Ehrenamtliche sammeln Anregungen

|   Stadtlohn

Einmal im Jahr machen sich die ehrenamtlichen Verkäufer und Verkäuferinnen des Johannes-Lädchens und die Näherinnen aus dem Textil-Studio der Johannesschule  in Stadtlohn auf den Weg,  um draußen neue Anregungen für die Fertigung im textilen Bereich zu bekommen. Der Weg führte die Ehrenamtlichen in diesem Jahr nach Bocholt in die Weberei des LWL-Industriemuseums.

Die sehr informative und beeindruckende Führung stand unter der Leitung von Henny Wegener und Arno Sendner. Staunend standen die Stadtlohner Besucher im Kesselhaus vor dem gewaltigen Kessel, der früher den Dampf für die große Dampfmaschine  für den Antrieb  der  Webstühle erzeugte. Antriebsriemen mit Transmissionen setzte Arno Sendner wie vor hundert Jahren in Bewegung. Im Websaal setzte er acht Webstühle gleichzeitig in Bewegung. Die Besucher verstanden bei dem Lärm der laufenden Webstühle  kein Wort mehr. Henny Wegener erklärte den interessierten Näherinnen die Herstellung der verschiedenen Stoffmuster  über Schussfaden und Kettfaden.

Von besonderem Interesse war die damalige Erfindung die Lochkarten über den Webstühlen für die Fertigung der  Schriftmuster in den Stoffen. Franz Marpert bedankte sich im Namen  der Gruppe für die aufschlussreiche Führung durch das Industriemuseum. „Nach diesem Rundgang“, so Marpert, „fassen wir einen Stoff mit anderen Händen an. Unfassbar,  so viele Arbeitsschritte vom Rohstoff Baumwolle über den Faden bis  zum Gewebe.“  Einige Ältere  erinnerten  sich beim Besuch der damaligen Arbeiterwohnungen auf dem Museumsgelände an die bescheidenen Einrichtungsgegenstände, an den Herd, das Waschbrett, die Toilette und Omas Zimmer. „Dat kenn ik noch van fröher“, hörte man häufiger sagen.

Ein weiterer Höhepunkt für die Mitarbeiter aus dem  Johannes-Lädchen waren die Textilien, die Läufer, Schürzen, Handtücher, Taschen, Servietten und Stoffe als Meterware im Verkaufsladen des Museums. Bei Kaffee und Kuchen wurde überlegt, was man ins Johannes-Lädchen übernehmen könnte. Monika Hasenkamp von der Verwaltung des Johannes-Förderwerkes sagte zu, mit den ehrenamtlichen Verkäufern und den Näherinnen im Textil-Studio über weitere Produkte und die Preisgestaltung  im Gespräch zu bleiben. Franz Marpert vergaß nicht, sich bei den Ehrenamtlichen in einer Ansprache im Museumsrestaurant für den ehrenamtlichen und unermüdlichen Einsatz zu bedanken.

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