Franziskaner-Orden löst Schwesternkonvent auf

|   Vreden

Die Entscheidung, dass der Schwesternkonvent der Franziskanerinnen am St. Marien-Hospital Vreden geschlossen wird, löste bei den Schwestern, aber auch bei Verantwortlichen und Mitarbeitern des Krankenhauses tiefe Bestürzung aus. Über 165 Jahre Tradition endeten nun unwiderruflich. Die beiden Schwestern Simone und Maris, die bis zuletzt im Haus aktiv waren, wurden in einer Feierstunde verabschiedet. Viele Weggefährten, Freunde und enge Vertraute waren anwesend und ließen die vergangenen Jahre noch einmal gemeinsam Revue passieren.

„Sie, liebe Schwestern, sind Urgesteine der Historie des Vredener Krankenhauses und damit fällt es Ihnen, aber auch uns ganz besonders schwer die Entscheidung von oberster Stelle Ihres Ordens zu akzeptieren“, betont Holger Winter als Geschäftsführer des St. Marien-Krankenhauses Ahaus-Stadtlohn-Vreden den schmerzlichen Verlust und ergänzt „wir werden Sie niemals vergessen“. Während der Feierstunde machten Winter und weitere Weggefährten deutlich, wie wichtig das Wirken der beiden Schwestern bei Patienten und Mitarbeitern war.

Schwester Simone hat als Oberin des Konvents gearbeitet und war unter anderem auch Leiterin der Krankenhaus-Bücherei, die vielen als nicht wegzudenkende „Kraft-Oase“ diente. Durch gute Gespräche hat sie oftmals mut- und kraftlose Menschen wieder aufgebaut. Eine positive und unnachahmliche Präsenz verkörperte auch Schwester Maris, die immer ein offenes Ohr für Probleme jeglicher Art hatte. Sie war der haltgebende „Eckpfeiler“ in der Krankenhaus-Seelsorge. Sie nahm sich der körperlichen und seelischen Leiden sämtlicher Bezugspersonen der Einrichtung an und trug dadurch vielfach zum Genesungsprozess bei. Außerdem kümmerte sie sich als Küsterin liebevoll um die Sakristei und die Kapelle und machte durch ihre Arbeit viele Gottesdienste zu feierlichen Ereignissen. Während der Feierstunde bekamen beide scheidenden Schwestern viel Lob und Dank in den höchsten Tönen und die besten Wünsche für den neuen Lebensabschnitt.

Die Pionierdamen des Schwesternkonvents der Franziskanerinnen im damaligen Vredener „Hospital zur Schmerzhaften Mutter“ traten am 21. März 1854 ihren Dienst an. Es waren Schwester Caecilia, Schwester Pudentiana und Schwester Walburga. Früher wie heute hat bei den Franziskaner-Schwestern der selbstlose Einsatz für den Menschen oberste Priorität.

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