Exkursion in die Vergangenheit

|   Ahaus

„Auch bei der 19. Gedenkstättenfahrt kann man noch immer wieder neue Eindrücke sammeln“, zieht Bildungsbegleiter Herbert Nadirk ein positives Fazit. 21 Jugendliche und junge Erwachsene sowie vier Betreuer des Berufsorientierungszentrums der BBS hatten sich jetzt freiwillig für eine Exkursion in die Vergangenheit gemeldet. Die Bildungsfahrt hatte nicht nur Weimar als Kulturhauptstadt Europas 1999 zum Ziel, sondern auch das ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald, das als Grabstätte für mehr als 50 000 Menschen steht, sowie das ehemalige Konzentrationslager Nordhausen.

Aufgrund einer kurzfristigen Programmänderung stand dieses Mal zudem der Besuch der ehemaligen Produktionsstätte für die Verbrennungsöfen in den Vernichtungslagern, bei Topf & Söhne, an. „Auch dort ließ sich gut ein Bezug zur heutigen Lebenswirklichkeit herstellen“, sagt Herbert Nadirk: „Man weiß, was passiert, schaut zu - aber agiert nicht. Das war schon vor rund 80 Jahren so und das gibt es - beispielsweise bei Waffenlieferungen in Krisengebiete - leider heute immer noch.“

Zum Teil zu Tränen gerührt habe die Jugendlichen und jungen Erwachsenen darüber hinaus ein Filmabend. Herbert Nadirk: „Wir haben uns ‚Nacht unter Wölfen‘ angeschaut, der in Buchenwald gedreht wurde. Die Teilnehmer hatten die Gedenkstätte zuvor besucht und konnten so einen direkten Vergleich ziehen und erkannten Orte wieder, an denen sie Stunden zuvor selbst gewesen waren. Heute ist in dem Lager nicht mehr viel von dem zu sehen, was einst an Grausamkeit dort herrschte. Aber Parallelen zu entdecken, Stellen wieder zu erkennen, wo man selbst entlang gelaufen ist, das hat eine tiefe Betroffenheit bei den meisten ausgelöst. Es war eine sehr intensive Konfrontation mit der Geschichte.“

 

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