Ehrenamtliche Familienpaten besuchen Berlin

|   Kreis Borken

„Jede Bürgerin und jeder Bürger sollte einmal an solch einer Fahrt teilgenommen haben!“ Dieses einstimmige Fazit zogen die Familienpaten des Roten Kreuzes im Kreis Borken und ihre Koordinatorin Lydia Lindemann nach vier Tagen politischer Bildung in Berlin. Auf Einladung der Vredener Bundestagsabgeordneten Ursula Schulte (SPD) verbrachten die Familienpaten des Roten Kreuzes sowie rund 40 weitere Mitreisende vier Tage in der deutschen Bundeshauptstadt.

Ursula Schulte aus Vreden diskutierte im Paul-Löbe-Haus mit der Familienpaten-Gruppe, und die Gäste aus dem Kreis Borken konnten erklären, was sie tun: Familienpaten sind engagierte Frauen und Männer, wurde in der Gesprächsrunde verdeutlicht. Sie unterstützen junge Familien in ihrem oftmals turbulenten Alltag. Paten sind Ehrenamtliche, die einmal in der Woche für rund drei Stunden in eine Familie gehen. Sie entlasten, indem sie mit den Kindern spielen, toben, basteln oder auf den Spielplatz gehen. Oftmals ist auch das offen Ohr für die Sorgen der Eltern gefragt. „Oder einfach nur da sein, damit Mutter oder Vater zum Beispiel mal wieder in Ruhe einkaufen, ein Buch lesen oder zur Ruhe kommen können“, bekräftigt Lydia Lindemann. Begeistert waren die Familienpaten von der Diskussion um gesellschaftliche Umgangsformen mit dem Handy, insbesondere im Alltag von Kindern und Jugendlichen. Es stellte sich heraus, dass die neuen Medien wiederkehrende Herausforderungen für Familien, Bildung und Erziehung sowie auch für die Politik beinhaltet. Im Anschluss konnte das Reichstagsgebäude besichtigt werden, ehe es zum Rundgang auf die Reichstagskuppel ging.

Tag drei begann mit einer Fahrt nach Oranienburg zur Gedenkstätte und den Museen „KZ und Speziallager Sachsenhausen“. In einer ausführlichen Führung erläuterte eine Mitarbeiterin die schrecklichen Geschehnisse der Vergangenheit in dem Lager. Tief betroffen durch die realitätsnahen Schilderungen ging es wieder zurück nach Berlin. Nachdem bei einem Mittagessen das Gehörte verarbeitet wurde, stand eine Führung im Abgeordnetenhaus an. Im Anschluss daran konnten die Familienpaten die wechselvolle Entwicklung der Bundeshauptstadt im Rahmen einer Stadtrundfahrt unmittelbar nachvollziehen. Vorbei an Resten der Mauer, Checkpoint Charly, Siegessäule, Brandenburger Tor, dem Mahnmal für die ermordeten Juden Europas, durch das „Botschaftsviertel“ ging es über den Potsdamer Platz bis ins Regierungsviertel. Den Teilnehmern wurde dabei insbesondere die schwierige Situation in der Zeit der Teilung von 1961 bis 1989 vor Augen geführt. Noch heute hat Berlin mit diesem schwierigen Erbe zu kämpfen, fanden die Berlin-Besucher.

Nachfolgend bestand Gelegenheit, sich das Festival „Berlin leuchtet“ anzuschauen. Hierbei setzen Lichtkünstler Gebäude der Stadt mit Illuminationen und Projektionen spektakulär in Szene. Auf der Rückreise fiel das Fazit der Familienpaten durchweg positiv aus. „Es waren intensive und schöne Tage. Danke, dass wir die Möglichkeit zu dieser Fahrt überhaupt hatten“, bilanziert Astrid Böhle. Rosemarie Genßler ist langjährige Familienpatin und äußert sich begeistert: „Vielen Dank für die wunderschönen Bilder. Nun ja, wir sind halt eine tolle Truppe. Diese Reise wird uns immer in Erinnerung bleiben.“ Lydia Lindemann, die Koordinatorin der Familienpaten, stimmt voll zu und ergänzt: „Ich bin stolz auf ,meine Mädels’. Sie tun so viel Gutes in den Familien. Sie helfen, spielen, toben, basteln. Sie hören zu, haben ein offenes Ohr und sind dort, wo sie gebraucht werden.“ Die erfolgreiche Arbeit benötigt genügend Freiwillige. Gerade weil die Familienpatenschaften für die Familien so viel Positives bewirken, besteht eine wachsende Nachfrage. Deshalb sucht die Patengruppe weiterhin Verstärkung. Auch interessierte Familien können sich jederzeit gerne melden.

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