Breitbandausbau hält Belastungsprobe stand

|   Kreis Borken

Ob Homeoffice, virtuelle Lernplattformen oder mehr Zeit für Videospiele oder die Lieblingsserie: Die Corona-Zeit hat auch für das Breitbandnetz im Kreis Borken zu einer Belastungsprobe geführt. Erste Gespräche der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken mbH (WFG) mit den regionalen Anbietern zeigten, dass das Netz der außergewöhnlichen Herausforderung standgehalten hat. Auch die laufenden Ausbauarbeiten für den Außenbereich konnten mit kleineren Einschränkungen wie geplant fortgesetzt werden.

So geht der Glasfaserausbau im Kreis Borken auch in Corona-Zeiten mit großen Schritten voran. Während in der Vergangenheit die Glasfaseranbindung von ganzen Ortsteilen und Gemeinden echte Meilensteine darstellten, steht seit vielen Monaten die Anbindung der Außenbezirke mit hochleistungsfähigen Glasfaserlösungen im Fokus. Hier konnte mit der Übergabe von Zuwendungsbescheiden in Höhe von insgesamt 67 Millionen Euro für 13 Städte und Gemeinden in den Jahren 2017 und 2018 ein wichtiger Meilenstein besiegelt werden.

Die Gemeinde Schöppingen engagiert sich seit der ersten Stunde in dem Förderprojekt. Aktuell werden hier die ersten Anschlüsse geschaltet und in Betrieb genommen. Bürgermeister Franz-Josef Franzbach zeigt sich äußerst zufrieden und freut sich über den guten Projektfortschritt und die Einhaltung des Zeitplans trotz Einschränkungen. Auch Karl-Heinz Siekhaus, Geschäftsführer der Stadtwerke Ahaus und Umsetzungspartner der Stadt Ahaus, berichtet von einem guten Projektverlauf. Zwar sei es zu Beginn der Pandemie aufgrund der Kontaktsperre zu Umstellungen in den Arbeitsabläufen mit den lokalen Partnern gekommen, aber diese habe man schnell durchführen können. Sowohl Bürgermeister Franz-Josef Franzbach als auch Karl-Heinz Siekhaus sehen damit dem Zeitplan und der weiteren Projektumsetzung optimistisch entgegen.

Da die Umsetzung der geförderten Projekte in der Regel innerhalb von zwei bis drei Jahren abgeschlossen sein muss, können voraussichtlich schon dieses Jahr die ersten Kommunen ihre Ausbauarbeiten im Außenbereich erfolgreich beenden. Von den laufenden Förderprojekten profitieren aktuell rund 8.000 Hausanschlüsse, die schon bald auf Bandbreiten von mindestens 100 Mbit im Down- und Upload zugreifen können.

Allein durch die Förderprojekte wird der Kreis Borken so bei der Versorgung mit zukunftsfähigen Glasfaserlösungen einen Sprung von 34 auf 40 Prozent verzeichnen, während die Versorgungsquote im Bundesdurchschnitt aktuell rund 10 Prozent beträgt.

Für Landrat Dr. Kai Zwicker zahlen sich damit die Anstrengungen der vergangenen Jahre aus: "Der Kreis Bor-ken hat sich schon vor mehr als 10 Jahren für einen nachhaltigen Breitbandausbau mit Glasfaserstrukturen eingesetzt. Heute träg dieses Engagement Früchte und wird für die lokale Wirtschaft wichtiger denn je."

Durch die flächendeckende Glasfaserversorgung in den Außenbereichen wird nicht nur ein wichtiger Meilenstein in der Breitbandentwicklung erreicht, sondern es werden auch wichtige Weichen für die zukünftige digitale Transformation in der örtlichen (Land-)Wirtschaft gestellt. "Durch die Bemühungen regionaler Unternehmen - wie die örtlichen Stadtwerke - konnte ein großer Teil der Wertschöpfung in der Region gehalten und sogar ein positiver wirtschaftlicher Effekt für den Kreis Borken erzielt werden", resümiert WFG-Geschäftsführer Dr. Heiner Kleinschneider.

Die WFG und der Kreis Borken sehen aber auch weitere Entwicklungspotenziale; insbesondere auch in dem flächendeckenden Glasfaser-Roll-Out der größeren Städte sowie in der Anbindung an das Mobilfunknetz. Weiterhin laufen aktuell auf kommunaler Ebene Projekte für den Lückenschluss in der Anbindung der Schulen und Gewerbegebiete, wie Katharina Reinert, Bereichsleiterin Breitband bei der WFG und Lara Telaar, Gigabitkoordinatorin des Kreises, betonen.

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