Dorothee Feller erlebt Europa im Kleinen

|   Kreis Borken

Der europäische Gedanke ist es, dass die Grenzen zwischen den Ländern wegfallen und diese enger aneinanderrücken. In vielen Dingen des Lebens wird dieser Gedanke schon gelebt. So ist es für viele Deutsche und Niederländer längst selbstverständlich im jeweiligen Nachbarland einzukaufen und Urlaub zu machen. Bei der Jobsuche sind die Grenzen aber oft noch im Kopf. Im GrensWerk in Gronau versucht man diese abzubauen. Die Präsidentin der Bezirksregierung Münster, Dorothee Feller, machte sich jetzt vor Ort ein Bild von der Arbeit des GrensWerk.

„Der Weg von Gronau nach Enschede ist kürzer, als der Weg von Gronau nach Ahaus“, erklärt Johann Meiners, Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld und ergänzt: „Dennoch suchen die Menschen eher einen Job in Ahaus als auf der anderen Seite der Grenze und nehmen berufliche Chancen, die sich dort bieten, nicht wahr.“ An diesem Beispiel zeigt er gleich zu Beginn des Besuches von Regierungspräsidentin Dorothee Feller die Situation auf, an der die Experten des GrensWerk, dem Informations- und Kompetenzzentrums rund um die grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung mit Sitz in Gronau, tagtäglich arbeiten.

Unterschiedliche soziale Versicherungssysteme, Besonderheiten bei der Steuer, oder auch die Sprache sind Hürden, die viele Menschen davon abhält, sich im Nachbarland einen Arbeitsplatz zu suchen. „Wir im GrensWerk kennen den Arbeitsmarkt auf beiden Seiten, können beraten und bei der Stellensuche helfen. Außerdem arbeiten wir sehr eng mit dem Grenz-Infopoint der EUREGIO zusammen, der viele Fragen zur Sozialversicherung beantworten kann“, verdeutlicht Peter Schildkamp, Teamleiter im GrensWerk. „So erhalten Interessierte eine Rundum-Betreuung von uns und stellen fest, dass es meistens nicht so kompliziert ist wie man glaubt“, erklärt er der Regierungspräsidentin.

Die wiederrum zeigt sich beeindruckt von der Arbeit des GrensWerk: „Sie machen hier einen guten Job, darüber bin ich sehr froh, denn das ist ein Mehrwert für die Region“. Das Lob greift auch Onno van Veldhuizen, Bürgermeister der Stadt Enschede und einer der Partner vom GrensWerk auf: „Wir sind hier in einer Pionierstelle des kleinen Europas unserer Region.“ Er betont damit die Zusammenarbeit von Experten verschiedener Einrichtungen wie der Agentur für Arbeit, der EUREGIO oder auch der Stadt Enschede unter einem Dach. „Egal von welcher Seite der Grenze ein Mitarbeiter kommt, hier wird gemeinsam eng zusammengearbeitet.“

„Arbeiten ohne Grenzen kann Wirklichkeit werden“, so Meiners, der diesem Ziel mit dem GrensWerk ein Stück näher rücken möchte. Dorothee Feller gegenüber macht er deutlich, dass dies noch ein langer Weg ist. „Es muss uns gelingen, Menschen und Unternehmen in der Region auf die Möglichkeiten hinzuweisen, die am Arbeitsmarkt in der Grenzregion bestehen. Auch wenn die Arbeitslosigkeit niedrig ist, haben wir immer noch viele Menschen, die einen Job suchen.“ Das sieht auch Feller so und appelliert an die Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze, allen Menschen eine faire Chance zu geben, egal ob in Deutschland oder den Niederlanden: „Nicht jeder hat einen 1A Abschluss. Aber auch diese Leute haben Potenzial, das Arbeitgeber abholen müssen.“

Das GrensWerk ist eine gemeinsame Einrichtung der Stadt Enschede, der Werkplein Twente, des UWV, der EUREGIO und der Agentur für Arbeit Coesfeld mit Unterstützung der Agenturen für Arbeit Rheine und Nordhorn. Hier können Arbeitnehmer aus Deutschland und den Niederlanden Hilfe und Beratung zur Jobsuche im Nachbarland erhalten. Auch Arbeitgeber, die Personal suchen können sich an das GrensWerk wenden, um so die Mitarbeitersuche auf die andere Grenzseite auszuweiten.

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