„Chance für den Kirchenkreis“

|   Ahaus

Mit einem Abendmahlsgottesdienst begann am 9. Juni die Sommersynode des Ev. Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken in der Ahauser Christuskirche. Im Anschluss fand die Beratung des Kirchenparlaments in der benachbarten Tonhalle im Kulturquadrat statt.

Grußworte überbrachten neben der Ahauser Bürgermeisterin Karola Voß, die Oberkirchenrätin Petra Wallmann für die Evangelische Kirche von Westfalen, der Superintendent des benachbarten Kirchenkreises Tecklenburg, André Ost, sowie Pfarrer Heinrich Plaßmann (kath. Pfarrgemeinde St. Maria Himmelfahrt Ahaus) sowie Kreisdechant Christoph Rensing. Rensing griff die aktuelle Debatte um die Zulassung evangelischer Ehepartner zur Eucharistie auf und erklärte angesichts der aktuellen Verlautbarungen aus Rom mit Nachdruck, nicht von dem bereits gemeinsam eingeschlagenen Weg abzurücken. „Wir lassen uns nicht beirren!“ waren seine deutlichen Worte zu diesem Thema.

Einen wichtigen Tagesordnungspunkt bildete der Beschluss der Synode, eine neu zugeschnittene kreiskirchliche Pfarrstelle für „Bildungs- und Jugendarbeit“ im Kirchenkreis auszuschreiben. Die bisher vorhandene Pfarrstelle für die Jugendarbeit ist seit dem Tod von Pfr. Michael Bruch (Rhede) vakant und wird derzeit kommissarisch von Pfr. Holger Erdmann (Borghorst-Horstmar) ausgefüllt. Mit der Erweiterung der Pfarrstelle um den Bereich „Bildungsarbeit“ setzt der Kirchenkreis einen neuen Schwerpunkt in seinem Bildungshandeln. Sowohl auf dem Gebiet der Jugendarbeit als auch auf dem Gebiet der Bildungsarbeit benötige der Kirchenkreis theologische Kompetenz, machte Superintendent Anicker deutlich. „Wenn die richtige Person gefunden wird und eine gezielte Vernetzungsarbeit in Kooperation mit anderen Partnern stattfindet, wird eine Stelle in dieser Kombination eine große Chance für den Kirchenkreis sein“, so Anicker.

Auf zehn Jahre erfolgreiche Arbeit kann in diesem Jahr der Trägerverbund für Kindertageseinrichtungen (Tv-KiTa) im Ev. Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken zurückblicken. Geschäftsführerin Claudia Brinkmöller und die Vorsitzende des Leitungsausschusses, Waltraut Ettlinger, konnten berichten, dass trotz abnehmender Finanzkraft keine einzige evangelische Kindertageseinrichtung in Kirchenkreis geschlossen werden musste. Alle 24 Einrichtungen im Kirchenkreis (19 im Verbund des Kirchenkreises, 5 in Trägerschaft einzelner Kirchengemeinden) wurden durch Baumaßnahmen den gestiegenen Anforderungen angepasst und einem inhaltlichen Qualitätsmanagement unterzogen. Die Referentinnen stellten die positiven Entwicklungen des Verbunds in den Mittelpunkt, machten aber auch deutlich, mit welchen Problemen die Kindertageseinrichtungen konfrontiert seien: „Größtes Problem war die seit Jahren nicht auskömmliche Refinanzierung der Arbeit, die dazu geführt hat, dass wir von der Substanz gelebt haben. Aktuell machen sich vor allem Fachkräftemangel und der gestiegene bürokratische Aufwand im KiTa-Bereich bemerkbar“, so Brinkmöller.

André Ost, Superintendent des Ev. Kirchenkreises Tecklenburg und Vorsitzender des Verbandsvorstandes, berichtete über den Stand des Aufbaus der gemeinsamen Verwaltung der drei ev. Kirchenkreise im Münsterland. Ab 2020 nehmen die kreiskirchlichen Verwaltungen der Kirchenkreise Steinfurt-Coesfeld-Borken, Tecklenburg und Münster ihre Arbeit in einem gemeinsamen Verwaltungsgebäude am Coesfelder Kreuz in Münster auf. Ost zeigte sich zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werde: „Ende dieses Jahres beginnen die Baumaßnahmen, ein Einzug im zweiten Quartal 2020 ist realistisch“, so Ost. Auch nach der Fusion der drei Verwaltungsämter bleiben die drei Kirchenkreise eigenständig. Die Superintendentur und die Synodalen Dienste (u.a. die Jugendarbeit, Diakonisches Werk, Schulreferat) des Ev. Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken bleiben am Standort Burgsteinfurt verortet, wie Superintendent Anicker betonte.

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