Beratungsarbeit der Schulen gut aufgestellt

|   Kreis Borken

Die Regionale Schulberatungsstelle (RSB) des Kreises Borken hat im Auftrag der Bezirksregierung Münster wieder einen einjährigen Zertifikatskurs für angehende Beratungslehrkräfte an Schulen im Kreis Borken beendet. Die 23 neuen Beratungslehrkräfte "ergänzen und intensivieren" die Beratungsarbeit ihrer Schule. Sie unterstützen ihre Kolleginnen und Kollegen, Eltern und Jugendliche bei der Lösung von Schulproblemen unterschiedlicher Art. Der Leiter der schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises, Schulpsychologe Michael Sylla, blickt inzwischen auf eine fast 20-jährige Erfahrung in der Fortbildung von Beratungslehrkräften zurück: "Wir haben das damals zu einem Schwerpunkt unserer Arbeit gemacht und durch regelmäßige Fortbildungen eine flächendeckende Versorgung mit Beratungslehrkräften im Kreis erreicht."

Wenn es Veränderungen in den Schulvorschriften zu Themen wie Beratung, Kinderschutz oder Kriseninterventionen gibt, sind die Schulen im Kreis seiner Auffassung nach in der Regel bereits gut aufgestellt: "Wir haben zusammen mit Schulaufsicht, Schulleitungen und Beratungslehrkräften immer wieder reflektiert, wie die Beratung bei solchen Anlässen in schuleigenen Beratungskonzepten integriert werden kann." Für die Umsetzung des veränderten Beratungserlasses, der seit einem Jahr in Kraft ist, sieht die Schulberatungsstelle im Kreis daher beste Vorausetzungen.

Nach Auffassung des Schulpsychologen sind die Beratungsbedarfe in Schulen in den vergangenen Jahren gestiegen und ihre Bearbeitung komplexer geworden. Individuelle Lernprobleme, Ängste von Schülerinnen und Schülern, (Cyber-) Mobbing-Problematik, schulische Krisen, Kinder- und Jugendschutz, Inklusion und Integration Zugewanderter erfordern zunehmend die Aufmerksamkeit der Lehrerkollegien. "Das schaffen Sie nur in einem guten Beratungsteam!", lautet der Rat, den Schulpsychologe Sylla den anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie ihren Schulleitungen bei der Abschlussveranstaltung im Borkener Kreishaus mit auf den Weg gab.

Die Schulpsychologen Michael Sylla (RSB-Leiter) sowie Dr. Sascha Borchers und Kristina Timm führten die Fortbildung durch. Sie umfasste vor allem das Training des Beraterverhaltens. Neben Kenntnissen über Möglichkeiten der Hilfestellung wurden den Teilnehmenden Informationen über gegebenenfalls einzubeziehende außerschulische Institutionen und Unterstützungsangebote vermittelt, denn die Beratungslehrkräfte haben laut Erlass auch eine sogenannte "Lotsenfunktion".

Zur Vernetzung der Beratungslehrkräfte im Kreis Borken hat die Schulberatungsstelle ein Online-Forum für Beratungslehrkräfte eingerichtet. Dieses ist nur für registrierte Beratungslehrkräfte zugänglich und ermöglicht so den fachlichen Austausch in einem geschützten Rahmen.

Durch die Arbeit der Beratungslehrkräfte wird die Regionale Schulberatungsstelle spürbar entlastet, deren Team (5,5 Stellen) alle Schulen im Kreisgebiet schulpsychologisch begleitet. "Wenn wir uns weniger um einzelne Schülerinnen und Schüler kümmern müssen, können wir häufiger Lehrkräfte unterstützen", sagt Sylla und verweist in diesem Zusammenhang auf die Unterstützungsangebote der RSB für Lehrerkollegien, die im Internet unter abgerufen werden können.

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