Erste Medizinstudienplätze über die „Landarztquote“

|   Kreis Borken

Um dem Ärztemangel vor allem in ländlichen Regionen entgegenzutreten setzt Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland die sogenannte Landarztquote um. Seit dem 31. März können sich Interessierte auf einen der insgesamt 145 Studienplätze für das Wintersemester 2019/2020 bewerben. „Die Bürgerinnen und Bürger in von Unterversorgung bedrohten ländlichen Räumen brauchen auch in Zukunft eine auskömmliche und vor allem verlässliche ärztliche Versorgung. Die Landarztquote gewährleistet die Ausbildung neuer Allgemeinmediziner“, erklärte die Landtagsabgeordnete Heike Wermer.

Jährlich werden in Nordrhein-Westfalen ca. 2.000 Ärzte ausgebildet. Von diesen werden, nach Angaben des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales, nur rund zehn Prozent Allgemeinmediziner. Im Rahmen der Landarztquote werden 7,6 Prozent der an den Universitäten des Landes verfügbaren Medizinstudienplätze zum kommenden Wintersemester an Bewerberinnen und Bewerber vergeben, die sich verpflichten, nach ihrem Studium sowie der Ausbildung für zehn Jahre in einer unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Region hausärztlich tätig zu werden. Die Landarztquote ist Teil des im Februar dieses Jahres erlassenen Landarztgesetzes. „Junge Menschen, die sich vorstellen können, auf dem Land tätig zu werden oder als Arzt auch später wieder auf dem Land zu arbeiten, können so einen Studienplatz erhalten. Das heißt: Motivation vor Spitzenabitur“, so Heike Wermer. Auch können so Hausarztpraxen vor einer Schließung bewahrt werden.

Eine Bewerbung ist bis zum 30. April unter www.landarztgesetz.nrw möglich. Das Bewerbungsverfahren ist zweistufig. In der ersten Stufe wird der Abiturdurchschnitt mit 30 Prozent, der Test für Medizinische Studiengänge (TMS) mit 30 Prozent und eine Ausbildung bzw. berufliche oder praktische Tätigkeiten mit 40 Prozent gewichtet. Im Rahmen der zweiten Stufe finden im Juni strukturierte Auswahlgespräche statt, in denen u.a. Empathie und Sozialkompetenz der Bewerberinnen und Bewerber gewichtet werden. Weitere Informationen zum Verfahren sind im Internet oder telefonisch über die Servicenummer 0234/91535 5555 zu finden. 

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