Digitalisierung als Herausforderung

|   Vreden

Die sitzungsfreie Zeit während der Herbstferien nutzt die Landtagsabgeordnete Heike Wermer, um Einrichtungen in ihrem Wahlkreis zu besuchen. Sie besichtigte gemeinsam mit Claudia Middendorf (Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten in Nordrhein-Westfalen) das Haus Früchting in Vreden-Ellewick.

Das Haus Früchting in Vreden-Ellewick liegt ländlich in einem Waldgebiet. „Wenn Sie denken das Navi führt Sie falsch, dann sind Sie auf dem richtigen Weg“, lachte Wohnheimleiter Thomas Böhm, als er Heike Wermer und Claudia Middendorf begrüßte. 105 stationäre und etwa 40 ambulante Plätze bietet das Haus Früchting Menschen mit schweren und schwersten geistigen Behinderungen, teilweise in Kombination mit psychischen Erkrankungen oder besonderen Verhaltensauffälligkeiten. Neben den Wohnbereichen gibt es auf dem Gelände auch eine Werkstatt sowie weitere tagesstrukturierende Angebote, die den Bewohnern einen zweiten Lebensraum bieten.

Neben Wohnheimleiter Thomas Böhm nahmen auch Werkstattleiter Christian Kröger und Verwaltungsleiter Bruder Karsten-Johannes Kruse an einem gemeinsamen Gespräch teil. Ein wichtiges Thema hierbei war die vernachlässigte Position von Menschen mit einer geistigen Behinderung und besonders herausfordernden Verhaltensweisen im öffentlichen und politischen Raum. Dies insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Inklusionsdebatte. Weitere Gesprächspunkte waren das neue Bundesteilhabegesetz (BTHG) und die Herausforderungen, vor denen Einrichtungen wie das Haus Früchting stehen. „Die Digitalisierung spüren wir besonders in unseren Werkstätten – Maschinen entwickeln sich weiter, das Produzieren wird günstiger. Häufig lohnt es sich nicht mehr für Unternehmen, kleine Produktionsschritte an Behindertenwerkstätten auszulagern. Einfache Tätigkeiten, die für unsere Bewohner machbar sind, fallen somit weg“, erklärte Werkstattleiter Christian Kröger. Die Menschen im Haus Früchting arbeiten beispielsweise mit Holz oder Kunststoff. Sie verüben Handwerks-, Montage-, Garten- oder Verpackungsarbeiten für verschiedene regionale Kunden, zum Beispiel für Schmitz Cargobull.

Heike Wermer und Claudia Middendorf durften sich nach einem regen Austausch die Werkstätten und eine heilpädagogische Intensivwohngruppe genauer anschauen. In kleinen Gruppen wird jeder Bewohner individuell gefördert und betreut. „Die Angebote im Haus Früchting sind vielseitig. Es ist sehr wichtig, dass man Menschen mit Behinderungen fördert und ihnen tagesstrukturierende Abläufe bietet“, resümierte Heike Wermer, die als Landtagsabgeordnete auch für die Stadt Vreden zuständig ist.

„Ich bedanke mich für den interessanten Einblick in die Arbeit und den produktiven Austausch mit allen Akteuren. Aus dem Gespräch nehme ich wichtige Anregungen mit nach Düsseldorf und freue mich, mit den Beteiligten auch weiterhin im Austausch zu bleiben“, ergänzte Claudia Middendorf.

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