„Bildungsstätte für Mobilität und Sicherheit“

|   Kreis Borken

Verkehrsaufklärungsarbeit wird in vielen Grundschulen bei uns im Kreis mit großem Engagement durchgeführt. In den weiterführenden Schulen wird das Thema hingegen häufig unter Hinweis auf weitere wichtige Aufgaben gar nicht oder nur "am Rande" angeboten. Die Unfallbilanz weist aber insbesondere bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Auffälligkeit auf. Umso wichtiger ist es, beispielgebendes Engagement an weiterführenden Schulen zu honorieren. Das hat Landrat Dr. Kai Zwicker nun getan: Er verlieh der Julia-Koppers-Gesamtschule Borken-Raesfeld das Zertifikat "Bildungsstätte für Mobilität und Sicherheit". Für ihr umfassendes Konzept erhielt die Schule zudem eine Förderung.

"Verkehrssicherheit und Verkehrsaufklärung sind uns wichtige Anliegen. Umso mehr freue ich mich über die herausragende Arbeit, die hier an der Schule geleistet wird", sagte der Landrat. Er übergab das Zertifikat an Schulleiter Axel Heinz sowie Vertreterinnen und Vertreter der Schule. Dr. Zwicker: "Es würde mich sehr freuen, wenn andere weiterführende Schulen sich von Ihrem guten Beispiel motivieren lassen."

Die Idee zum Zertifikat entstand in der kreisweiten Arbeitsgemeinschaft Verkehrserziehung und -aufklärung (ArGV). Denn die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen ist von je her überproportional am Unfallgeschehen beteiligt. Aber auch die Radfahrer im Alter von 15 bis 17 Jahren sind erheblich gefährdet. Im Jahr 2018 gab es 134 Verunglückte – eine leichte Verbesserung um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Von vornherein waren die Akteure in der ArGV bestrebt, ein landesweites Angebot zu schaffen. Deshalb wurden viele Gespräche mit der Landesverkehrswacht und mit dem NRW-Schulministerium geführt. Eine landesweite Konzeption dafür braucht jedoch noch etwas Zeit – im Kreis Borken konnten Verwaltung und Verkehrswacht aber zum Schuljahr 2017/2018 das Pilotprojekt starten, Schulen als "Bildungsstätte für Mobilität und Sicherheit" auszuzeichnen. Als erste zwei Schulen wurden im vergangenen Jahr das Berufskolleg Borken und die LWL-Brückenschule Maria-Veen geehrt und gefördert. Die Initiative wird von der Unfallkasse NRW und der Landesverkehrswacht NRW unterstützt. Die Schirmherrschaft hat Landrat Dr. Kai Zwicker übernommen.

Um das Zertifikat zu erhalten, müssen die Schulen • das Themenfeld in einen praxisorientierten Unterricht integrieren, • die Eltern, Schüler und Lehrer in die Planung und Organisation des Unterrichts und der Projekte einbeziehen, • eine Kooperation mit Polizei, Behörden und weiteren Organisationen pflegen.

Vorhandene, durchgeführte und geplante Konzepte und Aktivitäten, Projekte und Unterrichtspläne sollten dokumentiert und anhand eines Anforderungskataloges selbst bewertet werden, bevor die Bewerbungsunterlagen an den Fachbereich Verkehr des Kreises versandt wurden. Anschließend sichtete eine Expertenjury aus Vertretern des Schulamtes, der Verkehrswacht, der ArGV sowie des Fachbereichs Verkehr die Bewerbungsunterlagen.

In seiner Laudatio hob der Landrat hervor, dass die Schule ein für ihre Schulform passendes, nachhaltiges Konzept erarbeitet hat. So wird das Thema "Mobilität und Sicherheit" an der Julia-Koppers-Gesamtschule Borken-Raesfeld in verschiedenen Fächern thematisiert. Beispielsweise berechnen die Schülerinnen und Schüler im Matheunterricht Bremswege, verfassen Wegbeschreibungen in Englisch und Deutsch oder sprechen im Religionsunterricht über die Themen Selbstwahrnehmung und Selbstbild. Zudem gibt es Projekte und Aktivitäten wie Bustraining, eine Fahrradwerkstatt und eine Erste-Hilfe-AG.

Die Gesamtschule ist nun für vier Jahre zertifiziert und erhält eine einmalige Förderung in Höhe von 1.000 Euro. Für alle interessierten Schulen besteht die Möglichkeit, sich ebenfalls um das Zertifikat zu bewerben. Wer sich über die Anforderungen an eine "Bildungsstätte für Mobilität und Sicherheit" informieren möchte, kann sich bei Bernhard Sieverding, Fachbereich Verkehr, unter Tel. 02861/82-2063 melden.

« Zurück zur Übersicht
Ein Angebot von