Chorgemeinschaft erleben in Corona-Zeiten

|   Heek

Dass Musik verbindet und Hoffnung spendet, wurde wieder einmal am Freitag in der St. Peter und Paul-Kirche in Nienborg bewiesen. Dort trafen sich die Mitglieder des Cäcilienchores Nienborg zum gemeinsamen Gottesdienst, um - anders als all die Jahre zuvor, aber trotz der gebotenen Einschränkungen - ihr Cäcilienfest in einem feierlichen und würdigen Rahmen zu begehen.  Dass dies überhaupt möglich war, ist dem Präses des Chores Pater Joy und dem Seelsorgeteam zu verdanken. Unterstützt wurde er von den choreigenen Messdienern Clemens Roters und Hans Mayer sowie Gabi Sanders als Ordnerin.

Auch wenn die Chormitglieder selber nicht singen durften, was so manches Sängerherz leiden ließ, durfte eine musikalische Begleitung zum Feste der Patronin der Kirchenmusik natürlich nicht fehlen. Somit sang der Chorleiter, in Begleitung des Chormitgliedes Wilfried Stieler am Saxophon und an der Klarinette, die wundervollen Lieder wie Über 7 Brücken musst du gehen, Ave Maria und The Rose kurzerhand im Solo und machte die Messe somit zu einem emotionalen und klangvollen Ereignis. Jedes Mitglied hatte jedoch wohl denselben Gedanken, als die vielfach gemeinsamen gesungenen Lieder erklangen: Wann können wir diese Lieder endlich wieder mehrstimmig im Chor singen?

Auch wenn so einige nachdenkliche Momente während der Messe entstanden, und auch ein anschließend geselliger Abend ausblieb, überwogen doch der Trost und die Hoffnung, die das Zusammenkommen spendete. Hoffnung, dass die Corona-Pandemie irgendwann überstanden ist und dass die Chorgemeinschaft wieder so gelebt werden kann wie es vorher war. Dies schaffte nicht nur Pater Joy mit seiner bewegenden Predigt, in der er anhand von zahlreichen Beispielen aufzeigte, wie wichtig Musik für das christliche und das Leben allgemein ist, sondern auch die Vorsitzende des Chores Renate Büning in ihrer abschließenden Ansprache. Sie gewann der stressigen Coronazeit etwas Positives ab, indem sie betonte, dass viele das Chorleben nach der überstandenen Pandemie sicherlich noch mehr zu schätzen wüssten, da man ja bekanntlich erst erkennt wie wertvoll etwas ist, wenn es einem fehlt. Sie nutzte die Gelegenheit ebenfalls, um die Jubilarin Anni Rosery zu ehren, die seit 70 Jahren Mitglied des Kirchenchores St. Cäcilia Nienborg ist. Auch wenn sie schon vor vielen Jahren zum passiven Mitglied gewechselt ist, hat sie den Chor immer aktiv und wohlwollend als Autorin, Regisseurin oder auch Wahlleiterin unterstützt. Ihr wurde die Ehrenurkunde vom Diözesancäcilienverband für 70 Jahre Singen in einem Kirchenchor verliehen, die ihr, sobald sich die Lage etwas beruhigt hat, persönlich mit dem größten Dank übergeben wird.

Renate Büning bedankte sich ebenfalls bei dem langjährigen Chorleiter Norbert Rehring, der ständiger Ansprechpartner für die organisatorischen Anforderungen, die diese Pandemie dem Vorstand auferlegt hat, war. Er habe das Chorleben so gut es geht zusammen gehalten, sei es durch persönliche, musikalische Grüße in der WhatsApp-Chorgruppe im März oder auch als Koordinator bei dem Probenstart nach den Sommerferien in ungewohnter Umgebung und mit vielen, neuen Hygieneregeln. Es durfte in der Kirche geprobt werden, jedoch mit großem Abstand zwischen den Chormitgliedern – ein ungewohnter Probenablauf, der für alle eine große Herausforderung war und letztendlich auch nur wenige Wochen so stattfinden durfte. Die Vorstandsvorsitzende betonte abschließend, wie wichtig die Gemeinschaft für den Bestand des Chores sei und hoffe auf rege Teilnahme, sobald es wieder möglich ist. Norbert Rehring würde dann sein Übriges tun, um den Chor trotz längerer Pause wieder in Höchstform zu bringen.

Anschließend ergriff Mechthild Kabst noch einmal das Wort, um auch an Renate Büning einen großen Dank auszusprechen. Es war für sie als Vorstandsvorsitzende keine einfache Situation in den letzten Monaten und sich ständig auf dem neuesten Stand bezüglich der Probenbedingungen zu halten, habe sie viel Zeit und Kraft gekostet. Doch sie ließ sich nicht unterkriegen und war für den Chor stets der Fels in der Brandung. Die anwesenden Chormitglieder bestätigten dies mit einem kräftigen Applaus.

Zum Abschluss der Messe bekam jedes Mitglied eine Rose mit auf dem Weg als Dankeschön für die Treue in den vergangenen schweren Monaten und gleichzeitig als Lichtblick für kommende bessere Zeiten.

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