Doppelte Flucht - Suche nach Mann

|   Kreis Borken

Mit einem Verkehrsunfall endete am Dienstag die halsbrecherische Flucht eines 48-jährigen Mannes. Zollbeamte wollten den Autofahrer, der in einem weißen Fiat 500 mit FF-Ortskennzeichen Frankfurt (Oder) unterwegs war, gegen 13 Uhr kurz hinter der Grenze anhalten und auf einem Parkplatz kontrollieren. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand beschleunigte der Mann auf dem Parkplatz plötzlich und flüchtete mit hoher Geschwindigkeit über die B 54 in Richtung A 31. Im weiteren Verlauf versuchte er das verfolgende Fahrzeug vom Zoll am Überholen zu hindern und benutzte dabei teilweise auch die Gegenfahrspur. Als das verfolgende Fahrzeug im Bereich der 2+1-Regelung überholen wollte, versuchte er dieses durch eine plötzliche Lenkbewegung nach links abzudrängen. Die Fahrerin des Zollfahrzeugs konnte durch ein Abbremsmanöver verhindern, in den Gegenverkehr zu geraten.

An der Ausfahrt Gronau-Ost fuhr der 48-Jährige entgegengesetzt zur Fahrrichtung ab, fuhr wieder in Richtung Grenze und versuchte im Bereich eines Rückstaus vor der Anschlussstelle Gronau-Epe zwischen der Fahrzeugschlange und der Schutzplanke seine Flucht fortzusetzen. Dabei touchierte er einen Kleintransporter sowie die Schutzplanke und konnte durch Zollbeamte angehalten und aus dem Fahrzeug geholt werden. Bei dem Verkehrsunfall wurde niemand verletzt, glücklicherweise auch nicht während der vorhergehenden Flucht. Der entstandene Sachschaden wird auf ca. 13.000 Euro geschätzt.

Bei der Überprüfung des Mannes (polnischer Staatsangehöriger ohne bekannten festen Wohnsitz) stellte sich heraus, dass gegen diesen zwei Haftbefehle (1. Vollstreckungshaftbefehl der Staatsanwaltschaft Hamburg: 670 Tage Restfreiheitsstrafe wegen Hehlerei, Betruges, Urkundenfälschung und Raubes; 2. Abschiebungshaftbefehl des Ausländeramtes Hamburg) vorlagen und der von ihm benutzte Pkw in den Niederlanden gestohlen war. Zudem fanden die Beamten neben gestohlenen Kennzeichen auch typisches Einbrecherwerkzeug und einen Joint in dem Fahrzeug.

Die hinzugerufenen Polizeibeamten nahmen den Gesuchten fest und stellten den Pkw sowie die Kennzeichen, das Werkzeug und den Joint sicher. Der Festgenommene stand nach durchgeführten Tests weder unter Alkohol- noch unter Drogeneinfluss. Die Ermittlungen dauern an. Sollten Verkehrsteilnehmer bei der Flucht durch den 48-Jährigen gefährdet worden sein, werden diese gebeten, sich an das Verkehrskommissariat in Ahaus (Tel. 02561/9260) zu wenden

Dem festgenommenen Beschuldigten gelang am frühen Mittwochmorgen gegen 5.15 Uhr die Flucht aus dem Polizeigewahrsam in Gronau. Unmittelbar nachdem der Mann die Wache verlassen hatte, wurde die Flucht bemerkt und eine Fahndung eingeleitet, die immer noch andauert. Der 48-Jährige ist 182 cm groß und schlank, er hat dunkle kurze Haare mit Seitenscheitel und einen Schnauzbart. Er spricht akzentfrei deutsch und war zuletzt mit einer dunklen Hose und einem dunklen Nike-T-Shirt bekleidet. Wer die Person gesehen hat oder sonstige Hinweise geben kann, wird gebeten, sich sofort über den Polizeiruf 110 zu melden.

Die Umstände der Flucht aus dem Polizeigewahrsam werden derzeit noch untersucht - aus Neutralitätsgründen wurde das Polizeipräsidium Münster mit den Ermittlungen beauftragt. Nach dem bisherigen Stand konnte der 48-Jährige den Gewahrsamstrakt und das Polizeigebäude ohne Gewaltanwendung gegen Personen oder Sachen verlassen.

 

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