Dr. Hermann Paßlick im Ruhestand

|   Kreis Borken

In den wohlverdienten Ruhestand trat jetzt der Leitende Kreisrechtsdirektor Dr. Hermann Paßlick. Im Rahmen einer Feierstunde im Borkener Kreishaus verabschiedete ihn Landrat Dr. Kai Zwicker im Beisein zahlreicher enger Weggefährten aus Politik und Verwaltung, von Vertretern der kreisangehörigen Kommunen sowie von Repräsentanten aus dem Verkehrsbereich und vieler weiterer Institutionen. Ein Vierteljahrhundert lang gehörte Dr. Paßlick dem Vorstand der Kreisverwaltung an. In seiner Ansprache würdigte ihn der Landrat als engagierten Teamplayer, der stets das "Flairplay" gepflegt habe. In persönlichen Worten beschrieben zudem Paul Lensing als langjähriger verkehrspolitischer Sprecher der CDU und Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Verkehr und Bauen des Kreistages sowie Jens Steiner (Grüne) als Vorsitzender des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Dr. Paßlick.

In der Dankesrede blickte Landrat Dr. Zwicker zunächst kurz auf Paßlicks Zeit vor dem Kreis zurück: Zunächst sei er juristischer Assistent am Zentralinstitut für Raumplanung der Universität Münster gewesen, anschließend rund sechs Jahre im Rechtsamt der Stadt Bocholt, zuletzt als dessen Leiter. 1992 trat er dann den Dienst als Vorstandsmitglied beim Kreis Borken an. Zu seinem Dezernat gehörten seinerzeit das Rechtsamt, die Verwaltung der Kreispolizeibehörde, das Ordnungs- und das Straßenverkehrsamt. Der Ordnungs- und der Verkehrsbereich waren dann über die ganzen 25 Dienstjahre beim Kreis hinweg gesetzt. "Drumherum" habe im Laufe der Zeit hingegen einiges gewechselt, erläuterte Dr. Zwicker: So gehörte der Fachbereich Natur und Umwelt länger zu Paßlicks Zuständigkeitsbereich, später kam der Fachbereich Tiere und Lebensmittel dazu. Zeitweilig zeichnete er zudem verantwortlich für den Fachdienst Organisation und Personal sowie den IT-Betrieb. Ihm oblagen zudem zahlreiche externe Aufgaben, insbesondere als Vorsitzender des Aufsichtsrates der RVM und der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland, als Vorsteher der Zweckverbände "Schienenpersonennahverkehr Münsterland" und "Nahverkehr Westfalen-Lippe" sowie als Kuratoriumsvorsitzender der "Stiftung Kulturlandschaft Kreis Borken".

Vor allem im Ordnungs- und im Verkehrsbereich habe Hermann Paßlick vieles bewirken können, erläuterte Zwicker. 1995 brachte das Landesregionalisierungsgesetz den Kreisen und kreisfreien Städten die Zuständigkeit für Planung, Organisation und Ausgestaltung des gesamten Öffentlichen Personennahverkehrs auf Straße und Schiene. Im engen Schulterschluss mit der Politik sei Hermann Paßlick diese Aufgabe angegangen: Er gehörte zu den Gründungsvätern des Zweckverbands Schienenpersonenverkehr, in dem die Münsterlandkreise und die Stadt Münster die von der Deutschen Bahn übernommenen Aufgaben bündelten. Der gesamte ÖPNV im Westmünsterland geriet in der Folgezeit in Bewegung – hier drei Beispiele mit Langzeitwirkung in die heutige Zeit hinein, an denen Dr. Paßlick maßgeblich mitgewirkt hat: der "Sprinter-Bus" als durchgehende schnelle Busverbindung zwischen Bocholt und Münster, der grenzüberschreitende Bahnverkehr auf der Strecke Gronau – Enschede und die vor wenigen Tagen in Form eines Pilotprojektes aufgenommene grenzüberschreitende Busverbindung zwischen Aalten und Bocholt, die eine Lücke zwischen dem deutschen und niederländischen ÖPNV-Netz schließt.

Auch das Thema Verkehrssicherheit lag Hermann Paßlick am Herzen. So machte er sich u. a. stark für eine enge Zusammenarbeit mit der Kreisverkehrswacht, für den Bau des Verkehrssicherheitstrainingsplatzes in Nordvelen-Estern sowie für die Wiederbeschaffung des "Verkehrsmobils" für die Verkehrserziehung in Schulen und Kindergärten – das Vorgängerfahrzeug war bei Umbaumaßnahmen in einer Autowerkstatt ausgebrannt.

Dr. Paßlick war auch Leiter des Krisenstabs des Kreises Borken. In enger Abstimmung mit Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen ließ er Konzepte sowie Übungsszenarien zum Katastrophenschutz und zur Gefahrenabwehr entwickeln und legte großen Wert auf grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Feuerwehr und Rettungsdienst. Die auf diese Weise eingespielten Strukturen erwiesen sich bei der Bekämpfung der Großschadensereignisse der vergangenen Jahre als sehr nutzbringend. Den Ausbau des in Kreis-Trägerschaft stehenden Rettungsdienstes konnte Hermann Paßlick tatkräftig vorantreiben, um die Hilfsfristen im Interesse der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern.

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