Erasmus-Austausch in Zeiten des Corona-Virus

|   Ahaus

Im Rahmen des Erasmus+-Projektes „Food in our Lives“ machten sich Anfang März drei Schülergruppen aus Frankreich, Spanien und Rumänien auf den Weg ins Westermünsterland, um zusammen mit Schülern des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung Ahaus das Thema „Essen“ unter ethischen Gesichtspunkten zu betrachten. „Food in our Lives“ ist ein zweijähriges Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, Essen unter kulturellen, gesundheitlichen, wirtschaftlichen und ethischen Aspekten in einem europäischen Zusammenhang zu beleuchten. Das Projekt wird aus Mitteln der EU gefördert.

Doch bevor die Projekttage so richtig starten konnten, gerieten sie durch das immer weiter um sich greifende Corona-Virus in Gefahr. Das französische Gesundheitsministerium hatte beschlossen, Schülerfahrten ins Ausland zu verbieten, weshalb die französische Gruppe – kaum angekommen – schon wieder zurück nach Frankreich reisen musste.

Trotzdem wurde der Austausch für die verbliebenen Gruppen zu einem großen Erfolg. Um den Schülern den ethischen Aspekt des Essens näherzubringen, wurde der Naturlandhof Büning in Laer besucht, in dem noch alte Haustierrassen  unter artgerechten Bedingungen gehalten werden. In Zusammenhang mit biologisch produzierten Lebensmitteln stand auch die Besichtigung des Bio-Großhandels Weiling in Coesfeld.

Ein Besuch des Eine-Welt-Ladens in Ahaus zeigte eindrucksvoll am Beispiel des Kakaos, wie wichtig fairer Handel für eine gerechte Welt ist. Einen weiteren ethischen Aspekt des Essens konnten die Schüler beim Besuch der „Tafel“ in Ahaus kennenlernen. Sie erfuhren, wie wichtig ein sorgsamer Umgang mit Lebensmitteln ist.  

Nach den vielfältigen Informationen, die die Schüler erhielten, gingen sie in kleinen Arbeitsgruppen daran, Regeln für den ethischen Umgang mit Essen zu entwickeln und machten sich Gedanken, wie dieser Umgang auch in die einzelnen Schulen hineingetragen werden könnte. Von den Ergebnissen werden in Zukunft die teilnehmenden Schulen profitieren können.

Neben der Arbeit am Projektthema ging es aber auch natürlich darum, Land und Leute kennenzulernen. Während einer Stadtführung durch Münster erfuhren die Schüler, wie diese Stadt im Westfälischen Frieden europäische Geschichte geschrieben hat und in Köln konnten die Schüler nach einem Besuch des Schokoladenmuseums, bei dem es auch um den Fair-Trade-Gedanken der Schokoladenherstellung ging, die Dom-Stadt am Rhein kennenlernen.

Und was wäre „Food in our lives“ ohne gutes Essen? Mit Schweinebraten, Reibekuchen, Rouladen und Herrencreme zeigte sich das Westmünsterland von seiner besten kulinarischen Seite. Am Ende fiel allen der Abschied schwer, denn durch Unternehmungen, gemeinsames Arbeiten und viele Gespräche war man sich nähergekommen.

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