Beim Neujahrsempfang wurde Ehrenamtspreis verliehen

|   Vreden

"Toll, dass der Neujahrsempfang auf dem Jugendcampus stattfindet und wir so die Anlage sehen können", lobten etliche Gäste des 21. Neujahrsempfangs der Stadt Vreden die Auswahl der Örtlichkeit. Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch hatte zu seinem letzten Neujahrsempfang als Bürgermeister der Stadt Vreden in die Trendsporthalle des im letzten Jahr neu eröffneten Jugendcampus eingeladen. Der Jugendcampus sei eines der schönsten Projekte der vergangenen Jahre. Dieses zukunftsorientierte Projekt zeige, wie erfolgreich zielorientierte, zügige und vor allem von vielen Partnern unterstützte Zusammenarbeit sei. Dazu habe auch die 90-prozentige finanzielle Förderung beigetragen.

Die finanzielle Situation der Stadt Vreden mit der Haushaltssicherung im Jahr 2009, den damit verbundenen Sparmaßnahmen und die positive Entwicklung der folgenden Jahre stellte Bürgermeister Dr. Holtwisch anhand von Grafiken dar. Glücklicherweise sei Vreden ein starker Industrie- und Wirtschaftsstandort und sowohl Politik als auch Verwaltung hätten dies durch vorausschauende Planungen unterstützt. Nun gelte es, die Stadt Vreden attraktiv zu halten, um die Unternehmen bei der – angesichts der geringen Arbeitslosigkeit (2%) - großen Herausforderung, qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen, zu unterstützen.

Die Innenstadtentwicklung, das Wohnen in den Dörfern und dem Stadtgebiet, die Schulentwicklung, die Planungen zum Schulcampus, Vreden als Fair-Trade Stadt und der Umwelt- und Klimaschutz waren – ebenso wie natürlich auch die Diskussionen um das Bierbaum-Gelände - einige der weiteren Themen, die Bürgermeister Dr. Holtwisch in seiner Präsentation ansprach. So werde im Juni eine Umwelt- und Klimakonferenz stattfinden, zu der mit Beteiligung der Schulen auch die Kinder und Jugendlichen angesprochen werden sollen.

In diesem Jahr können die Städte Elsterwerda und Vreden auf eine dreißigjährige Freundschaft zurückblicken. Im November 1990 ist der Freundschaftsvertrag in beiden Städten unterzeichnet worden. Dazu lud Bürgermeister Dr. Holtwisch seine Kollegin, Bürgermeisterin Anja Heinrich aus Elsterwerda, auf das Podium ein. Sie war mit einer Delegation bereits am Samstag in Vreden angereist. "Auch Städtepartnerschaften stehen vor Herausforderungen", betonte Bürgermeisterin Heinrich in ihrer Ansprache. Der Aufbau sei damals von vielen Akteuren getragen worden, und um die Freundschaft fortzuführen, bedürfe es der Mitarbeit vor allem auch der jüngeren Menschen.

 Als Gastgeschenk überreichte sie ein Bild des Auerhahns, der in der Heidelandschaft des Naturparks Elsterwerda heimisch sei. So wie Vreden mit den Flamingos werbe, sei der stolze Auerhahn Wappentier des Naturparks und Charaktervogel der Lausitzer Kiefernheiden. Mit der Übergabe des Geschenkes verband sie die Einladung an alle Vredenerinnen und Vredener, Elsterwerda zu besuchen.

Constanze Kästner und Niels Ottink, beide Lehrkräfte der Musikschule Vreden, erhielten für ihre musikalischen Einlagen mit Querflöte und Gitarre großen Applaus. Mit seinem Dank an die beiden Musiker verband Bürgermeister Dr. Holtwisch auch Dank an Tom Tenostendarp und Markus Funke, stellvertretend für das gesamte Jugendwerk-Team, und er dankte auch dem Team der Felicitas-Schule für die gelungene Dekoration.

Ehrenamtspreis der Sparkasse Westmünsterland Gemeinsam mit Markus Thesing, Regionaldirektor der Sparkasse Westmünsterland, übereichte Bürgermeister Dr. Holtwisch den Ehrenamtspreis der Sparkasse Westmünsterland. Der Ehrenamtspreis, der den freiwilligen Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern würdigt und ins Rampenlicht rückt, wurde an den Heimat- und Altertumsverein der Vredener Lande e.V. vergeben. Den mit eintausendfünfhundert Euro dotierten Preis nahmen Heimatsvereinsvorsitzender Guido Leeck und Vorstandsmitglied Hubert Krandick entgegen. Respekt und Dankbarkeit zolle er der Arbeit des Vereins und überreiche den Preis als Anerkennung für die bereits geleistete Arbeit und als Motivation für die Zukunft, so Markus Thesing. Anschließend ging er kurz auf die Geschichte, die Mitgliederzahlen, die verschiedenen Untergruppen und die zahlreichen Veröffentlichungen ein. Dem Heimatverein mit seinen über 700 Mitgliedern sei es auch gelungen, für jüngere Menschen attraktive Angebote zu gestalten und diese für den Verein zu gewinnen. "Sie sind der Heimatverein mit dem geringsten Durchschnittsalter", hob er lobend hervor. Nach der Eintragung in das Goldene Buch der Stadt Vreden bedankte sich Guido Leeck für den Preis und warb um weitere Mitglieder.

Bevor Bürgermeister Dr. Holtwisch die Gäste des Neujahrsempfangs in das Jugendcafe einlud, ging er noch einmal auf seine Entscheidung, nicht ein drittes Mal zu kandidieren, ein. Nach gut elf Jahren als Bürgermeister der Stadt Vreden und davor fast 3 Jahren als Erster Beigeordneter wolle er mit Mitte vierzig für sich persönlich neue Herausforderungen suchen. Er habe sich während der vergangenen Jahre in Vreden immer gesellschaftlich breit getragen und unterstützt gefühlt. Auch die Zusammenarbeit mit dem Rat sei angenehm, auch wenn natürlich manches Mal kontrovers diskutiert wurde. Im verbleibenden Dreivierteljahr im Amt werde er wie gewohnt intensiv weiterarbeiten.

Bürgermeister Dr. Holtwisch endete mit einem Hinweis auf zwei ihm wichtige Bilder in seinem Büro: Die Titel "Maßhalten" und "Veränderungen gestalten" wiesen auf den Spagat und die Bandbreite dessen hin, wie politische Entscheidungen oft zu treffen seien. Mit dem Zitat von Gustav Heinemann "Wer nicht verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte." beendete er den offiziellen Teil des diesjährigen Neujahrsempfangs.

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