Digtalisierung steht auf der Prioritätenliste oben

|   Ahaus

Seit September vergangenen Jahres leitet Daniel Urmetzer die Ahauser Stadtbibliothek. Keine leichte Aufgabe, besonders mitten in einer Pandemie. In einem Interview stellt sich der 31-jährige vor.

Herr Urmetzer, erzählen Sie uns ein wenig über Ihren Werdegang. Wie und über welche Stationen sind Sie bei der Stadtbibliothek Ahaus gelandet?


Geboren und aufgewachsen bin ich Koblenz. Meine Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste im Bereich Bibliothek habe ich an der Universitätsbibliothek Frankfurt absolviert. An der Hochschule der Medien in Stuttgart habe ich dann meinen Bachelor in Bibliotheks- und Informationsmanagement gemacht. Und nach dem Studium bin ich nun als Berufsanfänger bei der Stadt Ahaus gestartet.

Wie gefällt Ihnen Ahaus?


Das Arbeiten in der Stadtbibliothek Ahaus gefällt mir sehr gut. Ich habe viele Kolleginnen und Kollegen, auch bei der Stadt Ahaus, die mir mit ihrer Erfahrung immer weiterhelfen können. Der Münsterländer an sich ist schon ein kleiner Kulturschock für mich gewesen, das hat schon ein bisschen gedauert, bis ich die Menschen hier einschätzen konnte. Die Stadt gefällt mir gut, ich finde es beeindruckend, welche Strukturen seit dem Kriegsende hier geschaffen wurden. Da können die Großstädte, in denen ich bisher lebte, teilweise nur von träumen.

Was machen Sie gern in Ihrer Freizeit?


Ich spiele unglaublich gerne Tischtennis. Es ist zwar leider ein sehr trainingsintensiver Sport, aber ebenso auch ein sehr taktischer Sport. Das Zusammenspiel von Kopf und Körper ist hier sehr wichtig. Daneben geh ich gerne spazieren – auch wandern – und zocke gerne an der PS4 oder am PC.

Was mögen Sie an Ihrem Job besonders?


Die unterschiedlichen Menschen, mit denen man täglich arbeitet. Jeden Tag wartet eine neue Herausforderung. Daneben arbeite ich gerne an Angeboten, die auf die Medienkompetenz abzielen. Die technische Entwicklung nimmt von Generation zu Generation mehr Fahrt auf, was es für die Menschen schwierig macht, sich darauf einzustellen. Besonders die älteren Menschen sind es gewohnt, dass Dinge für die Ewigkeit hergestellt werden. Das ist heute leider nicht mehr üblich und auch nicht möglich. Aber auch mit Schülerinnen und Schülern arbeite ich immer gerne zusammen. Ich würde mich jetzt noch nicht als "alt" bezeichnen, aber die Kinder und Jugendlichen zeigen mir hin und wieder auch Tricks und Kniffe, die ich noch nicht kannte.

Was sehen Sie als Ihre größte Herausforderung für die nächsten Jahre?


Der Fachbereich Bildung, Kultur und Sport hat sich für mich entschieden, weil ich die Digitalisierung in der Stadtbibliothek vorantreiben will. Das will ich natürlich weitermachen, muss hier allerdings auch um Geduld bitten, da man nicht alles auf einmal umsetzen kann. Es gibt Projekte, die viel Zeit für Absprachen und Planung benötigen, beispielsweise das Online-Bezahlen. Jetzt ist durch die Pandemie eben noch eine zweite große Herausforderung auf uns als Team der Stadtbibliothek Ahaus zugekommen: Wenn wir wieder irgendwann bedenken- und hürdenlos öffnen können, würden wir natürlich wieder möglichst nahe an die Besuchszahlen von vor der Pandemie anknüpfen. Dafür müssen wir aber dann zeitgemäße Angebote entwickeln, um die Bibliothek wieder als „dritten Ort“ nach dem Zuhause und der Arbeitswelt, quasi als Wohnzimmer der Stadt Ahaus integrieren zu können.

Was war Ihr bisher größtes berufliches Highlight?


Vor ein paar Wochen hatten wir Mani Beckmann – alias Tom Finnek – in der Bibliothek, damit er aus seinen Münsterlandkrimis liest. Das war meine erste Veranstaltung, für die ich als Leiter der Stadtbibliothek verantwortlich war. Entsprechend nervös war ich davor, zumal ich gerade in dieser Woche durch eine Erkältung ziemlich ausgeknockt war. Mein Team hat mich hier aber auch sehr unterstützt, wofür ich mich gar nicht genug bedanken kann.

Was bietet die Stadtbibliothek ihren Besuchern/Nutzern? Und wohin soll die Reise gehen?


Neben dem klassischen Ausleihen von Medien (Büchern für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Zeitungen/Zeitschriften, DVDs/Blu Rays, Hörbüchern, Musik-CDs, Tonies oder der Onleihe) bieten wir auch Sitz- und Arbeitsplätze, einen guten Kaffee und freundliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die immer ein offenes Ohr für ihre Gäste haben. Die Reise versucht, nahe am Puls der Zeit zu bleiben, also an der Digitalisierung und dem, was auch sozialpolitisch aktuell ist, beispielsweise Fridays for Future oder der LBQT-Bewegung. Das sind so Sachen, die wir in unserem Bestand widerspiegeln möchten. Natürlich werde auch fachliche Dinge, wie bsbw. Open Library, die Vreden dieses Jahr eingeführt hat. Bei all diesen Dingen muss man aber auch immer gucken, ob und wie diese für und in der Stadtbibliothek Ahaus umzusetzen sind.

Welches ist Ihr liebstes Medium? Und warum?


Mein liebstes Medium sind die Konsolen- und Computerspiele. Ich mag es, wie hier auf die verschiedenste Weise Geschichten erzählt werden. Die Uncharted-Reihe schafft es zum Beispiel, das Spiel wie einen Kinofilm zu erzählen. Ebenso mag ich die Herausforderung, die Spiele bieten können. Die Dark Souls-Reihe schafft es hier, zum einen schwer zu sein, zum anderen aber auch die Spielenden beim Meistern so zu entlohnen, dass man die Herausforderung auch gerne annimmt. Natürlich nehme ich aber auch immer wieder gerne mal ein Buch zu Hand.

Hier ein Video auf dem YouTube-Kanal der Stadt Ahaus, in dem Daniel Urmetzer durch die Ahauser Stadtbibliothek führt https://www.youtube.com/watch?v=pPFD43rKq0Q

 

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