Corona-Notpflege wird umgewandelt und erweitert

|   Vreden

Aus der Notpflege Vreden wird die „solitäre“ Kurzzeitpflege Vreden. Ab 1. April steht damit beim Pflegenetz Westmünsterland in eigens modernisierten und ausgebauten Räumen gleich neben dem St. Marien Hospital allen, die plötzlich oder übergangsweise einen Pflegeplatz benötigen, eine exklusiv für ihre Bedürfnisse konzipierte und ausgestattete Einrichtung offen. In Verbindung mit dem bewährten Hausgemeinschaftskonzept beim Pflegenetz Westmünsterland bekommen sie dort die professionelle Pflege und liebevolle Zuwendung, die gerade in Zeiten von Übergang und Umbrüchen so wertvoll ist. So freut es Einrichtungsleiter Marc Tenspolde besonders, dass viele seiner Pflegegäste sich verabschieden mit den Worten: „Ich bliebe am liebsten hier.“

Seit April 2020 konnte in der Notpflege Vreden rund 170 Menschen geholfen werden, die aufgrund der Corona-Pandemie in „Pflege-Not“ geraten waren. Dabei war zu diesem Zeitpunkt die Zukunft der Räumlichkeiten nach dem Umzug des St. Ludger Senioren- und Pflegezentrums in einen benachbarten Neubau zunächst ungewiss. Doch als zu Beginn des ersten Lockdowns deutlich wurde, dass das Corona-Virus auch außerhalb der stationären Pflegeeinrichtungen vieles durcheinander wirbeln würde, fand die Idee einer „Notpflege-Einrichtung“ beim Kreis Borken sofort Anklang. Die Idee war es, all jenen, die wegen der Corona-Epidemie in eine Pflege-Notsituation kamen, für den Übergang eine Lösung anzubieten. Es ging dabei ausdrücklich nicht um selbst mit dem Virus Infizierte. Die Notpflege war ein Angebot für den Fall, dass zum Beispiel die bisherige Pflegekraft durch das Virus ausfiel, oder dass der endgültige, stationäre Pflegeplatz aufgrund der Pandemie nicht bezogen werden konnte.

In einem Kraftakt der hauseigenen Handwerker und Techniker im Pflegenetz und dank der großen Unterstützung und engen Begleitung seitens der Heimaufsicht beim Kreis Borken konnte das Projekt innerhalb kürzester Zeit realisiert werden. Gut einen Monat dauerte es, bis am 1. April die Notpflege mit 20 Zimmern an den Start ging. Dabei ist Notpflege keinesfalls mit „Notbehelf“ gleichzusetzen. Von Beginn an bemühten sich insgesamt 36 Mitarbeiter, den Pflegegästen ein Optimum an Pflege und auch an Zuwendung zu geben. Pflegekräfte, Sozialdienstmitarbeiter, Präsenzkräfte und Pflegehelfer, teils aus den wegen Corona zeitweise geschlossenen Tagespflegen im Pflegenetz Westmünsterland, aber auch einige neu eingestellte Kräfte engagierten sich über alle Maßen, um neben der eigentlichen Pflege für familiäre Atmosphäre und liebevolles Ambiente zu sorgen. Das Hausgemeinschaftskonzept, das durchgängig in den stationären Pflegezentren im Pflegenetz Westmünsterland angewendet wird, spielte auch hier in allen Überlegungen von Beginn an eine große Rolle.

Es zeigte sich schnell, wie groß der Bedarf an Pflegeplätzen für den Übergang auch unabhängig von Corona ist. Und so wurde – wieder mit maßgeblicher Unterstützung durch den Kreis Borken – aus der Notpflege die Idee einer solitären Kurzzeitpflege-Einrichtung entwickelt. In einem weiteren Gebäudeteil wurden zusätzliche Zimmer, Verwaltungs- und Technikräume von Grund auf modernisiert und nach neuesten Standards eingerichtet – mit behindertengerechten Bädern, intelligenten Innenausbaulösungen und moderner Ruftechnik, Flachbild-TVs und eigenen Balkonen. Am 25. März erfolgte die Abnahme durch die Heimaufsicht – sehr zur Freude von Bereichsleiter Michael Brinkmöller rechtzeitig zum Öffnungstermin am 1. April. „Ich bin sicher, dass dieses Angebot sehr stark angenommen wird“, sagt er. „Der Bedarf ist einfach da. Und mit dieser Ausstattung und unserem tollen Team werden sich die Menschen hier sicher gut aufgehoben fühlen.“

Während sonst Kurzzeitpflege-Plätze meist vereinzelt in stationären Pflegeheimen angeboten werden, stehen die insgesamt 28 Einzelzimmer nun exklusiv Kurzzeitpflege-Gästen zur Verfügung, womit deren besondere Bedürfnisse noch stärker in den Fokus rücken werden. Die „solitäre“ Kurzzeitpflege-Einrichtung ist die erste ihrer Art beim Pflegenetz Westmünsterland.

Auch Landrat Dr. Kai Zwicker zeigt sich überzeugt von dem Konzept. „Wir haben diese Initiative von Beginn an unterstützt, weil wir gesehen haben, dass die Menschen diese Angebote brauchen“, sagt er. „Wir haben außerdem gesehen, dass dort eine sehr gute Arbeit geleistet wurde und wird. Darum freuen wir uns, dass das Projekt in so erstaunlich kurzer Zeit umgesetzt wurde.“

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Zum 1. April öffnet die Kurzzeitpflege Vreden ihre Pforten für Pflegegäste aus dem Einzugsbereich des Pflegenetz Westmünsterland. Foto: Christiane Nitsche-Costa, Pflegenetz Westmünsterland
Zum 1. April öffnet die Kurzzeitpflege Vreden ihre Pforten für Pflegegäste aus dem Einzugsbereich des Pflegenetz Westmünsterland. Foto: Christiane Nitsche-Costa, Pflegenetz Westmünsterland
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