Ein Tag in den Werkstätten Haus Hall

|   Gescher

Während die Arbeit im Düsseldorfer Landtag zurzeit aufgrund der Sommerpause ruht, nimmt sich die heimische Landtagsabgeordnete Heike Wermer viel Zeit für Anliegen aus dem Kreis Borken. Am vergangenen Montag besuchte sie die Werkstätten der Stiftung Haus Hall in Ahaus. Der Tag in den Werkstätten begann für Heike Wermer mit einer Hospitation in verschiedenen Arbeitsbereichen. Hier durfte Heike Wermer sehen, wie die Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen in den Einrichtungen von Haus Hall arbeiten und betreut werden. Neben informativen Gesprächen mit Beschäftigten und Mitarbeitern packte Heike Wermer auch selbst mit an.

Nach der Hospitation am Vormittag folgte ein interessanter Austausch mit Renate Lammering (Abteilungsleiterin Zweigstelle Ahaus) und Dr. Thomas Bröcheler (Geschäftsführung). Im Gespräch ging es vor allem um das neue Bundesteilhabegesetz, das 2020 voll in Kraft treten wird. Ein Ziel ist es, die Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit Behinderung zu verbessern.

In den Einrichtungen von Haus Hall arbeiten nicht nur Menschen mit einer geistigen oder mehrfachen Behinderung, auch psychisch beeinträchtigte Menschen finden hier zurück in einen geregelten Alltag. Die Zahl der Menschen mit psychischen Krankheiten steigt jährlich an, erklärte Dr. Thomas Bröcheler. Das läge unter anderem an den hohen beruflichen und sozialen Anforderungen heutzutage.

Das Angebot der ambulanten Hilfe und die Möglichkeit in Werkstätten zu arbeiten hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. In Gesprächen mit Beschäftigten der Werkstätten hat Heike Wermer erfahren, dass sich viele eine Festanstellung in „normalen Arbeitsplätzen“ nicht mehr vorstellen können. Die Menschen in den Werkstätten schätzen die Arbeit und den „geschützten Raum“. Auf dem „normalen Arbeitsmarkt“ sei der Leistungsdruck häufig zu groß.

Die Arbeit in den Werkstätten wird so vielseitig wie möglich arrangiert. Renate Lammering, Abteilungsleiterin der Zweigstelle in Ahaus, erklärte Heike Wermer, dass sich die Arbeit in den Werkstätten in den letzten Jahren geändert habe. Für viele einfache Arbeiten gäbe es heute Maschinen. Deshalb werden komplexere und größere Aufträge in Teilaufgaben gegliedert, so dass viele Menschen eine Aufgabe bekommen. Der Anspruch sei, die Arbeit für die Beschäftigten stets interessant zu gestalten. Häufig sei ein geregelter Ablauf für viele Menschen in den Werkstätten sehr wichtig.

Abschließend sprach Heike Wermer noch das Thema „Ausbildung und Fachkräftemangel“ an. „Die Jahrgänge in denen Heilerziehungspfleger ausgebildet werden, werden dünner“, so Dr. Thomas Bröcheler. In einigen Jahren könne das zu einem Problem werden, wenn viele noch beruflich aktive Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger in Pension gehen. Zurzeit gebe es noch viele junge Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr im Haus Hall absolvieren und einige würden sich anschließend für die Ausbildung in einem sozialen Beruf entscheiden.

Die Stiftung Haus Hall, mit Hauptsitz in Gescher, unterstützt Menschen mit Behinderungen, psychisch beeinträchtigte Menschen und pflegebedürftige Senioren unter anderem an den Standorten Ahaus, Gescher, Stadtlohn, Bocholt und Velen. Mehr als 1.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in den Diensten und Einrichtungen der Stiftung.

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