Eine neue Tuba für den Musikverein

|   Heek

Da sage noch jemand, das Musizieren auf einem Musikinstrument in einem Blasorchester ist einfache Arbeit. Auf „Schwerstarbeit“ kann sich zukünftig Jan Hoge vom Musikverein Nienborg 1924 e.V. einstellen. Kurz vor Weihnachten hat der Verein eine neue Tuba angeschafft, eine „B&S-B-Tuba GR 55-L“. Das Instrument bringt stolze 11,5 Kilogramm auf die Waage. Es ist fast einen Meter hoch und der Schallbecher misst im Durchmesser 48 Zentimeter. „Wir sind froh, dass wir mit Jan Hoge einen jungen Musiker gefunden haben, der dieses Schmuckstück spielt“, sagt die zweite Vorsitzende Heidi Schiller. Inklusive Zubehör hat das Metallblasinstrument 9.000 Euro gekostet. „Eine stolze Summe, die der Verein selbst nicht stemmen kann. Das übersteigt die Möglichkeiten eines Laienorchesters“, freut sich Schiller über die tatkräftige Unterstützung von außerhalb. Einen Großteil, nämlich 6000 Euro, erhielt das Orchester aus dem Fördertopf „Investitionsfonds kulturelle Infrastruktur“ des Landes NRW, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft. 3,25 Millionen stellte das Land Ende des vergangenen Jahres dafür zur Verfügung. In einem Juryverfahren erhielten 270 Projekte aus ganz Nordrhein-Westfalen eine Förderzusage, insgesamt gingen 1.100 Anträge ein.

Die Sparkasse Westmünsterland hat 1.000 Euro für die Kosten für das umfangreiche Zubehör übernommen. Hierzu gehören ein Hartschalenkoffer, ein hochwertiger elastischer Rucksacktragegurt, ein Instrumentenständer und einiges andere mehr. Christian Niehues, Leiter der Sparkasse Westmünsterland, Beratungscenter Am Gabelpunkt, war am Montagabend im Probenraum erstaunt, als er den großen Koffer mit dem Instrument und den zahlreichen Utensilien in Augenschein nahm. Die Restsumme steuerte der Musikverein bei und erfüllte damit die Förderzusage, eine angemessene Eigenleistung selbst zu tragen.

„Ohne Bass keinen Spaß!“ ist Dirigent Achim Pradel entzückt über das neue hochwertige Instrument, das eine Bereicherung für den Verein ist. „Die Tuba ist für Blasorchester sehr wichtig. Denn die tiefen Instrumente bilden das Fundament im Klang eines Orchesters.“ Die B&S GR-55 überzeugt durch eine extrem leichte und erstklassige Ansprache, gerade in der Tiefe und durch eine hervorragende Intonation, sowie einen großen, sonoren Ton. Das zeitlose und klassische Design in Goldmessing mit vier Ventilen, die hochwertige Verarbeitung und die akustische Ausgeglichenheit inspirieren Musiker und Publikum gleichermaßen und bieten dem Tubisten neben absoluter Zuverlässigkeit und Langlebigkeit einen ideellen Wert. „Allein das Perantucci-Mundstück ist schon etwas ganz Besonderes“, sagt Jan Hoge über das kleine Meisterwerk. Ihm ist die Freude über das neue Instrument deutlich anzumerken, hat er sich damit schon intensiv auseinandersetzt.

Erstmalig hatte er die Tuba beim Lebendigen Adventskalender vom Jugendorchester Nienborg (JON) und beim Weihnachtskonzert des Musikvereins mit dem Kirchenchor in der Pfarrkirche im Einsatz. „In den ersten Jahren nehme ich das Instrument nicht mit zum Schützenfest. Das ist viel zu schade, dafür ist die alte Tuba noch gut genug“, lacht er. Bei Achim Pradel erlernte er das Musizieren auf dem Tenorhorn. „Davor spielte er Akkordeon und kannte sich mit Noten und Notenwerten aus. Deshalb ging es in der Ausbildung auch sehr schnell und Jan spielt schon nach eineinhalb Jahren im Orchester“, zollt er seinem musikbegabten Schüler ein großes Lob, der in beiden Orchestern musiziert. Der musikalische Leiter ist froh, dass er nun neben Stephan Naber einen zweiten Mann an diesem Instrument hat.

Damit kann der Verein sein ältestes Schätzchen an die Seite legen, eine mehr als 100 Jahre alte, noch spielfähige, Tuba. Die hatte das 1924 gegründete Orchester in den Anfangsjahren von einem Gronauer Verein übernommen. Das Instrument wurde vor einigen Wochen überholt und kann im Notfall eingesetzt werden.

In den kommenden Wochen bereitet Achim Pradel den Musikverein auf das Jahreskonzert vor. Dieses findet in diesem Jahr am Samstag, 30. März, im Konzertsaal der Landesmusikakademie statt. Dann kommt auch die neue Tuba zum Einsatz.

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