Fenster auf statt Lüftungsgerät

|   Gescher

Vor dem Hintergrund einer möglichen Übertragung des Corona-Virus über Aerosole in Klassenräumen diskutierte der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Gescher jetzt über die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten, um virushaltige Aerosolpartikel aus der Luft zu filtern.
Die Verwaltung stellte dar, dass nach übereinstimmender Einschätzung fachlicher Empfehlungen das infektionsschutzgerechte Lüften von Klassenräumen durch regelmäßiges gezieltes Fensteröffnen sichergestellt werden kann. Sowohl das Bundesumweltamt, das Land NRW als auch der Kreis Borken sehen natürliche Lüftungsmaßnahmen als ausreichenden Schutz gegen schädliche Aerosole in Schulen an.
Die Anschaffung leistungsfähiger und geräuscharmer Lüftungsgeräte für alle Klassen- und Fachräume würde einmalige Kosten von rund 300.000 Euro verursachen. Hinzu kämen laufende Kosten von rund 45.000 Euro jährlich. Stoßlüften wäre aufgrund des Austausches von CO2 und Sauerstoff weiterhin notwendig und wurde bereits vor der Pandemie empfohlen. Auch die AHA-Regeln wären weiterhin grundsätzlich einzuhalten. Da alle Räume in den städtischen Schulen auf natürlichem Wege durch Öffnen der Fenster natürlich belüftet werden können, bringt die kostenträchtige Anschaffung von Luftreinigungsgeräten diesbezüglich keinen Mehrwert. Die Anschaffung solcher Geräte ist daher aufgrund der Möglichkeit der natürlichen Belüftung der Räume auch nicht förderfähig.
Anstelle von Luftreinigungsgeräten wurden zunächst probeweise 16 CO2-Messgeräte/ -ampeln unterschiedlicher Bauart angeschafft. Diese geben ein Signal, sobald der CO2-Wert im entsprechenden Raum unter einen kritischen Wert fällt und zeigen somit an, wenn die Räume gelüftet werden müssen. Sofern nach einer Probezeit die Erfahrung der Schulen mit diesen Geräten positiv ausfällt, wird die Politik über eine flächendeckende Anschaffung für alle Klassen-/ bzw. Fachräume beraten.

« Zurück zur Übersicht
Ein Angebot von