Ende des Zweiten Weltkriegs jährte sich zum 75. Mal

|   Ahaus

Am Freitag vor 75 Jahren, am 8. Mai 1945, unterzeichneten die Vertreter der deutschen Wehrmacht die bedingungslose Kapitulation und der Zweite Weltkrieg fand offiziell sein Ende. An vielen Kriegsschauplätzen hatten die Kämpfe aber bereits früher durch einzelne Kapitulationen aufgehört oder waren durch alliierte Besetzung beendet worden - so auch in Ahaus.

Das westliche Münsterland war schon seit Anfang Februar 1945 verstärkt durch alliierte Bombenangriffe zerstört worden. Britische Heeresabteilungen waren vom Niederrhein Richtung Münsterland auf dem Vormarsch. Ab dem 17. März kam es immer wieder zu schweren Bombenangriffen auf Ahaus. Nach dem letzten großen Angriff am 23. März war die Stadt fast vollständig zerstört. Die Überlebenden verließen fast alle die Stadt und kamen in der Umgebung unter.

Johannes Ridder, der Bürgermeister der Stadt, beschrieb die Situation so: „In den Straßen irren Haustiere – Rinder, Schweine, Federvieh – herrenlos umher. In der Karwoche ist die Stadt wie ausgestorben. Sie wird von Plünderern, vielfach Fremdarbeitern, stark heimgesucht. Das Kampfgetöse der Front rückt näher. Aus Richtung Bocholt, Borken ist schweres Artillerie- und Maschinengewehrfeuer vorgerückt. In den Abendstunden sind englische Panzerwagen über die Reichsstraße 70 und über den Düwingdyk in Anmarsch.“

Nach und nach kehrten viele Ahauser Familien in die Stadt zurück. Glücklich waren die, deren Haus nicht zerstört worden war. Doch fast 75 Prozent der Innenstadt war den Bomben zum Opfer gefallen. Die alliierten Besatzungstruppen organisierten zügig das Alltagsleben. Durch den britischen Major Morison wurde Bürgermeister Johannes Ridder in seinem Amt bestätigt und mit der Weiterführung der Verwaltungsgeschäfte – unter britischer Aufsicht – beauftragt.

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