Drei Tage als Abgeordnete im Landtag

|   Heek

Wie läuft das eigentlich ab im Landtag? Verstehen sich die Parteimitglieder untereinander oder kann es im Plenarsaal auch mal lauter werden? Das durfte Paulina Kemper aus Nienborg jetzt selbst erfahren. Sie war eine von 199 Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die beim 9. Jugend-Landtag NRW mitgewirkt haben.

Die 18-jährige Paulina Kemper hat für drei Tage die heimische Landtagsabgeordnete Heike Wermer (CDU) im Landtag in Düsseldorf vertreten. Ein paar sehr aufregende, aber auch anstrengende Tage liegen hinter ihr. Ende Juni ging es los: Nach einer Führung durch den Landtag fanden sich die Jugendlichen in ihren Fraktionen zusammen und wählten unter anderem die Vorsitzenden. Paulina Kemper, die der CDU-Fraktion angehörte, wurde in den Ausschuss für Schule und Bildung gelost. „Das wäre auch meine erste Wahl gewesen“, gab die Abiturientin zu.

Am nächsten Tag ging es früh morgens weiter mit einer zweiten Fraktionssitzung und einer öffentlichen Anhörung. Nach der ersten Einfindungsphase hat sie schnell Anschluss gefunden und sich mit Jugendlichen angefreundet, die im Rahmen des Jugend-Landtags genau wie sie, „einfach mal in die Politik reinschnuppern wollten“. In der Freizeit konnte man sich dann bei einem Kaffee in der Düsseldorfer Innenstadt besser kennenlernen.

Allzu viel Freizeit gab es für die Jugendlichen jedoch nicht. Neben Fraktions- und Ausschusssitzungen mussten auch Anträge entworfen und Reden vorbereitet werden. Am dritten und letzten Tag ging es ins Plenum.  Paulina Kemper selbst ist ganz froh, dass sie keine Rede im Plenarsaal halten musste: „Da habe ich den anderen den Vortritt gelassen, viele waren da schon geübter“, erklärte die Abiturientin. Die Stimmung im Düsseldorfer Plenarsaal ähnelte der einer echten Plenarsitzung.

„Die Abläufe im Jugend-Landtag sind schon sehr ähnlich zur wirklichen Welt“, erkannte auch Heike Wermer. Paulina Kemper berichtete ihr, dass es oft sehr lange dauerte sich zu einigen und viele Entscheidungen letztendlich aus Zeitdruck gefällt wurden. Heike Wermer war vor allem wichtig, dass die Jugendlichen die Arbeit der Abgeordneten und die Abläufe im Landtag kennen lernen.

Während allen Programmpunkten hatten die Jung-Politikerinnen und –Politiker Unterstützung von ehemaligen Jugend-Landtags-Teilnehmerinnen und –Teilnehmern. „Ich fände es sehr interessant zu sehen, wie die Jugendlichen im nächsten Jahr im Landtag arbeiten“, so die Nienborgerin, die sich vorstellen kann, im nächsten Jahr auch als Ehemalige am Jugend-Landtag mitzuwirken.

Paulina Kemper möchte auf jeden Fall weiterhin in der Politik aktiv bleiben, ist sogar vor kurzem der Jungen Union beigetreten. „Viele Menschen meckern immer über die Politik, aber keiner macht etwas“, kritisierte die Abiturientin. Jeder könne sich auch vor Ort politisch engagieren. Nach ihrem Abitur möchte sie gern ein Studium beginnen, was genau sie studieren möchte, weiß sie noch nicht. Etwas im sozialen Bereich oder ein Studiengang in Richtung Politik könnte sie sich aber vorstellen.

Den Jugend-Landtag kann Paulina Kemper nur weiterempfehlen: „Ich habe mich sehr über die Zusage gefreut, es war eine tolle Erfahrung.“ Aber: Frauen sollten sich viel öfter politisch engagieren, auch im Jugend-Landtag waren nur etwa ein Drittel der Teilnehmer weiblich. Der Landtag NRW organisiert jährlich den Jugend-Landtag. Dabei übernehmen Jugendliche im Alter von 16 bis 20 Jahren für drei Tage die Rolle der Abgeordneten, diskutieren über aktuelle Themen und stimmen über diese ab. Die Ergebnisse werden anschließend an die „echten“ Mandatsträger weitergeleitet.

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