„Es fehlt mancherorts an preisgünstigen kleinen, barrierearmen Wohnungen"

|   Kreis Borken

"Wohnraumförderung im Westmünsterland – mit besonderem Blick auf alleinerziehende und wohnungssuchende Frauen": Um dieses Thema ging es in der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises für die Gleichstellung von Frau und Mann des Kreises Borken. Als fachkundige Referentin stand Claudia Brune, in der Borkener Kreisverwaltung für die Förderung zuständige Fachabteilungsleiterin, Rede und Antwort. Sie machte deutlich, dass es mancherorts im Kreisgebiet – ähnlich wie in den anderen Münsterlandkreisen – vor allem an preisgünstigen kleinen, barrierearmen Wohnungen für Haushalte mit mittlerem und geringem Einkommen fehle. Weitergehende Informationen zum regionalen Wohnungsmarkt lassen sich der kürzlich erschienenen Pestel-Studie "Gut wohnen im Münsterland" entnehmen.

"Wenn nicht weiterhin in den öffentlich geförderten Wohnungsbau investiert wird, wird der Anteil dieser Wohnungen in den nächsten Jahren stark sinken", betonte die Referentin. Grund dafür sei, dass dann viele Wohnungen aus der Mietpreisbindung herausfallen. Das NRW-Wohnraumförderungsprogramm biete jedoch besondere finanzielle Anreize für Investorinnen und Investoren, um einer solchen Entwicklung entgegenzuwirken. Claudia Brune: "Interessierte werden von uns intensiv über die 2019 nochmals verbesserten attraktiven Fördermöglichkeiten informiert." Ausreichende öffentliche Finanzmittel seien vorhanden. Laut Aussage von Bauministerin Ina Scharrenbach werde daher auch kein gutes Projekt an fehlendem Geld scheitern.

In den vergangenen vier Jahren seien im Kreis Borken jährlich rund 150 Wohnungen gefördert worden. Einzelne Kommunen im Kreis Borken würden außerdem Bauland an Investorinnen und Investoren mit der Auflage verkaufen, öffentlich geförderten günstigen Wohnraum zu errichten, um so den Bedarf zu decken.

Nur wenig bekannt ist laut Claudia Brune, dass rund die Hälfte aller Haushalte die Einkommensgrenze für den öffentlich geförderten Wohnungsbau unterschreite und daher einen "Wohnberechtigungsschein" erhalten könnte oder auch eine Förderung für den Bau, Kauf und die Modernisierung von Eigenheimen. Ein "Wohnberechtigungsschein" ermögliche grundsätzlich den Bezug geförderter Mietwohnungen in einer für den Haushalt angemessenen Größe, vorausgesetzt eine entsprechende Wohnung steht tatsächlich zur (Neu)-Vermietung an. Ein Anspruch auf den Bezug einer geförderten Wohnung bestehe jedoch nicht.

Die Förderung von Mietwohnraum erfolgt durch die Vergabe von zinslosen und zinsgünstigen Darlehen sowie durch Gewährung attraktiver Tilgungsnachlässe (quasi "Geldgeschenke" der öffentlichen Hand). Ebenfalls mit zinsgünstigen Darlehen und Tilgungsnachlässen gefördert werden Kauf, Neubau und Modernisierung von Eigenheimen sowie Umbaumaßnahmen aufgrund von Schwerbehinderungen.

Nähere Infos zum Thema "Wohnraumförderung" gibt es im Internet...

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