Chancen für Quereinsteiger

|   Vreden

Die Wirtschaft brummt, die Auftragsbücher sind voll: Die Wunschsituation vieler Unternehmen. Aktuell ist das für viele Betriebe in der Region Realität. Auch Franz-Wilhelm Frankemölle, Inhaber und Geschäftsführer der Firma Kropp-Stahl GmbH in Vreden, geht es für sein Unternehmen so. Um die Arbeiten erledigen zu können, benötigt er gut qualifiziertes Personal, dass am Markt jedoch immer schwieriger zu finden ist. Da heißt es, alternative Wege einzuschlagen. Der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Coesfeld steht ihm dabei erfolgreich zur Seite.

Seit längerem betreut Sonja Heinrichs als Arbeitsvermittlerin im Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur die Firma Kropp-Stahl. „Ich kenne den Personalbedarf des Unternehmens und schlage regelmäßig Bewerber vor, die aus meiner Sicht gut zum Betrieb passen könnten“, erklärt sie. Längst ist das aber nicht mehr so einfach.  Wunschkandidaten mit längerer Berufserfahrung sind rar geworden. Das spürt auch Franz-Wilhelm Frankemölle: „Der Markt ist leergefegt. Daher treten fachliche Vorerfahrungen eher in den Hintergrund. Das wichtigste für uns ist, dass die Leute motiviert sind und hier arbeiten möchten.“

Jay Francis Thompson ist ein solcher Kandidat, der bei Kropp-Stahl mit seiner Motivation punkten konnte. Auf Vorschlag von Heinrichs stellte sich der 44-jährige Engländer bei Frankemölle vor. „Zum Vorstellungsgespräch bin ich damals in Begleitung meiner Frau gegangen. Sie ist Deutsche und musste etwas übersetzen“, erklärt der in Vreden wohnende. Eigentlich ist er gelernter Fleischer und hat auch schon als Helfer im Dachdeckerhandwerk gearbeitet. „Da habe ich auch mit Metall zu tun gehabt und kannte den Werkstoff daher etwas. Also habe ich mir gedacht: Das ist ein guter Job für mich.“

Nach einer einwöchigen Probearbeit, bei der er sich auch in der Praxis beweisen konnte, erhielt Thompson zum ersten April dieses Jahres einen Arbeitsvertrag. Gefördert wird die Arbeitsaufnahme mit einem sogenannten Eingliederungszuschuss durch die Agentur für Arbeit: „Wir zahlen dem Arbeitgeber einen Lohnzuschuss für mehrere Monate“, erklärt Heinrichs. Denn neben sprachlichen Barrieren, Thompson spricht bislang nur wenig deutsch, muss er auch in die neue Aufgabe intensiv eingearbeitet werden. „Er ist absolut berufsfremd, sodass es schon ein wenig dauert, bis er hier aktiv und eigenständig arbeiten kann“, fügt Frankemölle hinzu.

Mit dem Eingliederungszuschuss kann die Agentur für Arbeit einen besonderen Aufwand des Arbeitgebers ausgleichen. Zum Beispiel bei intensiver Einarbeitung, sprachlichen Defiziten, oder auch bei gesundheitlichen Einschränkungen. „Wir würden uns wünschen, dass mehr Arbeitgeber das Förderinstrument nutzen und damit Bewerbern eine Chance geben, die vielleicht nicht immer genau den Wunschvorstellungen entsprechen“, wirbt Heinrichs. Auch für Unternehmen sei das eine lohnende Investition, denn offene Stellen könnten so besetzt werden.

Für Frankemölle führte diese Unterstützung dazu, dass er bereits mehrere freie Stellen besetzen konnte. Denn neben Thompson sind noch andere Mitarbeiter auf ähnlichem Wege in das Unternehmen gekommen. „Nun hoffe ich natürlich, dass sie möglichst lange bei uns bleiben“ resümiert Frankemölle.

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