Auftakt zur „Woche der Feuerwehr“

|   Stadtlohn

Nach einem Werkstattgespräch zur Zukunft der Feuerwehr der CDU-Fraktion am 13. September 2018 im Landtag Nordrhein-Westfalen mit Feuerwehr-Experten, NRW-Innenminister Herbert Reul und rund 180 Feuerwehrleuten, nutzen die Abgeordneten in dieser Woche die Chance, sich bei ihrer Feuerwehr vor Ort noch einmal ein genaues Bild von deren Herausforderungen und deren Arbeit zu machen. Die Woche ist aber nicht nur eine Woche der Information, sondern soll auch Wertschätzung ausdrücken, die den Feuerwehrleuten entgegengebracht wird. Heike Wermer, Landtagsabgeordnete für den Kreis Borken, hat am Montag bereits die Feuerwachen in Stadtlohn, Legden und Schöppingen besucht.

Den Auftakt zur „Woche der Feuerwehr“ bildete die Freiwillige Feuerwehr in Stadtlohn. Heike Wermer traf sich mit Günter Wewers, dem Leiter der Feuerwehr, Carsten Kuglarz und Markus Vennemann, beide stellvertretene Leiter der Feuerwehr. Sie erkundigte sich nach den aktuellen Anliegen in der Freiwilligen Feuerwehr und sprach mit den Anwesenden über mögliche Veränderungen. Nachwuchssorgen hat die Feuerwehr Stadtlohn nicht. Seit 2013 gibt es die Jugendfeuerwehr, aus der viele Mitglieder später in die Einsatzabteilung wechseln. Ein großes Problem stelle jedoch die Situation fehlender Lehrgänge dar. Es fehle an einem ausreichenden Angebot von Kursen für die Weiter- und Fortbildung vor allem auf der Führungsebene. Feuerwehrmänner und –frauen müssen besonders in jungen Jahren gefördert werden, häufig steigen sie sonst zwischen 25 und 35 Jahren aus und widmen sich der Familienplanung, so Günter Wewers, Leiter der Feuerwehr.

Im Anschluss an den Austausch durfte Heike Wermer die Baustelle der neuen Feuerwache in Stadtlohn besichtigen. Die Wache, die noch ein Rohbau ist, soll im Spätsommer 2019 fertig sein. Für den Rettungsdienst der Stadt Stadtlohn wird ebenfalls eine neue Wache, direkt neben der Feuerwache, gebaut. Die Nähe zwischen beiden Instanzen habe viele Vorteile, so Günter Wewers. Bauleiter Markus Bagus und Anke Borgers (Mitglied der Geschäftsleitung Borgers GmbH) führten Heike Wermer und die anwesenden Feuerwehrmänner durch den Rohbau. Der Bau der neuen Wache erfolgt behindertengerecht, um auch Menschen mit Handicaps eine Mitarbeit in der Unterstützungsabteilung der Feuerwehr zu ermöglichen, betonte Feuerwehrleiter Günter Wewers. Abschließend bedankte sich die CDU Landtagsabgeordnete Heike Wermer bei den Leitern der Feuerwehr für den geleisteten Einsatz der gesamten Feuerwehr Stadtlohn und fuhr mit vielen Eindrücken und Anliegen weiter.

Die zweite Wache, die Heike Wermer an diesem Tag besuchte, war die Feuerwache in Legden. Leiter Klaus Uppenkamp und Christoph Blanke (stellvertretener Leiter) führten Heike Wermer und Bürgermeister Friedhelm Kleweken durch die 2011 neugebaute Wache. Die Wache ist technisch modern ausgestattet und hat einen großen Schulungsraum, eine moderne Küche und einen Besprechungsraum. In Krisensituationen, wie zum Beispiel bei Hochwasser oder Schneechaos, dient die Wache als Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger. Auch die Fahrzeuge in Legden seien gut ausgestattet und für Umweltkatastrophen gewappnet, so Christoph Blanke, stellvertretener Leiter der Feuerwehr. Asbeck als Nachbardorf hat einen eigenen Löschzug und ist für kleine Einsätze ausgerüstet. Bei größeren Einsätzen unterstützt sich die Feuerwehr gegenseitig.

Wie bei den Kollegen in Stadtlohn interessierte Heike Wermer vor allem die Anliegen der Feuerwehr vor Ort. Problematisch sei ebenfalls das Kursangebot in der Weiterbildung.  Momentan werden zu wenige Schulungsplätze für Feuerwehrleute angeboten. Nachwuchssorgen hat die Feuerwehr in Legden ebenfalls nicht, auch hier gibt es eine Jugendfeuerwehr. Ein anderes Problem, welches die Legdener sehen, sei jedoch die Bereitschaft der Arbeitgeber, ihren Angestellten für Einsätze freizustelle. Feuerwehrmänner und –frauen einzustellen sollte für Arbeitgeber attraktiver gemacht werden. Hierin waren sich Angehörige der Feuerwehr und die Landtagsabgeordnete einig. Es gibt viele Vorteile Feuerwehrleute in seinem Betrieb zu haben, zum Beispiel technische und soziale Kompetenzen, eine hohe Einsatzbereitschaft und Motivation.

Aufgrund aktueller Vorkommnisse fragte Heike Wermer ebenfalls nach dem Respekt, welcher den Feuerwehrleuten entgegengebracht wird. Die anwesenden Feuerwehrmänner waren sich einig, dass die Dankbarkeit und der Respekt in der Gesellschaft generell zurückgehen. Die Feuerwehr wird immer öfter als selbstverständlich angesehen. Häufig gelten Feuerwehrleute auch als Spielverderber, zum Beispiel bei Sicherheitsbegehungen zum Brandschutz. Generell sei das Vereinsleben in Legden aber sehr lebendig und der Umgang in der Bevölkerung freundlich, da man sich untereinander kennt. Nach den Gesprächen mit den anwesenden Feuerwehrmännern dankte Heike Wermer der gesamten Belegschaft für den großen Einsatz, den sie regelmäßig leistet.

Als letzter Besuch stand für die Landtagsabgeordnete die Wache in Schöppingen auf dem Programm. Zu Beginn ihres Besuchs tauschte sich Heike Wermer mit den anwesenden Feuerwehrmännern aus – auch hier wurde auf das Problem fehlender Lehrgänge aufmerksam gemacht Ralf Mensing, Leiter der Feuerwehr Schöppingen beklagte das fehlende Kursangebot und sagte, sie seien davon sehr betroffen. Qualifizierte Kräfte seien sehr wichtig, vor allem gut ausgebildete Männer und Frauen. Generell sei der Löschzug gut aufgestellt, seit fünf Jahren gibt es auch eine Jugendfeuerwehr in Schöppingen. Gemeinsam werden viele Ausflüge und Veranstaltungen zur Jugendförderung gemacht.

Dennoch fordere das Ehrenamt viel Zeit. Gegenüber Heike Wermer wurde der Vorschlag geäußert, ehrenamtliche Tätigkeiten mit politischen Mitteln zu fördern und somit attraktiver zu gestalten. Auch die Vereinbarkeit von Ehrenamt und Beruf und das Verhalten vieler Arbeitgeber wurden angesprochen. Die Einsätze seien nicht immer „auf den Straßen“, häufig ginge es auch um Brandschutzerziehung bei Schul- und Kindergartenkindern. Nach dem Austausch folgte ein Rundgang durch die Wache, bei welchem auf den veralteten Fuhrpark hingewiesen wurde. In der Ausrüstung sieht sich die Wache hingegen gut aufgestellt. Erst vor kurzem wurde die Schutz- und Einsatzkleidung ausgetauscht. Für Notfälle steht an der Wache ein PKW bereit, welcher wie ein Rettungswagen ausgestattet ist. Dieser kommt bei Notrufen zum Einsatz. Lob gab es für die Zusammenarbeit mit den Gemeinden Heek und Legden, auf welche Schöppingen angewiesen sei.

Abschließend bedankte sich Heike Wermer bei allen Feuerwehrmännern und –frauen für die Einsatzbereitschaft, den Mut und das Engagement. Nach ihrem Besuch bei drei Feuerwachen in ihrem Wahlkreis konnte Heike Wermer viele Eindrücke mitnehmen und erfahren, an welchen Stellen gearbeitet werden muss.

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