Arbeitsmarkt zeigte sich in 2019 stabil

|   Kreis Borken

„Das Jahr 2019 war am Arbeitsmarkt ein weiteres gutes Jahr“, berichtet Johann Meiners, Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld.  Die Arbeitslosigkeit ist auf einem niedrigen Niveau geblieben und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter gestiegen. Dennoch gibt es auch Herausforderungen am Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Das stellte die Geschäftsleitung der Arbeitsagentur in ihrer Jahresbilanz fest, die sie in der Heilig-Geist-Stiftung in Dülmen vorstellte.

10.783 Personen waren im Jahr 2019 durchschnittlich arbeitslos gemeldet. Damit lag die Arbeitslosigkeit auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Gerade einmal 88 Personen waren im Jahresschnitt mehr arbeitslos als noch in 2018. Die Arbeitslosenquote blieb sogar unverändert bei 3,2 Prozent. „Die konjunkturellen Eintrübungen im abgelaufenen Jahr hatten bislang kaum Einfluss auf die Gesamtarbeitslosigkeit“, berichtet Johann Meiners, Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld zufrieden.

So ist auch die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten weiter angestiegen. Mit 219.533 waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Coesfeld 5.671 Personen mehr sozialversicherungspflichtig erwerbstätig als noch in 2018 (Stand jeweils März des Jahres). Das entspricht einem Zuwachs um 2,7 Prozent. „Grundsätzlich ist der Bedarf an Mitarbeitern bei den Unternehmen weiterhin hoch“, berichtet Rolf Heiber, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Coesfeld, und ergänzt: „Insbesondere gut qualifizierte Fachkräfte werden in vielen Branchen dringend gesucht. In einigen Bereichen gibt es zudem weiterhin einen aufnahmefähigen Arbeitsmarkt für angelernte Arbeitskräfte“.

Das ist auch an der Anzahl offener Stellen zu erkennen. Im vergangenen Jahr waren durchschnittlich 5.007 offene Stellen bei der Agentur für Arbeit gemeldet, 8 mehr als im Vorjahr, 3.521 davon waren Angebote für Fachkräfte. „Leider dauert es aber immer länger, bis eine Stelle besetzt werden kann“, erklärt Johann Meiners und ergänzt: „In vielen Branchen gibt es nicht genügend passend qualifizierte Fachkräfte.“

Das ist eine Situation, die viele Branchen betrifft, insbesondere den Pflegebereich, wie auch Martin Suschek, Vorstand der Heilig-Geist-Stiftung, weiß. Für Ihn bringt der Bedarf an Fachkräften in der Branche aber noch mehr mit sich: „Neben der Herausforderung der zügigen Stellenbesetzung mit Assistenz- und Fachkräften müssen wir mehr junge und aber auch erfahrene Menschen von der Attraktivität und den Potenzialen des Pflegeberufs überzeugen. Wir brauchen auch abgesicherte Rahmenbedingungen, um lebensphasenkompatible und verlässliche Arbeitszeiten sowie zukunftsorientierte Fort- und Weiterbildung anbieten zu können. Diese Herausforderungen werden wir nur gemeinsam als Branche meistern können. Wir brauchen mehr Kooperation anstatt Konkurrenz. Der „Runde Tisch Pflege“, der sich auf Initiative der Arbeitsagentur Coesfeld gründen wird, bietet hierfür eine wichtige regionale Grundlage.“

„Dank des Qualifizierungschancengesetzes haben wir als Agentur für Arbeit deutlich größere Möglichkeiten Menschen so zu qualifizieren, dass sie zu Fachkräften werden“, betont Meiners. „So können wir nun mehr Mitarbeiter bei einer Weiterbildung oder Qualifizierung finanziell unterstützen, während sie in Unternehmen beschäftigt sind. Sie können damit dann Tätigkeiten als Fachkräfte ausüben, für die am Arbeitsmarkt nur schwer Bewerber zu finden sind“ ergänzt er. „In vielen Unternehmen schlummern Talente, die man so fördern und damit für sich nutzen kann“, sagt Heiber und betont, dass auch die Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter fortbilden, Fördermittel beantragen können.

Doch nicht nur die Besetzung von Stellen für Fachkräfte stellt eine aktuelle Herausforderung am Arbeitsmarkt da: „Die Digitalisierung schreitet voran und verändert unsere Arbeitswelt radikal und immer schneller. Für die Mitarbeiter der Unternehmen heißt das, sich immer wieder anzupassen und Neues zu lernen“, so Meiners. Aus seiner Sicht erfordert dies viel Engagement der Beschäftigten. Dementsprechend passt auch die Arbeitsagentur ihr Beratungsangebot an. Nicht nur beim Berufseinstieg oder im Falle der Arbeitslosigkeit können Menschen dort Hilfe suchen. „Mit Einführung der lebensbegleitenden Berufsberatung bauen wir unser Beratungsangebot aus und möchten für die Menschen ein ganzes Berufsleben als Partner beratend zur Seite stehen“, so Heiber. Egal ob in Beschäftigung oder auf Jobsuche, mit Interesse an Weiterbildung oder einem Stellenwechsel.

Mit Blick auf das Jahr 2020 zeigen sich die Arbeitsmarktexperten trotz einiger Herausforderungen optimistisch: „Die Arbeitslosigkeit könnte, je nach wirtschaftlicher Entwicklung, im Jahresverlauf leicht steigen. Mit einem Einbruch am Arbeitsmarkt wie in den zurückliegenden Krisenjahren ist jedoch nicht zu rechnen“, so Meiners und Heiber einhellig. Die Herausforderungen bezüglich der Fachkräftesituation bleiben jedoch groß: „Daran müssen wir mit den Unternehmen, den Menschen und unseren Partnern am Arbeitsmarkt gemeinsam weiter intensiv arbeiten,“ so Meiners abschließend.

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