Erfolgreicher Start der Impfoffensive im Pflegenetz

|   Vreden

Der Auftakt der Impfoffensive gegen das Corona-Virus hat auch im Pflegenetz Westmünsterland begonnen. Mit einer ersten Lieferung von Impfdosen konnten im Senioren- und Pflegezentrum (SPZ) St. Ludger 50 Bewohner und Bewohnerinnen sowie fünf Mitglieder der Mitarbeiterschaft geimpft werden. Sie zählen damit zu den ersten 125 Menschen, die im Kreis Borken den neu entwickelten Impfstoff erhalten haben. Dr. Stephan Gutermann, der in Begleitung seiner Arzthelferin Clara Tenhumberg die Impfungen durchführte, freute sich mit den Geimpften über den gelungenen Auftakt. „Das ist hier wirklich hervorragend vorbereitet worden“, lobte er die Zusammenarbeit mit dem SPZ. „Es hat richtig Spaß gemacht.“

Zu den ersten Impflingen gehörte auch die 96-jährige Luise Weymann. Sie scherzte mit dem Impfteam um die Wette und wunderte sich anschließend: „Ich habe ja gar nichts gemerkt.“ Ähnlich äußerte sich auch Bewohner Arthur Blisse: „Das war schon alles?“, wunderte er sich. 

Pünktlich um 7 Uhr war am 27. Dezember der Kühltransporter mit den ersten 55 Impfdosen vor dem Senioren- und Pflegezentrum St. Ludger in Vreden vorgefahren. Unter Federführung der Kassenärztlichen Vereinigung und einem Team der Kreisverwaltung war der Beginn der nationalen Impfoffensive im Kreis Borken noch am Sonntag in drei Pflegeeinrichtungen gestartet worden – eine davon das St. Ludger SPZ. Gegen 10 Uhr begann das mobile Impfteam unter Dr. Gutermanns Leitung mit den Impfungen in den Hausgemeinschaften von St. Ludger. Bis zur Pressekonferenz mit Vertretern des Kreises und der Geschäftsführung des Klinikums Westmünsterland um 15 Uhr waren alle verfügbaren Impfdosen vergeben.

Eigentlich sei es eine ganz normale Impfung, so Dr. Gutermann, der viele Bewohner als Vertragsarzt des Seniorenzentrums gut kennt. Allerdings sei der bürokratische Aufwand groß. Gerade hier hatten die Mitarbeiter des SPZ in den letzten Tagen viel Vorarbeit geleistet. Der Impfstoff selbst muss jeweils für fünf Impflinge kurzfristig aufbereitet werden. Dabei ist Umsicht und Sorgfalt gefragt, denn er darf nicht geschüttelt werden – und auch die Temperatur muss stimmen. Hier zeigte sich, dass das mobile Impfteam mit den Pflegedienstleitungen Silke Brenneke und Annette Ahler sowie der Wohnbereichsleitung Norbert Schöpe hervorragend zusammenarbeitete. Einmal aufgezogen, ging es mit den Injektionen von Zimmer zu Zimmer, wo die Bewohner und Bewohnerinnen in ihrer gewohnten Umgebung ohne zusätzlichen Aufwand für sie selbst geimpft werden konnten.

„Das ist ein historischer Tag“, freute sich auch Landrat Dr. Kai Zwicker, der in Begleitung von Dr. Elisabeth Schwenzow und Dr. Guido Euting nach Vreden gekommen war, um den offiziellen Start der Impfkampagne im Kreis öffentlich zu machen. Dr. Schwenzow, die als Kreisordnungsdezernentin den Start der Impfoffensive begleitete, erklärte, bis Jahresende würden noch rund 2400 Impfdosen für den Kreis erwartet. Wie es danach mit weiteren Lieferungen und davon abhängig mit dem Start im Impfzentrum in Velen weitergehe, stehe noch nicht fest.

Holger Winter freute sich besonders, dass es mit den Impfungen in einer Einrichtung des Pflegenetzes Westmünsterland losging. Als zuständiger Geschäftsführer beim Klinikum Westmünsterland strich er die Bedeutung des Tages für das gesamte Unternehmen heraus. Er zeigte sich beeindruckt vom aktuellen Stand der Wissenschaft. „Wer hätte zu Beginn des Jahres, als sich die Pandemie abzeichnete, erwartet, dass wir hier heute stehen würden und uns über die ersten Impfungen freuen könnten.“

So sehen das auch Vredens Bürgermeister Tom Tenostendarp und Michael Brinkmöller. „Ich bin glücklich darüber, dass voraussichtlich bis Ende Februar alle Bewohner und Mitarbeiter über den bestmöglichen Impfschutz verfügen werden“, so der Fachbereichsleiter Pflegenetz. Bis dahin gelte es jedoch, den Eintrag an Infektionen in den Senioren- und Pflegezentren zu verhindern. „Das geht natürlich nur durch strikte Einhaltung der AHA-Regeln und wenn Kontakte minimiert, Bewohner, Besucher und Mitarbeiter regelmäßig getestet und generell FFP2-Masken getragen werden.“

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