Auch Alarmanlage manipuliert

|   Vreden

Der Einbruch in einen Schweinemastbetrieb, durch den 900 Tiere qualvoll erstickt sind, hat die Familie des Westfälisch-Lippischen Bauernpräsidenten Johannes Röring getroffen. Das bestätigte Rörings Sohn Christian, der den Hof betreibt, am Dienstag in einer Stellungnahme. "Wir hoffen, dass die Polizei diesen für mich und meine Familie in vielfacher Hinsicht sehr bedrückenden Vorfall rasch aufklären kann“, sagte Röring.

Christian Röhring teilte wie bereits zuvor die Polizei mit, dass sich bislang unbekannte Täter gewaltsam Zugriff zu einem Technikraum des Betriebs nahe der holländischen Grenze verschafft hätten. Dort soll in der Zeit zwischen Sonntag, 18 Uhr, und Montag, 8.50 Uhr, die Stromzufuhr für die lebensnotwendige Belüftung des Stalls gekappt worden sein. Beim gewaltsamen Eindringen wurde auch die Alarmanlage manipuliert. Das sagte ein Sprecher der Polizei in Borken am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Beide Anlagen waren zuletzt im vergangenen Monat von einer Fachfirma überprüft worden, wie Röring mitteilte. Bei der Prüfung im Dezember sei alles in Ordnung gewesen, so der Landwirt.
Da die Hintergründe der Tat völlig offen sind, hat die Polizei in Borken nach eigener Aussage auch die Staatsschutzabteilung des Polizeipräsidiums Münster mit in die Ermittlungen eingebunden. Der Staatsschutz ermittelt bei Straftaten mit einem politischen Hintergrund. Johannes Röring ist auch CDU-Bundestagsabgeordneter.

Die toten Tiere wurden nach Behördenangaben in der Nacht auf Dienstag vom Hof abtransportiert und von einem Fachbetrieb entsorgt.

Bereits im Juli 2013 waren auf dem Hof in Vreden über 900 Tiere verendet. Damals hatte ein technischer Defekt für einen Ausfall der Belüftungsanlage gesorgt. Weil eine Alarmanlage nach einem Blitzeinschlag nicht angeschlagen hatte, wurde der Landwirt nicht gewarnt. Einen Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen gibt es nach Polizeiangaben nicht. dpa

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