. Sie haben so die Möglichkeit, Berufserfahrung zu sammeln, sich in Methodik und Didaktik weiterzubilden und ihre eigenen Fremdsprachenkenntnisse zu erweitern.

Wie wird das organisiert?

In Deutschland organisiert in erster Linie der Pädagogische Austauschdienst (PAD) den Austausch von Fremdsprachenassistenten. Auch wer in Deutschland studiert, kann eine Zeit als Fremdsprachenassistent*in im Ausland verbringen und an den dortigen Schulen Deutsch als Fremdsprache unterrichten und die Lehrkräfte an den Gastschulen in deren Unterricht unterstützen. Auch das wird vom PAD organisiert. Die Schulen kümmern sich um die Organisation des Unterrichts, helfen bei Wohnungssuche und bei allen formalen Angelegenheiten im Gastland.

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