Dringender Aufruf zum Energiesparen

|   Ahaus

Die zweite Warnstufe des Notfallplans Gas wurde ausgerufen. Die Versorgungssicherheit ist weiterhin gewährleistet, jedoch ist die Lage auf den Energiemärkten angespannt. Das macht sich auch bei den Stadtwerken Ahaus bemerkbar. Karl-Heinz Siekhaus, Geschäftsführer der Stadtwerke Ahaus, bestätigt „Wir erleben derzeit eine noch nie da gewesene Situation auf den Energiemärkten. Die Energiepreise steigen seit einem Jahr konstant an und sind teilweise um ein sechsfaches höher als noch im letzten Jahr. Der Krieg in der Ukraine, fehlende russische Gaslieferungen und die Wartung der Pipeline Nord Stream 1 hat diese Situation noch weiter verschärft. Aktuell warten wir alle darauf, was nach der Wartung von Nordstream 1 passiert, ob Russland weiter liefern wird oder es zu einem kompletten Embargo und dann zur dritten Notfallstufe kommt“.

Die Gaslieferung durch die Pipeline Nord Stream 1 wird bereits seit einigen Wochen von russischer Seite stark gedrosselt und wurde nun aufgrund der Wartung komplett eingestellt. Dies hat folgenschwere Auswirkungen auf die Versorgungslage in Deutschland. In der Konsequenz schnellen die Preise für Erdgas aber auch für Strom in die Höhe. Denn auch der Strompreis bewegt sich analog zu den Gaspreisen nach oben. Ein Grund dafür ist, dass ein Teil der Stromerzeugung aus Gaskraftwerken erfolgt und die Erzeugung der fehlenden Mengen über teure Primärenergie wie Kohle erfolgt und der Weiterbetrieb der Kernkraft noch diskutiert wird. 2021 lag der Anteil von Erdgas an der Stromerzeugung bei 15%.
„Wenn wir es jetzt schaffen Energie einzusparen, sowohl Strom als auch Gas, trägt das essenziell zur Versorgungssicherheit bei“ so Siekhaus weiter. Außerdem seien die Verbraucher nun in der Lage, noch selbstbestimmt ihr Nutzungsverhalten anzupassen, bevor es im schlechtesten Fall politische Eingriffe und Verordnungen zum Energiesparen gebe. In dem Fall könnte die Bundesregierung über das Energiesicherungsgesetz zum Beispiel Vorgaben zu Maximaltemperaturen beim Heizen machen.
Daher ruft das Bundeswirtschaftsministerium noch einmal dazu auf Energie einzusparen, auch aus Solidarität mit der Industrie und zum Schutz vor einer Unterbrechung der Produktion bei einer Gasmangellage. Denn im Fall einer Mangellage wird die Bundesnetzagentur eine Priorisierung für eine mögliche Reduktion der Erdgaslieferung festlegen, welche verbrauchsabhängig ist. Eine wirtschaftliche Krise wirke sich somit auch auf die Arbeitnehmer aus.


Die Stadtwerke Ahaus und die Stadt Ahaus schließen sich der Bundesregierung an und Rufen alle Ahauser zum Energiesparen auf. Umso weniger Erdgas derzeit verbraucht wird, desto mehr kann für den nächsten Winter gespeichert werden. Zudem sorgt jede eingesparte Kilowattstunde Strom dafür, dass weniger Erdgas zur Stromerzeugung benötigt wird. Auch die Klimaschutzmanagerin der Stadt Ahaus, Julia Althaus, appelliert an die Ahauser „Viele Maßnahmen zum Energiesparen sind uns bereits bekannt, doch der Mensch ist ein Gewohnheitstier und wir müssen uns die Maßnahmen immer wieder vor Augen führen, um das Nutzungsverhalten dauerhaft zu ändern.“ In der derzeitigen Situation sieht die Klimaschutzmanagerin daher auch eine Chance für einen bewussteren Umgang mit den natürlichen Ressourcen sowie für den weiteren Ausbau der regenerativen Energien als unabhängige, klimaschonende und auf lange Sicht kostengünstigere Energiequelle.

Im Hinblick auf die Zukunft weisen die Stadtwerke darauf hin, dass sich die Energiepreise auf einem höheren Niveau einpendeln werden. Daher könnten auch jetzt schon Abschläge erhöht werden, um eine Rücklage vor allem für das Jahr 2023 zu bilden. „Wir sind seit über 100 Jahren der Energieversorger hier vor Ort, Ahaus ist unsere Heimat. Wir wissen, dass die zukünftig stark steigenden Preise für einige Kunden schwer zu bewältigen sein werden. Wir versuchen für alle Kunden, die Probleme bei der Zahlung ihrer Energierechnung haben, eine individuelle Lösung zu finden. Jetzt ist aber vor allem die Politik in der Pflicht, kurzfristig Lösungen zu finden, um Verbraucher zu unterstützen und Versorger zu entlasten. Energie muss für alle bezahlbar bleiben“, so Siekhaus abschließend.

Die Stadtwerke Ahaus und das AquAHAUS setzen bereits Maßnahmen zur Gaseinsparung um. Seit dem 25.6. wurde die Temperatur im AquAHAUS um ein Grad Celsius reduziert. Das Wellenbecken sowie auch das Erlebnisbecken wurden von 23 °C auf 22°C abgesenkt. Damit wird erhebliche Energie eingespart. Für der Erwärmung des Schwimmbeckens im Freibad Alstätte wird die Temperatur hingegen beibehalten, da dort ein BHKW zur Verfügung steht. Die Abwärme, die bei der Stromerzeugung entsteht, wird für die Erwärmung des Wassers genutzt. Energiespartipps gibt es auf der Website der Stadtwerke Ahaus.

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Klimaschutzmanagerin der Stadt Ahaus, Julia Althaus.
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