Berufliche Inklusion im Kreis Borken gestalten

|   Kreis Borken

Der Übergang von der Schule in den Beruf ist für junge Menschen ein wichtiger Schritt. Mit den Möglichkeiten, die es dabei für Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf gibt, hat sich jetzt die Fachtagung "Berufliche Inklusion gestalten im Kreis Borken" beschäftigt. Rund 100 Fachkräfte aus Schulen und anderen Bildungseinrichtungen im Kreisgebiet nahmen an der Veranstaltung teil. Das Schulamt für den Kreis Borken, die Kommunale Koordinierungsstelle "Kein Abschluss ohne Anschluss" des Kreises (KAoA), die Agentur für Arbeit Coesfeld und der Landschaftsverband Westfalen Lippe hatten zu der Veranstaltung ins Kreishaus Borken eingeladen.

Zu Beginn der Fachtagung ging Rita Krümpelmann, Mitarbeiterin aus dem Bereich Bildung und Integration des Kreises Borken, auf das inklusiv angelegte Landesvorhaben "Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW" ein. "Es bietet allen Schülerinnen und Schülern ab der 8. Klasse aufeinander aufbauende Angebote, um sich beruflich zu orientieren", erläuterte Krümpelmann. Karin Lebek vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe verwies zudem auf das Programm "KAoA-STAR", das Schülerinnen und Schüler mit Handicaps beim Übergang in den Beruf unterstützt. Anja Haermeyer vom Integrationsfachdienst Borken gab einen Einblick, wie das Vorhaben an den Förderschulen und den Schulen des Gemeinsamen Lernens – dort werden Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderungen gemeinsam unterrichtet – im Kreis Borken umgesetzt wird.

In Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung anhand von Beispielen aus dem Schulalltag, wie sie die berufliche Inklusion bei speziellen Herausforderungen voranbringen können. "Dabei ging es um die Weiterentwicklungen inner- und außerschulischer Strukturen", erklärte Ulrike Elkemann vom Schulamt für den Kreis Borken. "Das Ziel ist es, die Zusammenarbeit der verschiedensten Akteure zu optimieren." Eine Herausforderung sei, jeweils individuelle Lösungswege für einzelne Schülerinnen und Schüler zu gestalten.

Hubert Borgmann, Leiter der Reha-Beratung der Agentur für Arbeit Coesfeld, betonte, dass nicht immer der unmittelbare Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung sinnvoll sei. Die individuelle Situation von Jugendlichen sei entscheidend. Es müsse festgestellt werden, ob sie schon reif für eine Ausbildung seien. Manchmal sei es besser, die jungen Menschen zunächst in einer berufsvorbereitenden Maßnahme  gezielt auf das Berufsleben vorzubereiten, erklärte Borgmann. Konkrete Unterstützungsangebote stellten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Bildungsträger vor. "Einen guten Einstieg ins Berufsleben zu finden, ist gerade für junge Menschen mit Handicap besonders wichtig", unterstrich Ulrike Elkemann. Damit das gelinge, müssen die beteiligten Institutionen intensiv zusammenarbeiten, Informationen austauschen und verbindliche Absprachen treffen. Die Tagung im Kreishaus habe dazu beigetragen, dass die Fachkräfte sich untereinander weiter vernetzen, freute sich Elkemann. Ende des kommenden Jahres soll es daher eine weitere Veranstaltung geben. 

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