„Baumwollexpress“ wird nicht vom Land NRW gefördert

|   Kreis Borken

Das Land NRW wird die Einführung der Schnellbusverbindung "Baumwollexpress" von Bocholt über Vreden nach Gronau und dann weiter nach Bad Bentheim nicht im Rahmen des Landeswettbewerbs "Mobil.NRW – Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum" fördern. Diese Mitteilung hat jetzt der Kreis Borken von der Bezirksregierung Münster erhalten. Landrat Dr. Kai Zwicker und Verkehrsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow bedauern die Entscheidung, denn im Falle einer Bewilligung wären 75 Prozent der Kosten des zunächst auf zwei Jahre angelegten Probebetriebs in Höhe von insgesamt 3,8 Mio. Euro gedeckt worden. Angesichts dieser Entwicklung sollte die Kreispolitik nun die seinerzeit einvernehmlich beschlossene Planung neu bewerten, erläutert der Landrat angesichts der hohen Kosten. Das gelte mit Blick auf den Fortgang und Umfang der Planung als auch auf die Finanzierung des Vorhabens.

Im Rahmen seiner Beschlussfassung über den "3. Nahverkehrsplan" am 21.02.2019 hatte der Borkener Kreistag grünes Licht für die Konzipierung einer Schnellbusverbindung mit Namen "Baumwollexpress" auf der Strecke Bocholt-Vreden-Gronau-Bad Bentheim gegeben. Zwischenzeitlich konnte der Kreis zusammen mit den Fachleuten des Zweckverbands SPNV Münsterland-Fachbereich Bus (ZVM Bus) und der Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) in enger Abstimmung mit den betroffenen Kommunen den genauen Streckenverlauf, die Taktung sowie den Fahrplan festlegen. Derzeit geht es um die letzte Feinjustierung, damit eine optimale Verknüpfung mit den bestehenden Bus- und Schienenverbindungen möglich wird.

Zum Hintergrund:

Mit dem "Baumwollexpress" wird das Ziel verfolgt, erstmalig eine direkte Schnellbusverbindung zwischen mehreren Mittelzentren zu schaffen – und das mit einer umfangreichen "Laufleistung". Damit würden viele unterschiedliche Nutzergruppen wie beispielsweise Berufspendler, Schüler und Studenten sowie Besucher von kulturellen Einrichtungen die Möglichkeit erhalten, ihre Reiseziele mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) fast genauso schnell wie im eigenen Auto zu erreichen.

Zwischen Bocholt und Bad Bentheim soll die Strecke über Rhede, Borken-Burlo, Südlohn-Oeding, Vreden, Ahaus-Alstätte und Gronau-Bahnhof verlaufen. Sie ist 83 km lang und würde im Wesentlichen über die B 70 geführt. Der "Baumwollexpress" würde damit die zentralen ÖPNV-Verknüpfungspunkte (mit vielen Umstiegsmöglichkeiten) der Mittelzentren Bocholt, Vreden, Gronau und Bad Bentheim auf direktem Weg miteinander verbinden. Alle Haltestellen würden – soweit noch nicht vorhanden – mit Fahrradabstellanlagen ausgestattet. Darüber hinaus soll es ein Bike-Sharing-Angebot an Haltestellen mit vielen Ein- und Ausstiegen geben. Die Buchung und Freischaltung dieser Fahrräder kann über eine digitale Buchungssoftware, die den Kunden als App-Anwendung zur Verfügung gestellt wird, erfolgen.

Der Nahverkehrsplan des Kreises Borken sieht für den "Baumwollexpress" zunächst einen zweijährigen Probebetrieb vor. In diesem Zeitraum sollen die Wirtschaftlichkeit der Linie sowie die weiteren ökonomischen und ökologischen Vorteile für den Kreis Borken und die Grafschaft Bentheim durch ein Gutachterbüro bewertet werden.

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