Ein Ehrenamt über den Tod hinaus

|   Stadtlohn

Ein Hospiz – Ein Ort an dem das Sterben im Mittelpunkt steht und die Trauer überwiegt. Diese Vorurteile haben viele Unkundige von Einrichtungen, die Menschen beim Sterben begleiten. Nicht so das Elisabeth-Hospiz in Stadtlohn. „Hier ist das Leben zuhause“, begrüßte Pflegedienstleitung Dagmar Höing ihre Gäste, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Andrea Milz und die Landtagsabgeordnete für den Kreis Borken, Heike Wermer.

Andrea Milz, die seit gut zwei Jahren das Amt der Staatssekretärin bekleidet, besucht im Rahmen ihrer Sport- und Ehrenamtstour verschiedene Einrichtungen in NRW. Am Dienstag, 24. September, stand unter anderem das Elisabeth-Hospiz in Stadtlohn auf der Agenda. Heike Wermer, Landtagsabgeordnete für den Kreis Borken begleitete sie an diesem Tag.

Neben der Pflegedienstleitung, Geschäftsführer Michael Saffé und
Sozialarbeiterin Marietheres Dapper, hatten Andrea Milz und Heike Wermer auch die Möglichkeit, mit zwei ehrenamtlichen Mitarbeitern zu sprechen. Maria Schemmink und Alexander Paß sind Rentner und arbeiten seit 2 Jahren ehrenamtlich im Elisabeth-Hospiz. „Die Arbeit gibt mir ganz viel zurück und ich freue mich schon am Mittwoch, wenn ich am Donnerstag einen Dienst habe“, erzählte Alexander Paß, der, genau wie Maria Schemmink, eine Nebentätigkeit im Leben als Rentner gesucht hat.

 

Um ehrenamtlich im Hospiz zu arbeiten, muss vorab ein Lehrgang besucht werden. Das ist nötig, um mit den täglichen Anforderungen umgehen zu können. Ein Stadtbummel, ein letztes Mal Cabrio fahren oder Eis essen gehen, gehören ebenso zu den Aufgaben der Ehrenamtlichen wie die Sterbebegleitung. „Man muss lernen, damit umzugehen, man darf das nicht mit nach Hause nehmen“, erklärt Maria Schemmink, „Jemanden beim Sterben begleiten zu dürfen ist etwas ganz besonderes und eine große Wertschätzung.“

Die Landtagsabgeordnete Heike Wermer erkundigte sich folgend nach der Anzahl der ehrenamtliche Mitarbeiter. Zurzeit seien 30 ehrenamtliche in abwechselnden Schichten im Hospiz tätig, davon vier Männer. Die jüngste ehrenamtliche Mitarbeiterin sei Anfang 30. „Für Jugendliche ist es oft schwieriger, im Hospiz zu arbeiten. Eine gewisse Lebenserfahrung ist notwendig“, erklärte Dagmar Höing. Dennoch öffnet das Hospiz auch regelmäßig für Schülergruppen seine Türen, zum Beispiel wenn im Unterricht das Thema „Ethik“ durchgenommen wird.

Zuletzt bedankten sich Andrea Milz und Heike Wermer für den informativen Austausch und kündigten an, dass dieser nicht der letzte Besuch im Hospiz gewesen sei. „Wir haben in NRW sechs Millionen Ehrenamtliche und wir sind über jeden Einzelnen froh, wenn nur die Hälfte Morgen nicht mehr arbeiten würde, ständen wir blöd da“, fasste Andrea Milz abschließend zusammen.

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