DRK-Ortsvereine im Kreis ziehen Bilanz

|   Kreis Borken

Das Rote Kreuz im Kreis Borken hat mit Delegierten der DRK-Ortsvereine seine Kreisversammlung im Vennehof Borken unter Corona-Schutzbedingungen abgehalten. Vorstandswahlen standen nicht an. Der Präsident des Präsidiums, Aloys Eiting, verwies auf eine „bemerkenswerte Entwicklung“. So sei die Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation in den vergangenen vier Jahren um 350 Beschäftigte auf jetzt 1000 Mitarbeiter*innen gewachsen. Die sorgten im Rotkreuz-Verbund für einen Umsatz von 25 Millionen Euro.

In den Jahresberichten wurde auf zahlreiche Schwerpunkte eingegangen. Einige davon in der Zusammenfassung.

Wachstum: Die Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation habe sich in den vergangenen 15 bis 20 Jahren „bemerkenswert entwickelt“, sagte Aloys Eiting im Präsidiumsbericht. So wuchs der Jahresumsatz im Verbund inklusive der Tochtergesellschaften auf rund 25 Millionen Euro bei großer Stabilität. Mittlerweile werden 1000 Mitarbeitende beschäftigt, 350 mehr als noch vor vier Jahren – bedingt durch mehr Aufgaben, Ausweitung der Angebote und Übernahmen im Kita-Verbund. Die notwendige Neustrukturierung sei noch nicht abgeschlossen, erklärte Eiting. Das Rote Kreuz hat sich entschieden den Vorstand zu erweitern, das neue Vorstandsmitglied, Beatrix Grohn, stellte sich den Teilnehmern der Versammlung vor.

Sanitätsstation: Ein Spendenaufruf erbrachte mehr als 60.000 Euro. „Hierfür ein herzlicher Dank an alle Spender“, so Aloys Eiting. Die Station zur medizinischen Versorgung von Patienten oder Verletzten wird den Ortsvereinen bei Einsätzen zur Verfügung stehen.

Fördermitglieder: Eine zwölfmonatige Kampagne brachte einen Zugewinn von 1000 DRK-Mitgliedern.

Rotkreuz-Dose: Nach Spendenbeteiligung der Sparkasse Westmünsterland und der Stadtsparkasse Bocholt wurden knapp 4000 Dosen vorwiegend an ältere Menschen kostenlos verteilt. Sie dient dazu, dass im Ernstfall Notfallsanitäter in der Dose wichtige Angaben über den Patienten finden.

Borken inklusiv: Das integrative Projekt, gefördert durch die Aktion Mensch, erzeugte bundesweit Aufsehen, erklärte Vorstand Jürgen Puhlmann. Eine der Aktionen: Station der Deutschland-Radtour in Borken.

DRK-Kita Heek: Spatenstich und 2020 Einzug. 30 Kitas betreibt das Rote Kreuz mittlerweile im Kreis mit 460 Beschäftigten.

Internationaler Austausch: Besuch der Partnerorganisation vom Roten Halbmond, Türk Kizilay aus Izmir. Die Fortsetzung ist wegen Corona auf 2021 verschoben worden.

Nationale Hilfsgesellschaft: Dazu gehören Rettungsdienst, Krankentransport, Rettungsdienstschule, Rotkreuz-Gemeinschaften und Krisenmanagement; im Auftrag des Kreises Borken Übernahme von Rettungsdiensten mit den vier Wachen Gescher, Isselburg, Vreden und Südlohn; zusammen 48 Beschäftigte.

Kreisrotkreuzleitung: Kreisrotkreuzleiterin Christin Heidermann ist aus beruflichen Gründen ausgeschieden. Den DRK-Kreiswettbewerb 2019 gewann Gescher, das auf Landesebene einen guten vierten Platz belegte. Der Wettbewerb 2020 fiel wegen Corona aus.

Jugendrotkreuz: Die Akteure der Notfalldarstellung – die Verletzungen realistisch aussehen lassen – wurden für Polizei- und SEK-Übungen angefordert. Gut 350 junge Leute gehören dem JRK an. „Damit gehören wir zu den mitgliederstärksten JRKs im Landesverband“, sagte Leiter Ole Hanke.

Die Corona-Pandemie hat seit dem 7. März auch die Arbeit des Roten Kreuzes im Kreis Borken stark geprägt. Schon zu Beginn der Krise arbeitete die Kreisrotkreuzleitung direkt mit dem Krisenstab des Kreis Borken zusammen.

Während der gesamten Zeit seien Ehrenamtliche in Teams mit dem Leiter des Bereichs Nationale Hilfsgesellschaft, Jürgen Rave, in den Gesundheitsschutz im Kreis Borken eingebunden gewesen. Dafür gebühre ihnen großer Dank, betonten sowohl Puhlmann als auch Aloys Eiting, Präsident des Präsidiums in ihren Ausführungen. Puhlmann skizzierte einige Aufgaben: Fieberzentren aufbauen und begleiten, Notkrankenhäuser vorbereiten, Abstriche mobil entnehmen, zusätzlich in sieben Unternehmen der fleischverarbeitenden Industrie sowie in acht Schulen, Abstrichstelle in Stadtlohn einrichten und betreiben.

Insgesamt seien 11.000 Abstriche genommen worden, fast alle im Auftrag des Kreisgesundheitsamtes. „Es wurde ganze Arbeit geleistet“, sagte DRK-Vorstandsvorsitzender Jürgen Puhlmann.

Die „Ernsthaftigkeit der Lage“ bleibe bestehen, so der DRK-Vorstandsvorsitzende. Aufgrund der jüngsten ansteigenden Zahlen könne wohl erst Ende Oktober gesagt werden, wie aufwendig die Bearbeitung der Infektionswelle in den dann folgenden Monaten sein werde. Dem großen Engagement jedes Ehrenamtlichen gebühre große Hochachtung, sagte Puhlmann. Und er freue sich jedes Mal, wenn Landrat Zwicker „die Anstrengungen unserer engagierten Helfer in seinen Dank mit aufnimmt, „weil dies auch die Wertschätzung der Partner für die Arbeit des DRK ausdrückt“.

Rolf Lührmann, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Borken und Altbürgermeister, hatte zuvor betont, dass auch die Ortsvereine durch Corona finanziellen Schaden genommen hätten, zum Beispiel durch ausgefallene Sanitätsdienste: „Wir müssen an einem Strang ziehen, wie wir das immer getan haben.“ Er sei erstaunt, wie „kraftvoll und mit welchem Engagement“ die Krise bisher gemeistert worden sei. „Das sollte uns auch zukünftig auszeichnen.“

Die stellvertretende Vorsitzende im Präsidium, Sandra Cichon, Vorsitzende des fusionierten DRK-Ortsvereins Gronau und Epe, stärkte die Rotkreuz-Gemeinschaft in ihrem Schlusswort: „Wir sollten weiterhin mit Willen und Kraft der Pandemie entgegentreten.“

www.DRKBorken.de

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