Erdgaslage: Kreis Borken stimmt sich ab

|   Kreis Borken

Seit Montag fließt aufgrund von Wartungsarbeiten durch die Ostseepipeline Nordstream 1 kein russisches Erdgas mehr nach Deutschland. Derzeit wird diskutiert, ob nach Ende dieser Arbeiten das Gas wieder fließen wird oder Russland die Lieferung stoppt. "Um auf einen möglichen Lieferstopp vorbereitet zu sein, finden bei uns im Kreis Borken bereits seit einigen Wochen Abstimmungs- und Koordinierungsgespräche mit der Bezirksregierung Münster, unseren 17 Städten und Gemeinden sowie den regionalen Energieversorgern, aber auch Westenergie statt", teilt dazu Landrat Dr. Kai Zwicker mit. Dabei gehe es um die Sicherstellung der Strom- und Gasversorgung für die kritische Infrastruktur (Unternehmen und Einrichtungen, die für die Versorgung der Bevölkerung besonders wichtig sind), aber auch um die Erörterung von Vorsorgemaßnahmen für die Bevölkerung. Darum kümmert sich im Borkener Kreishaus neben dem Verwaltungsvorstand ein besonderes Gremium als Teil des Krisenstabes des Kreises, besetzt vor allem mit Mitarbeitern des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung der Kreisverwaltung.

"Durch das enge Zusammenwirken der Akteure auf Orts- und Kreisebene in den letzten Jahren verfügen wir inzwischen über große Erfahrung bei der Bewältigung von besonderen Herausforderungen", zeigt sich Dr. Zwicker zuversichtlich. So erinnert er an die Einsätze beim Schneechaos, an mehrere Hochwasserlagen im Kreisgebiet sowie an das solidarische Handeln bei der Flüchtlingskrise 2015/16, im Zusammenhang mit der Chorona-Pandemie und jüngst bei der Unterbringung der ukrainischen Kriegsflüchtlinge aufgrund des russischen Angriffskrieges.

"Derzeit wird überall intensiv ausgelotet, welche zusätzlichen Einsparpotenziale beim Gasverbrauch in öffentlichen Einrichtungen bestehen", erläutert der Landrat. Er appelliert auch an die Bevölkerung im Kreis Borken, möglichst sparsam mit der Energie umzugehen. Für die Kreisverwaltung mache sich jetzt bezahlt, dass für kreiseigene Gebäude erheblich in regenerative Energien und Sparmaßnahmen investiert wurde. So wurden bereits im Frühjahr im Borkener Kreishaus neue, "intelligente" Heizungsthermostate eingebaut, die eine Energieeinsparung von bis zu 30 Prozent ermöglichen. Das Kreishaus selbst wird weitgehend (2021 zu 77 Prozent) mit Deponiegas aus der Altdeponie in Borken-Hoxfeld beheizt. Das kreiseigene Berufskolleg Borken bezieht zu 85 Prozent aus einer Biogasanlage Energie und in der Brüder-Grimm-Schule des Kreises in Gescher ist kürzlich anstelle der bisherigen Ölheizung eine Pellets-Heizung eingebaut worden.

 

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