Arndt-Brauer und Schulte im Bundesumweltministerium

|   Kreis Borken

Der Umgang mit der Energiewende bewegt ganz Deutschland, schließlich sind nach dem Ausstieg aus der Atomenergie und mit der immer stärker steigenden Nutzung regenerativer Energiequellen noch viele Fragen ungeklärt. Auch die Einwohnerinnen und Einwohner in der Region in und um Ahaus sind davon betroffen: Hier befindet sich seit vielen Jahren ein Zwischenlager für schwach-, mittel- und hochradioaktiven Abfall. Um sich über die aktuellen Entwicklungen zu diesem Lager zu informieren, trafen sich die SPD-Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer und Ulla Schulte gemeinsam mit Rita Schwarzelühr-Sutter, die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium ist. Dabei ging es vor allem um die Zukunft der Anlage und die Frage, ob diese in absehbarer Zeit geschlossen werden kann. "Atommüll ist faktisch ein endgültiges Problem, mit dem wir uns für unabsehbare Zeit auseinandersetzen müssen. Mir ist deshalb wichtig, dass für die Menschen in der Region planbar ist, wie es mit der schwierigen Frage der Lagerung radioaktiven Abfalls weitergeht", meint hierzu Arndt-Brauer.

Schwarzelühr-Sutter erklärte, es müsse dabei zwischen schwach, mittel und hoch radioaktivem Atommüll unterschieden werden: Schwach und mittelradioaktiver Abfall wird in Schacht Konrad ab 2027 eingelagert. Für hochradioaktiven Abfall findet ein Standortauswahlverfahren statt. Ziel des Standortauswahlverfahrens ist, in einem wissenschaftsbasierten und transparenten Verfahren für die im Inland verursachten, hoch radioaktiven Abfälle den Standort für eine Anlage zur Endlagerung in Deutschland zu finden, der die bestmögliche Sicherheit für einen Zeitraum von einer Million Jahren gewährleistet. Bis zum Jahr 2031 soll das Standortauswahlverfahren abgeschlossen sein.

Als Zwischenlager für radioaktiven Abfall müsste deshalb auch Ahaus weiterhin in Betracht gezogen werden - auch gegebenenfalls für den hoch radioaktiven Müll aus dem Forschungsreaktor Jülich, für den derzeit noch eine Lösung gesucht wird. Neben dem Export dieses Abfalls in die USA wird auch über den Neubau eines anderen Zwischenlagers direkt in Jülich oder eben über die Unterbringung in Ahaus diskutiert - die Entscheidung sei hier aber noch offen. "Neben der Frage, ob weiterer Müll nach Ahaus gebracht wird, ist mir auch wichtig, dass die Lagerung so sicher wie nur irgendwie möglich erfolgt", so Arndt-Brauer weiter, die sich deshalb auch über die Sicherheit der Anlage erkundigte. Diese erfülle alle Sicherheitsstandards - die Castoren, in denen der Abfall gelagert wird, seien so konzipiert, dass sogar der Einschlag eines Jumbojets etwa in Folge eines Flugunfalls zu keiner  relevanten Freisetzung führen würde . "Für die Genehmigung der Verlängerung der Lagerung von schwach- und mittelradioaktivem Atommüll in Ahaus bis 2057 ist die Bezirksregierung zuständig. Die Entscheidung liegt somit in der Hand des Landes Nordrhein-Westfalen", erklärte Ulla Schulte. "Wir werden solche Gespräche auch in Zukunft regelmäßig führen und uns darüber informieren lassen, womit die Menschen in der Region zu rechnen haben", meinte Arndt-Brauer zum Schluss des Gesprächs.

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