"Experiment" ist gelungen

|   Stadtlohn

Am vergangenen Donnerstag gab der Literaturkurs der Q1 mit dem Stück „Das Experiment“ seine Premiere. Neunzig Minuten lang entführten die Schülerinnen und Schüler das Publikum in eine Welt, in der sich der Mensch über sogenannte „Sync-Armbänder“  definiert, Armbänder, die den Erfolg messen und den gesellschaftlichen Status ihrer Träger anzeigen. Doch was passiert, wenn dieser Status von einigen wenigen beeinflusst werden kann? Dies soll ein Experiment zeigen, das eine Reihe von Wissenschaftlern an einer Gruppe Jugendlicher durchführt. 

Das 24-köpfige Ensemble legte in diesem Stück eindrucksvoll dar, wie Machtverhältnisse ausgenutzt werden können und wie manch einer dabei unter die Räder gerät.  Denn die Stimmung unter den Jugendlichen spitzt sich immer weiter zu, eine Kluft entsteht zwischen „Gewinner“- und „Losergruppe“, bis Ben, der einzige ohne Sync-Armband spurlos verschwindet. Die Wissenschaftler, die sich Bens Verbleib auch nicht erklären können, haben aber nur ihren persönlichen Erfolg und die Weltherrschaft im Sinn.

Die zunehmend bedrückende Stimmung des Stücks wird immer wieder aufgebrochen durch die Auftritte der „Zuschauer“, die für das Experiment als objektive Beobachter herangezogen wurden. Sie äußern Zustimmung und Bedenken, doch der größte (wenn auch besoffene) Moralist unter ihnen entpuppt sich in der letzten Szene des Stücks als ziemlich nüchtern und machtbesessener als irgendjemand geahnt hätte.

Dass das „Experiment“ gelungen ist, verdanken wir einem hochgradig engagierten Kurs, der hart an der Umsetzung dieses Stücks gearbeitet hat. Etliche Texte wurden im Laufe des Schuljahrs um- oder hinzugeschrieben, weggestrichen, szenisch angepasst und mit Shakespeare unterfüttert. Eine tolle spielerische und inszenatorische Leistung, die dafür sorgte, dass sich das Publikum schließlich als Teil des Stücks fühlen konnte, denn: „Die ganze Welt ist Bühne – und alle Frauen und Männer bloße Spieler“.

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