Berufskolleg Lise Meitner feiert seine Abiturientia

|   Ahaus

Die Schulleiterin Jenny Dalhaus begrüßte die Gäste zu den zwei Abiturfeiern am Berufskolleg Lise Meitner (bklm) und gratulierte den 41 erfolgreichen Abiturientinnen und Abiturienten. „Sie können stolz auf sich und Ihre erbrachten Leistungen sein“, so Dalhaus. Das bklm ehrte in einem feierlichen Rahmen im Schloss die erfolgreichen Absolventen aus dem Beruflichen Gymnasium mit dem Schwerpunkt Gesundheit sowie die Allgemeine Hochschulreife mit der Erzieherausbildung, zwei Bildungsgänge, die im Kreis Borken nur am bklm angeboten werden.

Die Schulleiterin erinnerte daran, dass niemandem im letzten Jahr bewusst war, wie lange diese Krise tatsächlich andauern würde. Ein Jahr, in dem auf vieles, was uns wichtig ist, verzichtet werden musste. Ein Jahr, in dem wir alle gelernt haben, was den Mensch in seinem Innersten ausmacht. „Seien Sie stolz auf sich, wir sind es ganz bestimmt. Sie haben etwas Besonderes in einer sehr außergewöhnlichen Situation erreicht. Sie haben viel gelernt in dieser Zeit und neben dem Fachwissen haben Sie vor allem gelernt, dass Sie resilienter, dass Sie widerstandsfähiger sind als Sie eigentlich glauben. Sie haben eine existentielle Krise erfahren, Sie haben sie gemeistert und sind daran gewachsen“, so die Worte der Schulleiterin.

Zum Ende appellierte Dalhaus daran, aus diesen Erfahrungen eine bestimmte Haltung einzunehmen, um schwierige Situationen zu bewältigen. Sie formulierte verschiedene Leitsätze: „Seien Sie freundlich in einer Welt voller Widerstände und seien Sie solidarisch“, so Dalhaus, damit „in einer Solidarität 3.0 eine kosmologische Solidarität entstehen kann, um eine lebenswerte Welt zu erhalten. Vor allem, feiern Sie das Leben. Feiern Sie sich. Feiern Sie Ihren Erfolg.“

Der Abteilungsleiter Michael Hölscher wagte im wahrsten Sinne des Wortes den Blick in den Pralinenkarton und zitierte dazu aus dem Film „Forrest Gump“: „Meine Mutter hat immer gesagt: Das Leben ist wie eine Praline - man weiß nie, was man kriegt.“ Hölscher verband den Film mit dem Leben und erklärte, dass es hier wie im Film einen Helden gibt, der nach Lehrjahren auf Wanderschaft geht, um dann mit den erworbenen Kenntnissen und Fertigkeiten seine Meisterjahre bestreitet.

In seinen persönlichen Worten wünschte der Abteilungsleiter möglichst viele gute Pralinen und auch die Fähigkeit, damit umgehen zu können, wenn es auch mal nicht so schmeckt. „Halten Sie den Einschlägen des Lebens: Enttäuschungen, Krankheiten, Niederlagen, Ablehnungen oder Verlusten Stand und haben Sie das nötige Glück. Und denken Sie daran, Sie haben Einfluss auf Ihr Schicksal, Sie müssen immer nur das Beste daraus machen. „Heute nun enden Ihre Lehrjahre am Beruflichen Gymnasium und die Wanderjahre beginnen. Nun geht es darum, etwas zu finden, was man besonders gut kann und mag und damit beginnt der leistungsstärkste Teil Ihres Lebens. Versuchen Sie von Forrest Gump zu lernen, was er machte, machte er mit Spaß und er fokussierte sich darauf. Nehmen Sie sich Zeit für bewusstes, entschleunigtes Tun, kontrollieren und steuern Sie Ablenkungspotentiale und haben Sie Freude auch an intensiven Tätigkeiten.“

Die Klassenleitungen und Lehrerinnen und Lehrer der erfolgreichen Absolventen erinnerten sich gerne an die gemeinsame Zeit und gratulierten von Herzen zu diesem Erfolg in den herausfordernden Zeiten. „Und dann kam da so ein kleines Ding, was noch nicht einmal ein Lebewesen war und hat Ihnen so vieles genommen, die Klassenfahrten, Exkursionen und das gemeinsame Lernen“, so die Worte des Lehrers Timo Pörsel. „Wir haben alle erfahren, wie wichtig das echte soziale Miteinander ist, und auch, dass die gemeinsame Freude und Anstrengung für nachhaltiges Lernen grundlegend sind“, so Thomas Renkhoff. Katharina Boonk war begeistert von einem extrem kritischen Kunstkurs, der sich außerordentlich kreativ und gesellschaftskritisch engagiert hat. „Bleiben Sie weiterhin so mutig und unkonventionell“, so Boonk.

Die Klassensprecherinnen der zwei Abschlussklassen wagten einen Blick auf die letzten drei Jahre mit all ihren Erlebnissen. „Die Zeit des Distanzlernens war für die Schülerschaft zuerst reizvoll und dann ein schlechter Film, da statt Klassengemeinschaft nur der Bildschirm angemacht wurde. Doch der Film hatte ein Happy End, denn mit Anatomie und Physiologie kann man schließlich alles erklären“, so die Worte Elisabeth Homann (GHR), „sogar unser Abitur.“ Die Klassensprecherinnen der SHR erinnerten an diese gemeinsame Zeit und appellierten auch an die Zukunft: „Wir haben es geschafft und nun stehen wir vor neuen Herausforderungen – wir müssen uns der Zukunft zuwenden und dafür zu sorgen, dass die Welt zu einem besseren Ort wird. Lasst uns anfangen uns selbst zu finden und Verantwortung für uns zu übernehmen!“

Neben den vielen guten Wortbeiträgen gab es auch Kulturelles von der Schülerschaft der Kultur-AG unter Leitung von Katharina Boonk. In einem Medley aus drei Liedern des Films „High School Musical“ wurde von dem Kulturkomitee der Kultur AG ein Tanztutorial digital entwickelt und als Gemeinschaftsprojekt für alle Klassen am bklm verwirklicht.

Die Kultur-AG des bklm hatte die Feierlichkeiten organisiert und mit „bklm primetime“ auch das selbsterstellte Fernsehformat abgedreht. In der bklm Höhle des Löwen wurden die besten Erfindungen zur Notenoptimierung ohne das lästige Lernen von der Schülerschaft vorgestellt und ein Lehrerteam entschied, welche Erfindungen des modernen Spickzettels marktfähig seien.

In dem „Familienduell“ sind die Familien Dalhaus und Kotte gegeneinander angetreten und mussten beweisen, wie gut sie sich in die Absolventen hineinversetzen können. Das Team Dalhaus konnte durch sehr viel Empathie überzeugen und ging als klarer Sieger hervor.

Zum Ende hin kam dann der große Moment und es wurden die Zeugnisse feierlich im Schloss überreicht. Auch wurden die außergewöhnlich guten Leistungen von Lena Lammers (GHR), Elena Lürick (GHR), Justus von Raesfeld (GHR) sowie von Merle Große Vestert (SHR) gelobt. Mit der musikalischen Einlage „Shallow“ überraschten Thomas Renkhoff und Cindy Shepers (SHR) die Gäste im Schloss und nach der berührenden Einlage war auch den letzten Abiturienten klar: „A Star is born“.

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